Okt 31 2006

Sparpotenziale, Teil 6 – KFZ-Versicherung wechseln

Passend zur Jahreszeit komme ich heute auf Teil 6 meiner kleinen Artikelreihe zur Nutzung von Einsparungmöglichkeiten zu sprechen.

Heutiger Tipp: Wechsel der KFZ-Versicherung

Erst kürzlich habe ich wieder gelesen, daß viele Mitbürger im Hinblick auf die Haftpflicht- und Kaskoversicherung ihrer Automobile draufzahlen, weil es einfach zu bequem ist, beim bisherigen Versicherungsanbieter zu bleiben statt sich für vergleichsweise kurze Zeit im Internet umzusehen und eine preiswertere KFZ-Versicherung für den fahrbaren Untersatz zu suchen.

Dabei sind die Einsparungspotenziale je nach aktuellem Schadensfreiheitsrabatt und Fahrzeug erheblich und können leicht in der Größenordnung von mehreren hundert Euro pro Jahr gipfeln. Als leicht nachvollziehbares Beispiel kann ich mich selbst anführen, denn ich habe schon mehrere Wechsel der KFZ-Versicherung hinter mir. Ich bin in einer Lehrerfamilie aufgewachsen, folglich lag es für meine Familie stets nahe sich bei beamtennahen Versicherungen wie zum Beispiel der HUK Coburg zu versichern. So war auch meine erste KFZ-Versicherung (reine Haftpflichtversicherung) für meinen ersten eigenen Wagen (ein damals rund 13 Jahre alter Mitsubishi C10V Kombi) bei der HUK abgeschlossen worden, und trotz SF0 mit damals 125 Prozent und einer Selbstbeteiligung von 300 DM kam ich mit rund 1900 DM Jahresprämie noch vergleichsweise günstig davon.

Doch schon ein Jahr später wurde die Versicherung durch Umstufung der Regional- und Altersklasse meines Oldies schon deutlich teurer, und das trotz neuem Schadensfreiheitsrabatt SF1. Als dann mein Wagen im Spätsommer 2001 das Zeitliche segnete (die Vorbesitzerin war sich leider der Wichtigkeit regelmäßigen Ölnachfüllens trotz schon zweitem Ersatzmotor im Fahrzeug immer noch nicht bewußt, und so war mein Motor nach nur knapp 120.000 km schon hinüber – und das bei einem asiatischen Fahrzeug!), nutzte ich die naheliegende Chance, der HUK Lebewohl zu sagen.

Vergleichsweise kurze Zeit später (am 10. September 2001 – nur einen Tag vor dem wohl weltweit einschneidendsten Ereignis der Nachkriegszeit) kam ich in den sehr zweifelhaften „Genuß“, durch den Tod meines Großvaters einen damals gerade knapp neun Jahre alten Mazda 323 mit nur 52.000 km Laufleistung zu erben. Diese Erbschaft brachte es mit sich, daß ich damit auch den Schadensfreiheitsrabatt meines Großvaters unter Berücksichtigung meiner Führerscheinbesitzdauer übernehmen konnte, und so wurde ich von der neuen KFZ-Versicherung freundlicherweise direkt mit 45 Prozent eingestuft. Auch die damals in Anspruch genommene Versicherungsgesellschaft darf wohl als beamtennah eingestuft werden, immerhin war es die Bayrische Beamten Versicherung 😉

Nach drei Jahren stets relativ konstanter Jahresprämien wurden die Jungs jedoch gierig, und obendrein kam es noch innerhalb des Maklerunternehmens (der Beamtenberatungsdienst, damals noch mit Sitz in Essen, inzwischen in Dortmund), über das ich die Versicherung abgeschlossen hatte, zu einer internen Schlammschlacht zwischen mehreren Maklern, die in einem wilden Ringelpitz sich gegenseitig die Versicherungen ihrer Kunden kündigten – so auch meine KFZ-Versicherung.

Dies nahm ich dann endlich zum Anlass, mich im Internet nach preiswerten Alternativen umzuschauen, und siehe da, ich wurde reichlich fündig. Der Besuch einer Website zum Vergleich von KFZ-Versicherungen kann, wie ich dabei festgestellt habe, locker mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr bedeuten. Ich fahre den oben genannten Mazda 323 immer noch, mit jährlich rund 20.000 km Fahrleistung pro Jahr, und die zum 1. Januar 2006 ausgewählte Versicherungsgesellschaft bietet mir Haftpflicht und Teilkasko für knapp 330 EUR pro Jahr bei SF15 – gegenüber der BBV machte das zum Zeitpunkt des Wechsels fast 200 EUR Ersparnis aus.

Ihr seht also, der einfache Besuch einer Versicherungsvergleichsseite im Internet und wenige Minuten Zeitaufwand können sich schon bei Klein- und Mittelklassefahrzeugen in drastischen Ersparnissen niederschlagen. Da es allerdings allein schon weit mehr als 11.000 Typklassen gibt, von den etlichen speziellen Sonderbedingungen der verschiedenen Versicherer ganz zu schweigen, kann ich an dieser Stelle keine pauschalen Empfehlungen einzelner Anbieter aussprechen. Ihr kommt also nicht drumrum, euch durch einen Vergleichswizard durchzuhangeln, um eure individuell preiswertesten Anbieter herauszufinden.

Realisierbare Ersparnis durch Tipp 6: bis zu 500 EUR p.a.

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Okt 07 2006

Sparpotenziale, Teil 5 – Handyvertrag / Prepaid

Schon seit geraumer Zeit hatte ich auf der Suche nach sinnvollen Einsparmöglichkeiten ohne Umstellung meiner Lebensgewohnheiten meinen Handyvertrag im Auge. Ich bin seit Januar 1999 Kunde bei D2 Mannesmann (jetzt D2 Vodafone), und mein damaliger D2 Fun Tarif zu 25,00 DM / Monat war damals vergleichsweise preiswert. Allerdings habe ich damals das Handy auch sehr viel häufiger aktiv zum Anrufen anderer genutzt als heutzutage (denn inzwischen habe ich das Gerät eigentlich fast nur noch um meinerseits erreichbar zu bleiben).

Zu allem Überfluss bin ich auch längst nicht mehr im alten D2 Fun Tarif, sondern habe ein Minutenpaket, welches mich 20 EUR im Monat kostet, mithin also 240 EUR pro Jahr. Berücksichtigt man, daß ich von diesem Minutenpaket kaum Gebrauch mache, zahle ich unterm Strich derzeit also mächtig viel Geld fürs Handy. Auch mit der regelmäßig alle zwei Jahre zur Vertragsverlängerung anstehenden Neuanschaffung eines subventionierten Handys kann man das nicht mehr sinnvoll argumentieren, denn auch ohne Vertrag (und vor allem ungebrandet!) kann man topmoderne Mobiltelefone für 300 bis 400 EUR kaufen – das suggerierte Topangebot, ein solches Gerät für 1,00 EUR zu erstehen, entpuppt sich durch die Brandingwut der Anbieter sehr schnell als Augenwischerei. Außerdem brauche ich nicht alle zwei Jahre ein neues Handy, da ich den ganzen zusätzlichen Schnickschnack in den Geräten eh für überflüssig halte. Damit hat sich für mich eigentlich schon seit geraumer Zeit die „Notwendigkeit“ eines Festvertrags erledigt, und ich war nun auf der Suche nach preiswerteren Alternativen.

Dabei stand spätestens seit den Gerichtsurteilen gegen die Prepaidanbieter, daß ungenutzte Gesprächsguthaben nicht nach einiger Zeit automatisch verfallen dürfen, für mich fest, daß mein Festvertrag gegen einen preiswerten Prepaidtarif auszutauschen sein wird. Im Internet wird man auf der Suche nach Tarifvergleichen sehr schnell fündig, und so stellt folgende Tabelle lediglich einen Auszug aus dem Tarifdschungel dar und ist durch das subjektive Ranking der Anbieter nach meinen persönlichen Präferenzen eingefärbt. Ich bitte bei der Begutachtung dieser Tabelle zu berücksichtigen, daß ich so gut wie nie SMS verschicke und diese Kostenposition für mich daher bei einer Gewichtung der Gesamtkosten eines bestimmten Prepaidtarifs für mich von nachrangiger Bedeutung ist.

Prepaid-Tarife (Stand 03.11.2006) im Vergleich
Rang Anbieter Cent/min netzintern Cent/SMS Netz Takt
1 simply 0,14 € 0,04 € 0,11 € D1 60/60
2 callMobile 0,14 € 0,04 € 0,12 € D1 60/60
6 klarmobil 0,14 € 0,04 € 0,14 € D1 60/60
3 Alditalk 0,15 € 0,05 € 0,15 € E+ 60/1
4 simyo 0,16 € 0,06 € 0,11 € E+ 60/1
5 blau.de 0,16 € 0,06 € 0,11 € E+ 60/1
7 Xtra Click 0,25 € 0,05 € 0,05 € D1 60/1
8 jamba 0,25 € 0,25 € 0,09 € E+ 60/1

Die meisten der oben genannten Anbieter haben derzeit zusätzliche Bonusaktionen laufen, die einem als Neukunde zum Beispiel ein dickes Startguthaben sichern, SMS-Pakete oder dergleichen. Je nach bevorzugter Nutzung des Handys kann man also aus der grundsätzlichen Ersparnis sogar noch zusätzlichen Mehrwert ziehen.

Wie ergibt sich nun diese Ersparnis? Nun, wie ich eingangs ja schon beschrieben habe, kostet mich mein Handy derzeit noch monatlich 20 EUR Fixgebühren. Dazu kommen dann allerdings noch die Kosten für die wenigen SMS die ich verschicke und Telefonate in Fremd-Handynetze – von einer Flatrate bin ich also weit entfernt. Die jährlichen Kosten für das Mobiltelefon belaufen sich also auf deutlich über 240,00 EUR pro Jahr. Easymobile hingegen, als einer der preiswertesten Prepaidanbieter im deutschsprachigen Raum zur Zeit, setzt lediglich einen durchschnittlichen(!!) Quartalsumsatz von 6,00 EUR voraus (ansonsten würde eine monatliche „Verwaltungsgebühr“ in Höhe von 1,00 EUR pro Monat fällig) – das sind gerade einmal zehn Prozent der Kosten des Festvertrages!

Damit fiel die Entscheidung nicht weiter schwer, meinen Festvertrag bei Vodafone fristgemäß unter Berücksichtigung der dreimonatigen Kündigungsfrist zu kündigen. Da die Prepaidlandschaft derzeit obendrein mal wieder in Wallung kommt, habe ich nun noch bis zum Weihnachtsgeschäft in aller Ruhe Zeit mich zurückzulehnen und mir dann in Ruhe den preiswertesten Anbieter herauszupicken.

Aktuelle News und Vergleichstabellen rund um den Bereich Handy-/Telefontarife findet ihr unter anderem auch bei teltarif.de

Realisierte Ersparnis durch Tipp 5: 220,00 EUR p.a.

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Sep 09 2006

Sparpotenziale, Teil 4 – Energie sparen

Nicht nur die Mehrwertsteuererhöhung wird nächstes Jahr in vielen Haushalten neue Löcher in die Haushaltskasse reißen, sondern auch die drohende erneute Erhöhung der Stromkosten, die viele Stromkonzerne schon jetzt angekündigt haben (und das trotz der höchsten Konzerngewinne aller Zeiten!). Aus diesem Grund ist der heutige Teil meiner kleinen Artikelserie auch diesem Thema gewidmet.

Der heutige Tipp: Energie sparen

Da die Stromkosten eines jeden Haushalts von sehr vielen verschiedenen Umständen abhängen, kann ich dieses Mal leider keine pauschalen Zahlen anführen. Stattdessen kann ich lediglich die Stromkosten meines eigenen Haushalts als Beispiel anführen, und diese haben sich inklusive der jährlichen Kosten für die Nachtspeicherheizung bei ca. 600 EUR pro Jahr konsolidiert – das sind 50 EUR pro Monat zzgl. MwSt (also 58 EUR / Monat).

Wie habe ich das geschafft? Nun, ich habe eine ganze Reihe von Tipps beherzigt und vieles auch „einfach so“ schon immer „richtig“ gemacht, weil ich es nie anders gelernt habe.

  1. Licht nur in Räumen anschalten, in denen man sich auch grad befindet
  2. Wo immer sinnvoll auf Energiesparlampen setzen. Die sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, halten aber ca. 15.000 Betriebsstunden lang, und da summiert sich die effektive Ersparnis pro Lampe schnell auf 70 EUR über die Lebenszeit der einzelnen Birne.
  3. In Räumen, in denen Energiesparlampen keinen Sinn machen, lediglich 40w-Birnen einsetzen
  4. Praktisch alle elektrischen Geräte, die gerade nicht benötigt werden, nicht einfach in den Standby-Modus versetzen, sondern tatsächlich komplett vom Stromnetz trennen. Ein Gerät, das im Standby 5 Watt aus der Leitung zieht, kostet pro Tag 120 Watt sinnlos verbratene Energie, pro Jahr mithin also rund 45 KWh – bei den derzeitigen Strompreisen von bis zu 20 Cent je KWh macht das pro Gerät also 9 EUR unnötiger Kosten aus.
  5. Geräte, die nicht komplett abgeschaltet werden können, über eine abschaltbare Mehrfachsteckdose ans Stromnetz anschließen und auf diesem Umweg komplett vom Netz trennen
  6. Auf überflüssige Elektrogeräte verzichten; ich rasiere mich beispielsweise prinzipiell nass, und die Zähne putze ich mir altmodisch mit einer Handzahnbürste.
  7. Die Waschmaschine immer nur voll befüllt anschalten, bei gering verschmutzter Wäsche lediglich mit 30 – 40 Grad waschen und das Kurzprogramm-Repertoire der Waschmaschine ausnutzen. Obwohl mein Schätzchen inzwischen mehr als 12 Jahre auf dem Buckel hat, macht sich das deutlich in weniger Kosten bemerkbar. Eine nagelneue Maschine würde wahrscheinlich sogar noch mehr Ersparnis herausholen.
  8. Statt mit einem Wäschetrockner zusätzliche Energie zu verpulvern, die Wäsche oldschool auf der Leine trocknen lassen 😉
  9. Nur die Wäsche bügeln, die unbedingt gebügelt werden muss (Hosen, Hemden). Extratipp: Bügelwäsche vor dem Duschen im Badezimmer aufhängen – der durch das heiße Duschen entstehende Wasserdampf wirkt ohne Bügelei faltenglättend. Dank diesem Trick muss ich selten mal ein Hemd wirklich bügeln.
  10. Den eigenen Rechner silencen (sofern nicht eh schon ein energiesparendes Notebook als Primärrechner eingesetzt wird). Da viele der sinnvollen Silencing-Maßnahmen mit einer Drosselung von PC-Komponenten wie CPU oder Grafikkarte im Desktopbetrieb verbunden sind, führt dies ebenfalls zu erheblichen Energieeinsparungen. Ich habe meinen Rechner durch diese Maßnahmen im letzten Jahr von durchschnittlich 150-200 Watt Energieverbrauch auf inzwischen weniger als 60 Watt drosseln können.
  11. Keine Halogen-Deckenfluter im Haushalt einsetzen. Das sind absolute Strommonster. Ich gebe zu, ich habe diese Regel bisher selbst nicht umgesetzt und in meinem Schlafzimmer noch eines dieser 300-Watt-Monster im Einsatz (wegen des angenehmen Lichts). Den praktisch gleichen Beleuchtungseffekt kann man aber genauso gut auch mit zwei geschickt montierten 40w-Glühbirnen erreichen. Als ich noch studiert habe und eher einen vampirischen Tagesrhythmus hatte, war dieser elende Fluter teilweise bis zu zehn Stunden am Tag in Betrieb – das sind rund 1.000 KWh pro Jahr, die allein durch diesen Fluter verballert wurden!
  12. Bei der Neuanschaffung von Elektrogeräten wie Herd, Kühlschrank, Waschmaschine auf energiesparende Geräte achhten. Es macht keinen Sinn, nun extra zum Zweck des Energiesparens neue Geräte kaufen zu gehen, da die dadurch entstehenden Kosten erst nach etlichen Jahren wieder eingeholt werden können. Steht jedoch eine Neuanschaffung sowieso ins Haus, tut es nicht weh, dann gezielt energieeffiziente Geräte zu kaufen, da die so entstehenden Mehrkosten in der Regel schon nach ein bis zwei Jahren wieder ausgeglichen werden können.
  13. Falls eine Nachtspeicherheizung zum Einsatz kommt, nicht zu wenig heizen. Klingt komisch, ist es aber nicht. Ich mußte diese Lektion auch erst mühsam lernen. Der Energiehunger vor allem älterer Nachtspeicheraggregate steigt offenbar exponentiell, je kälter der zu heizende Raum ist. Sorgt man also für ein grundsätzlich angenehmes Raumklima, reicht es aus, die Nachtspeicherheizung auf die niedrigste Energiestufe einzustellen, da so die schon vorhandene Wärme lediglich erhalten werden muss. Kühlt die Wohnung im Laufe des Tages hingegen vollkommen aus, muss man die Heizung voll aufdrehen, damit es in einigermaßen annehmbarer Zeit warm wird, und das frisst Unmengen an Strom. Ich habe spannenderweise drastisch weniger Nachtspeicherstrom verballert, seit ich diese Regel einzuhalten gelernt habe. Übrigens halte ich es nicht für sinnvoll, beim Vermieter auf eine Modernisierung eventuell vorhandener veralteter Nachtspeichergeräte zu pochen (es sei denn, die Geräte sind sooo alt, daß sie noch Asbestmatten enthalten). Die Ersparnis durch modernere Nachtspeicher wird in aller Regel durch die unweigerlich folgende Mieterhöhung in aller Regel aufgefressen.
  14. Kreativ sein und im eigenen Lebensumfeld nach weiteren Möglichkeiten suchen, noch mehr Energie einzusparen. Die vorher genannten Tipps können nur als Anregung dienen, denn ich kenne ja eure persönlichen Lebensumstände nicht so gut wie ihr selbst.
  15. Mit einem Energieverbrauchsmessgerät (gab es z.B. vor knapp anderthalb Jahren mal bei Lidl für knapp 10 EUR im Angebot) im eigenen Haushalt nach Energiefressern forschen. Sollte die Anschaffung eines solchen Geräts wegen der damit verbundenen Kosten gescheut werden, mal beim eigenen Energieversorger freundlich anfragen; oft kann man dort Energiemeßgeräte problemlos kurzfristig ausleihen.

Ihr seht, mit etwas Disziplin und Einfallsreichtum finden sich etliche Möglichkeiten der Energieeinsparung; man muss nur kreativ sein, und alle Mitglieder des Haushalts müssen am selben Strang ziehen, damit das Ganze auch funktioniert.

Mögliche Ersparnis: mehrere 100 EUR p.a.

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Sep 08 2006

Sparpotenziale, Teil 3 – Kirchenaustritt

Der heutige Teil meiner kleinen Reihe zum Thema „wie senke ich meine Lebenshaltungskosten?“ schneidet ein durchaus kontroverses Thema an, denn es geht ans Eingemachte.

Heutiger Tipp: Aus der Kirche austreten

Ich höre im Geiste an diesem Punkt zumindest einen Teil meiner Leserschaft aufschreien, was für ein ketzerischer Gedanke das doch ist. Aus der Sicht gläubiger Christen ist das auch sicherlich so, und allein schon für den Tipp werden mich viele Leute ins Fegefeuer schicken wollen.

Doch sollten wir die Kirche nun erstmal im Dorf lassen und das Thema mal ganz nüchtern betrachten. Das fängt damit an, sich mal genau anzuschauen, wieviel die Kirche den Durchschnittsbürger pro Jahr kostet. Wir greifen hierzu wieder auf unseren Normalverdiener mit seinem Monats-Bruttogehalt in Höhe von 2500 EUR zurück.
Gibt man diese 30.000 EUR, die der/die Gute im Jahr brutto verdient, einmal in einen der vielen freien Steuerrechner im Internet ein, so stellt man fest, daß die Kirche bei einem Steuersatz von 9 % pro Jahr schon ca. 434 EUR kassiert. Mit wachsendem Gehalt und damit einhergehend fortschreitender Steuerprogression wächst dieser Betrag dramatisch. Bei einem sogenannten Besserverdiener, der rund 5.000 EUR pro Monat nach Hause bringt, beträgt die Kirchensteuer bei 9 % und Steuerklasse 1 schon ganze 1.409 EUR.

Vergegenwärtigt man sich diese Summen erst einmal, kommt der eine oder andere nun wahrscheinlich doch ins Grübeln und beginnt die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Der Vorteil im Fall des nicht streng gläubigen Christen liegt klar auf der Hand: das Geld kann gut anderweitig verwendet werden, im Fall des Besserverdieners ist damit sogar schon der Jahresurlaub finanziert.

Die Nachteile sind je nach Weltanschauung sehr unterschiedlich gelagert:

  • keine kirchliche Hochzeit mehr (wobei man immer noch wieder eintreten kann)
  • kein kirchliches Begräbnis im Fall des Ablebens
  • sollten Kinder ins Haus stehen, dürfte ein kirchlich finanzierter Kindergarten flachfallen (allerdings kann man auch dann immer noch wieder eintreten, und mit Frau und Kindern sinkt der Kirchensteuerbeitrag fast auf null)
  • ewige Verdammnis im Falle des Ablebens
  • man trägt nicht mehr zur Finanzierung kirchlicher Krankenhäuser bei

Für mich als bekennender Agnostiker fällt das alles nicht ins Gewicht, und vielen Mitmenschen in vergleichbarem Alter und vergleichbarem familiären Hintergrund dürfte es ähnlich gehen. Ich neige dazu, solche Dinge von der pragmatischen Seite anzugehen, so auch die Betrachtung der genannten Nachteile.

Mit meinem (vorzeitigen) Ableben rechne ich derzeit nicht, und selbst wenn dieser Fall doch eintreten sollte, so kann ich mich darauf verlassen, dass unsere Verbindungen zu den Freidenkern für ein ähnlich feierliches Begräbnis genutzt würden.

Ähnlich verhält es sich beim Thema Heirat. Sofern dieses Thema überhaupt an Relevanz gewinnen sollte, tut es meiner Meinung nach auch die standesamtliche Heirat; nichts spricht dagegen, diesen Anlass ähnlich feierlich zu begehen wie eine kirchliche Hochzeit.

Der ewigen Verdammnis falle ich eh schon anheim. Das hat sich im Verlauf meiner Jugend zwangsläufig ergeben; und wie in Kneipe oder Disco gilt die Regel: auf einen vollen Deckel kann man nichts mehr zusätzlich bestellen 😉

Sofern mir der Sinn nach finanzieller Unterstützung einer für das Gemeinwohl tätigen Einrichtung wie beispielsweise einem Krankenhaus stehen sollte, hindert mich nichts daran, auf dem direkten Weg eine Spende zu veranlassen. Da kommt das Geld dann wenigstens auch auf direktem Weg und in vollem Umfang an; und ganz nebenbei kann man das auch noch von der Steuer absetzen, sofern man eine Quittung für die Spende erhält 😉

Wie funktioniert der Kirchenaustritt?

Das hängt sehr stark von den jeweiligen Gemeinden ab. Ich kenne daher nur die Verfahrensweise in meinem näheren persönlichen Umfeld. Es funktionierte in den mir bekannten Fällen denkbar einfach: mit dem Personalausweis zum zuständigen Amtsgericht gehen, das passende Formular ausfüllen, fertig. In den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein ist laut ibka-Website das Standesamt zuständig. Findet der Kirchenaustritt unterjährig statt, gilt man mit Beginn des nächstfolgenden Monats als ausgetreten, und etwaig zu viel gezahlte Kirchensteuer holt man sich mit der nächsten Lohn- bzw. Einkommensteuererklärung zurück.

Achtung, kleine Falle: in vielen Bundesländern wird beim Austritt eine Gebühr von bis zu 50,00 EUR erhoben, die in keinem sinnvollen Verhältnis zum verursachten Aufwand steht. Daher wird diese „Strafgebühr“ von vielen als nicht mit der Religionsfreiheit vereinbar angesehen, insbesondere da in der Regel nicht einmal soziale Härten als Ausnahmegrund anerkannt werden.

Ersparnis durch Tipp 3: mehrere 100 EUR p.a.

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Sep 04 2006

Sparpotenziale, Teil 2 – Krankenversicherung wechseln

Kürzlich habe ich damit begonnen, meine Erfahrungen im Bereich der Einsparung überflüssiger Kosten zu veröffentlichen. Da die verschiedenen nutzbaren Möglichkeiten hierzu sehr vielseitig sind, ist heute Teil 2 dieser neuen kleinen Artikelserie an der Reihe:

Heutiger Tipp: Wechsel der Krankenkasse

Viele Mitbürger zahlen für ihre Krankenkasse deutlich zu viel, sowohl im Fall der gesetzlichen wie auch der privaten Krankenversicherung, bei teilweise deutlich zu wenig Leistung. Aufgrund der sich stetig zum Alter hin verschiebenden Alterspyramide steigen bekanntlich auch die Gesundheitskosten immer weiter, da unsere Bevölkerung immer älter wird. Reformansätze des Gesundheitssystems a la Norbert Blüm („ab 65 dürfen ältere Mitbürger bei rot über die Ampel gehen – ab 70 müssen sie“) konnten sich nicht durchsetzen, und -. glücklicherweise, man kann es nicht genug betonen – auch die Nazis sind seit mehr als 60 Jahren nicht mehr an der Macht, und so müssen andere Lösungen gesucht werden, das Gesundheitssystem am Leben zu erhalten.

Über die Form der verschiedenen Ansätze möchte ich hier nicht diskutieren, wenngleich ich auf dem Standpunkt stehe, daß hier unsere werten Politiker den größten Bockmist aller Zeiten direkt nach der durchgesetzten Mehrwertsteuererhöhung bauen. Mein Anliegen ist heute anderer Natur, denn der eigentlich vollkommen offensichtliche Hebel, an dem die Krankenkassen ansetzen müßten, wird ja immer noch hartnäckig ignoriert: würde der bei nahezu allen Kassen vorhandene Verwaltungswasserkopf konsequent abgebaut, einhergehend mit einer Bekämpfung der Korruption unter Ärzten und Apothekern durch die Pharmaindustrie, könnten wir alle mit deutlich niedrigeren Gesundheitskosten deutlich besser versorgt sein.

Da die Kassen dies aber offensichtlich ebenso wenig erkennen wollen wie unsere Politik, bleibt dem „kleinen Mann“ wieder nur die Hilfe zur Selbsthilfe – konsequent den überteuerten Kassen davonlaufen und zu preiswerteren Kassen wechseln, die deutlich zeigen, daß es auch ohne Verwaltungswasserkopf geht. Irgendwann zwingt das die anderen Kassen dazu zu reagieren (wenn agieren schon nicht deren Ding ist).

Die Suche nach einer anderen Kasse wird dem Interessenten dank des Internets und der großen Masse an Provisionen, die die Kassen ihren Versicherungsvertretern zahlen (bei vielen Privaten sind das üblicherweise 10 Prozent des monatlichen Beitrags des neuen „Kunden“ – ein Leben lang!) sehr vereinfacht, denn Versicherungsvergleichsseiten gibt es wie Sand am Meer. Ich habe daher hier nur ein Beispiel für gesetzliche Krankenkassen herausgesucht; das Netz ist aber voll mit tausenden Seiten, wie eine schnelle Googlelei ans Licht bringt.

Das Einsparungspotenzial ist hier in zweierlei Hinsicht begrenzt.
Erstens bewegt es sich wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestsätze im Rahmen von wenigen Prozentpunkten (zwischen der derzeit günstigsten Kasse mit einem Beitragssatz von 12,5% und der teuersten jenseits von 15 % liegen also nur etwa 2,5 % Ersparnis), und zweitens muss man sich diese Ersparnis auch noch zur Hälfte mit dem eigenen Arbeitgeber teilen. Selbst im Extremfall kann man also effektiv nicht mehr als 1,25 % mehr in der eigenen Lohntüte herausholen. Das sind, wenn man ein durchschnittliches Bruttogehalt eines normalsterblichen Arbeitnehmers von 2.500,00 EUR / Monat zu Grunde legt, also grad mal 31,25 EUR, die in der eigenen Tasche maximal zusätzlich hängen bleiben können.

Im Durchschnitt dürfte es eher so sein, daß die meisten Arbeitnehmer derzeit bei der Masse der Krankenkassen mit Beitragssätzen um 14 Prozent herum versichert sind, folglich liegen die Bruttoersparnisse in der Regel um 0,9 bis 1,0 Prozent (die dann noch mit dem Arbeitgeber zu teilen sind). Damit kommt man also auf gerade noch 12,50 EUR Einsparung pro Monat, wenn man wiederum die 2.500,00 EUR von eben zu Grunde legt. Das macht aufs Jahr gerechnet aber auch schon wieder rund 150 EUR aus, die wir unserem Spartopf gutschreiben können (oder alternativ dazu nutzen, durch private Zusatzversicherungen die Versorgung in einigen Bereichen auf das Niveau einer privaten Krankenversicherung anzuheben).

Bei privaten Krankenkassen kann das Einsparungspotenzial ungleich höher liegen, insbesondere dann, wenn man bisher noch freiwillig gesetzlich krankenversichert ist und jenseits der Beitragsbemessungsgrenzen liegt. Hier gibt es jedoch auch gravierende Unterschiede in den Leistungen und Abhängigkeiten vom derzeitigen Gesundheitsszustand, Alter und der in der Regel frei wählbaren Selbstbeteiligung, daher kann man in diesem Fall keine pauschalen Zahlen ermitteln. Es empfiehlt sich daher für solch einen Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung immer, einen Termin mit einem seriösen Versicherungsmakler zu vereinbaren und sich umfassend beraten zu lassen. Das Internet mit seinem gigantischen Informationsangebot sollte dann als zusätzliche Informationsquelle genutzt werden, um den Wahrheitsgehalt der Auskünfte des Versicherungsheinis zu überprüfen.

Nun nutzt all dieses Wissen wenig, wenn man nicht weiss, wo man denn nun nach einer preiswerteren Versicherung suchen soll. Darum führe ich hier folgende (unvollständige) Liste mit Websites an, die sich schwerpunktmäßig mit Versicherungsvergleichen befassen. Teilweise ist das Spektrum hierbei wesentlich breiter als nur Krankenversicherungen zu vergleichen. In jedem Fall empfiehlt es sich, sich nicht nur auf eine einzige Vergleichsseite zu beschränken, sondern bei mehreren verschiedenen Anbietern nachzuschaun, denn manchmal kommt es auch vor, daß verschiedene Seiten die eine oder andere Versicherung mangels „ausreichend hoher Provision“ nicht in ihren Listen führen.

Achtung: um die gesetzliche Krankenversicherung wechseln bzw. kündigen zu können, muss man erstens mindestens 18 Monate bei der bisherigen Versicherung versichert sein und zweitens eine Kündigungsfrist von in der Regel 2 Monaten zum Monatsende beachten. Eine vorzeitige Kündigung ist nur dann möglich, falls die bisherige Versicherung eine Erhöhung ihrer Beiträge ankündigt. Auch dann bleibt aber die Kündigungsfrist von zwei Monaten bestehen.

Realisierbare Ersparnis durch Tipp 2: ca. 120,00 – 180,00 EUR p.a.

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