Okt 26 2007

Sparpotenziale, Teil 7 – Fette Zinsen kassieren

Dieser Artikel wurde ursprünglich im November 2006 veröffentlicht, ich habe ihn jedoch auf die aktuellen Gegebenheiten hin aktualisiert.

Die regelmäßigen Leser meiner kleinen Artikelreihe zur Ausnutzung aller möglichen Einsparungsmöglichkeiten, die mit keinerlei Komforteinbußen im bisherigen Lebenswandel verbunden sind, haben ja nun in den letzten Wochen eine Menge Informationen gesammelt, wie man seine Lebenshaltungskosten teils sehr erheblich durch einfachen Wechsel von Vertragsanbietern oder auch einfach durch sinnvolles und zielgerichtetes Handeln senken kann.

Nun sagte mal ein intelligenter Mensch nicht untreffend, „reich wird man nicht dadurch, daß man viel Geld verdient, sondern damit, daß man es nicht wieder ausgibt“. Daran haben wir in den letzten Teilen dieser Reihe ja recht fleißig gearbeitet, doch jeder Cent, der sozusagen „nutzlos“ auf unserem nunmehr kostenlosen Girokonto „vergammelt“, bedeutet trotzdem noch finanziellen Verlust, denn selbst das beste Girokonto ist nicht mit einem Guthabenzins ausgestattet, der auch nur die Inflationsrate abfedern würde. Je länger unser eingespartes Geld also einfach auf einem reinen Girokonto liegt, desto weniger ist es sozusagen „real“ wert.

Was ist also naheliegenderweise zu tun? Wir benötigen eine Möglichkeit der Geldanlage, die einerseits gute Zinsen bringt, andererseits das Geld aber nach wie vor täglich verfügbar hält, denn es kann ja jederzeit passieren, daß wir zumindest Teile davon aufgrund von unvorhergesehenen oder ungeplanten Vorkommnissen benötigen. Somit fallen viele der üblichen sogenannten Hochzinsanlagen direkt unter den Tisch, da Sparbriefe, Anleihen, Aktien, Fonds, Zertifikate und dergleichen entweder das Geld für mehrere Jahre festlegen oder durch kurzfristige Kursschwankungen auch ein erhebliches Risiko bedeuten können.

Die Lösung dieses Dilemmas hat einen prägnanten Namen: Tagesgeld! Unter einem Tagesgeldkonto versteht man ein spezielles Direktkonto, welches üblicherweise nicht für den normalen Giroverkehr genutzt werden kann, sondern stets ein Girokonto als Verrechnungs-/Gegenkonto erfordert. Betreibt man dieses Girokonto bei der selben Bank wie das Tagesgeldkonto, so ist das dort deponierte Geld jedoch ebenso wie das Guthaben auf dem Girokonto in der Regel ebenso unmittelbar verfügbar, da bankinterne Umbuchungen dieser Art meist sofort ausgeführt werden bzw. der Verfügungsrahmen sofort angepasst wird. Und der Clou dabei: das Tagesgeld bringt teilweise, je nach Anbieter, bis zu 6,3 Prozent Zinsen pro Jahr!

In dieser Größenordnung liegen normalerweise Rentenpapiere mit langfristigem Anlagehorizont, und bei denen kann von sofortiger bzw. wenigstens tagesgenauer Verfügbarkeit keine Rede sein.

Doch die Spreu trennt sich wie so oft schnell vom Weizen, und damit ihr nicht selbst ewig suchen müßt, möchte ich euch einige imo sehr interessante Angebote vorstellen. Hierbei ist bitte zu beachten, daß alle Angaben ohne Gewähr sind (ich bin weder Finanzdienstleister noch Banker noch Anlageberater – ich gebe hier ausschließlich auf Basis meiner bisherigen Erfahrungen und der zum aktuellen Zeitpunkt im Internet frei verfügbaren Informationen meine Eindrücke wieder) und sich die Konditionen der im Folgenden vorgestellten Anbieter jederzeit wieder ändern können bzw. auch als reine Neukundenangebote gelten müssen, von denen Bestandskunden der jeweiligen Banken nicht (oder nicht im vollen Umfang) profitieren können.

  • Das comdirect Tagesgeld PLUS dürfte aktuell eines der Topangebote sein, denn es gehört derzeit zu den höchstverzinsten momentan verfügbaren Tagesgeldkonten. Speziell für Neukunden gibt es ab einer Einlage von 1.000,00 EUR einen zusätzlichen Bonus von 25,00 EUR, womit für die ersten 1.000 EUR die nominale Verzinsung auf wahnsinnige 6,3 % p.a. steigt. Bestandskunden können von diesem Bonus leider nicht profitieren, mit 3,8 % p.a. liegt die Verzinsung aber immer noch im obersten aktuell üblichen Bereich. Durch die quartalsweise Zinsabrechnung liegt der effektive Zinssatz dank Zinseszinseffekt sogar noch etwas höher. Definitiv eines der interessantesten Angebote zur Zeit auf dem Markt, und wäre ich nicht schon Kunde, würde ich es hierfür definitiv werden.
  • Das Das Extra-Konto der ING-DiBa liegt mit 3,25 % Zinsen pro Jahr in punkto Zinsen etwas unter dem Comdirect-Angebot. Ähnlich wie bei der Codi bietet die ING-DiBa auch ein von den Konditionen her sehr interessantes Wertpapierdepot an, so daß man dieses Angebot auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen sollte 😉
  • Die CC-Bank der Santander Gruppe ist ebenfalls erwähnenswert, denn diese Bank bietet mit der sogenannten Super-Mastercard nicht nur eine Kreditkarte mit 5 % Rabatt auf alle Tankstellenumsätze, sondern mit ihrem Geld-Management-Konto (kurz GMK) mit ebenfalls 3,35 % Zinsen p.A. ein ebenfalls sehr interessantes Tagesgeldkonto an. Hier erfolgt die Zinsgutschrift sogar monatlich, was den Zinseszinseffekt noch etwas verstärkt, und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß Transaktionen vom und zum GMK sehr schnell abgewickelt werden. Obwohl ich kein Girokonto bei der CC-Bank betreibe, ist vom GMK abgehobenes Geld in aller Regel am Tag nach der Abbuchung meinem Girokonto gutgeschrieben.
  • Auch Cortal Consors als dritte Direktbank im Bunde trumpft immer mal wieder mit einem interessanten Tagesgeld-Angebot auf. Aktuell: Für Neukunden werden 4,5 % Zinsen pro Jahr (bis zu einer Anlage von 20.000 EUR, darüber hinaus Konditionen wie bei Bestandskunden) ausgelobt. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, daß hier unter allen von mir gelisteten Anbietern der einzige echte Pferdefuß in den Konditionen lauert, denn der Zinsbonus gilt nur für sechs Monate (danach gibt es nur noch 3,25% p.a.), und die Bank erhebt Kontoführungsgebühren auf das Tagesgeldkonto, wenn das durchschnittliche Guthaben unter 2.500 EUR liegt. Man mag trefflich darüber streiten, ob das noch als seriöses Angebot durchgeht, doch diese Konditionen sind immerhin deutlich sichtbar auf der Website gelistet und nicht im Kleingedruckten versteckt.
  • Zu guter letzt sei noch das CashPlus der 1822direkt erwähnt. Dieses bringt Neukunden derzeit ebenfalls 3,8 % Zinsen p.A. bei monatlicher Zinsgutschrift und täglicher Verfügbarkeit. Damit gehört es mit zu den am besten verzinsten Angeboten ohne Fußangeln.
  • Ich habe zwischenzeitig noch ein weiteres Angebot mit guter Verzinsung gefunden, welches mit den oben genannten Tagesgeldkonten mithalten kann – im DKB-Cash-Paket der DKB-Bank ist ein wohl mit der VISA-Card verknüpftes Guthabenkonto enthalten, welches mit derzeit 3,8 % Zinsen per Annum ausgestattet ist. Da das Girokonto selbst ebenfalls kostenlos geführt wird, sollte man also auch dieses Angebot mal näher betrachten.

Ihr seht, wenn man sich ein wenig im Web umschaut, finden sich derzeit viele sehr interessante und mit guten Konditionen ausgestattete Tagesgeld-Lösungen, die ein kurzfristiges Parken von gerade „übrigen“ Guthaben ohne Realkaufkraftverlust und einem netten Bonus obendrein gestatten. Eine „eiserne Reserve“ von durchschnittlich drei bis vier Nettogehältern sollte jeder auf diese Weise für kurzfristige Engpässe und Notfälle beiseite legen.

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Sep 07 2007

Sparpotenziale, Teil 8 – Stromanbieter wechseln

Ich habe ja vor ziemlich präzise einem Jahr im Rahmen meiner Sparpotenziale-Artikelreihe schon darüber geschrieben, mit welchen Maßnahmen man generell im Haushalt seinen Stromverbrauch reduzieren kann (beispielsweise durch die Anschaffung energiesparender Lampen, aber auch durch vielfache Einsparungen, die sich größtenteils einfach schon durch Umdenken ergeben). Allerdings fängt das die teilweise drastischen Preiserhöhungen, die sich die gierigen Stromkonzerne auch dieses Jahr wieder gegönnt haben, bei den meisten Menschen wohl bestenfalls teilweise ab. Diesen Sommer haben sich insbesondere einige Stadtwerke quer durch die Republik wieder sehr reichhaltig in fremden Taschen bedient und erhöhten ihre Tarife teilweise um bis zu 34% (Stadtwerke Weißenfels in Sachsen-Anhalt).

Diese maßlose Gier führte sogar dazu, daß sich unsere Regierung dazu hinreißen ließ, den Verbrauchern einen unverzüglichen Wechsel des Stromanbieters anzuraten, um den Gierschlünden einen Denkzettel zu verpassen. Und da passt es doch perfekt, daß mit steckdose.de eine Website zur Verfügung steht, auf der man sich aus über 8000 Tarifen den auf die eigenen Bedürfnisse optimal passenden Tarif des günstigsten Anbieters heraussuchen kann.

Ich habe auch schon diverse andere Vergleichsrechner im Web ausprobiert, aber die meisten davon waren entweder unübersichtlich oder langsam oder mit Werbung zugefrachtet. Hier sticht steckdose.de gleich in mehrerlei Hinsicht heraus, denn auch als ich versuchsweise mein Adblock mal deaktivierte, wurde nicht ein einziges Banner sichtbar (das wirft aber auch noch Fragen auf, siehe unten). Zwar ist die Farbgebung mit dem grellroten Hintergrund nicht so meins, aber das holen die Betreiber auf der anderen Seite wieder durch eine sehr saubere und übersichtliche Gliederung der gesamten Website wieder heraus. Und obendrein gibt es für süchtige Knowledge-Junkies wie mich nicht nur einen „schnöden“ Tarifvergleich, sondern jede Menge Hintergrundwissen (auch dazu später mehr). Der Tarifvergleich selbst ist auf praktisch jeder Seite verlinkt und somit jederzeit erreichbar.
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten (geiles thematisch passendes Wortspiel, ne? 😀 ): ohne Javascript geht es nicht. Ich musste erst mein Noscript zur Akzeptanz von Scripts auf der Seite überreden, bevor ich zum Vergleichsrechner kam. Denn der öffnet sich auf den Seiten jeweils als dynamischer Layer, nicht als eigenständige Seite. Das hat umgekehrt aber auch wieder einen kleinen Vorteil: wenn man weiter auf den Inhalten stöbern möchte, verliert man den Kontext nicht, und insofern ist der AJAXifizierte Rechner wiederum durchaus praktisch.

Als ich meine Daten in das Formular gehackt habe, musste ich dann feststellen, daß ich „dank“ meiner Vorliebe zu monatlicher Zahlungsweise bereits beim „günstigsten“ Anbieter bin (denn ich hänge derzeit noch beim RWE). Hinzu kommt auch noch, daß ich mit meiner Nachtspeicherheizung eh einen Härtefall darstelle (und fast 70% meines Stromverbrauchs gehen aufs Konto meiner rund 30 Jahre alten Nachtspeichergeräte). Spezielle Nachttarife gibt es aber bei den Alternativen kaum, und so war es kein Wunder, daß bei den zunächst gegebenen Rahmenbedingungen keine Überraschungen zu erwarten waren.

Das änderte sich erst, als ich weitere Variablen im Vergleich zuließ, unter anderem jährliche Zahlungsweise und Boni bei Onlineabschluss und Neukundenrabatte. Auf diese Weise kam dann schlußendlich immerhin rund ein Dutzend günstigerer Angebote heraus, mit bis zu knapp 110 Euro Ersparnis im Jahr, was sich umgerechnet als etwa 16% Kostenersparnis darstellt. Vergleichen kann sich also auf jeden Fall lohnen.

Die Darstellung der Vergleichsergebnisse sucht imo ihresgleichen. Nicht nur, daß die Ergebnisse an sich schon sehr übersichtlich und nach Preis aufsteigend sortiert ausgegeben werden, hinzu kommt noch, daß sämtliche wesentlichen Tarifdetails beim Hovern über kleine Info-Icons als Textlayer eingeblendet werden – einschließlich genauer Zusammensetzung der einzelnen Rabatte, KWh-Preis, Grundpreis und so weiter. Das läßt kaum noch Fragen offen – und eröffnete mir dadurch, daß ich trotz allem besser bei meinem bisherigen Stromtarif bleibe, denn die günstigeren Tarife glänzen in den meisten Fällen mit kleinen versteckten Fußangeln wie Paketpreisen (auch bei Minderverbrauch sind die vollen Kosten zu entrichten) oder Einmalrabatten, die man besser herausrechnen sollte. Um die Übersichtlichkeit zu demonstrieren, hier mal ein Screenshot:

Ergebnis des Stromtarifvergleichs mit meinen Echtdaten

Falls man sich zu einem Tarifwechsel entscheidet, hat man bei vielen Tarifen die direkte Möglichkeit des Onlineantrags, und falls man sich das Ganze lieber erst in Ruhe durch den Kopf gehen lassen will, helfen die Möglichkeit der Ausgabe des Ergebnisses als PDF und als Email weiter. Diese Funktionen kamen mir aber auch sehr bekannt vor, und darum habe ich noch etwas genauer hingesehen – mein Noscript teilte mir nämlich mit, daß es auch Funktionen von tarifvergleich.de durchgelassen hat, und ein kurzer Besuch dort zeigte mir dann, daß mein Gedächtnis sich nicht irrte. Letztendlich ist steckdose.de also lediglich eine neue Verpackung für den schon bekannten Tarifrechner, garniert mit allen möglichen Randinformationen. Und der Betreiber, die Firma Wirkungsvoll Marketing GmbH (übrigens wohl ein noch sehr junges Unternehmen, wie man freundlicherweise aus dem Xing-Profil des Geschäftsführers, Herrn Patrick Klingberg, entnehmen kann), sucht auf ihrer Website derzeit auch noch aktiv Partner in den Bereichen Marketing, Sponsoring und Co. Insofern könnte sich die Bannerfreiheit auf der Seite zukünftig noch ändern.

Wie ich meine Leser kenne, stellt ihr euch eh schon die Frage, wie sich die Seite denn wohl finanziert, wenn es nicht einen einzigen Banner gibt. Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand – man darf getrost davon ausgehen, daß beim Onlineabschluss eines Stromtarifwechsels vom neuen Stromanbieter Provisionen zum Betreiber von steckdose.de fließen. Dennoch erscheint die Datenbank sehr umfangreich zu sein, und wie ja mein erster Test mit meinen Echtdaten ergeben hat, gab der Rechner auch offen zu, daß er mir keinen günstigeren Anbieter vorschlagen kann, wenn ich nicht an meinen Vorlieben drehe. Soweit also alles nichts verwerfliches, ich habe ja in meinen Posts gelegentlich auch den einen oder anderen Link gesetzt, der mir manchmal eine schmale Mark einbringt 😉 Es wäre nur wünschenswert, wenn sich steckdose.de da etwas offener geben würde und auch offen den Zusammenhang mit tarifvergleich.de kommunizieren würde. Denn so wie es jetzt ist, dürfte manch einer eventuell doch einen leicht faden Beigeschmack verspüren.

Doch abseits dieser kleinen Detektivarbeit gibt es auf der Website auch noch offensichtlicheres zu entdecken, und das wiederum gefällt mir ziemlich gut. Denn in einzelnen direkt in der Hauptnavigation verlinkten Kapiteln kann man sich relativ umfassend über die Geschichte des elektrischen Stroms und die Entwicklung des deutschen Strommarktes, die Öffnung desselben und die Strompreisentwicklung der letzten Jahre informieren. Insbesondere das derzeit so angesagte Thema Ökostrom bekommt viel Freiraum, und der Tarifrechner berücksichtigt auf Wunsch auch genau diese Vorliebe bei der Tarifauswahl.

Wirklich positiv finde ich aber insbesondere das eigene Blog, welches tagesaktuell über Neues rund um den Strommarkt berichtet. So habe ich dort zum Beispiel vorhin erst gelesen, daß die beiden AKWs Krümmel und Brunsbüttel, bei denen es ja vor nicht allzu langer Zeit einige heftigere Störungen gegeben hat, weiterhin abgeschaltet bleiben sollen. Und die Blogroll verlinkt „schamlos“ auch auf andere Vergleichsseiten für Stromtarife, zum Beispiel nach Österreich, was ebenfalls sehr im Sinne der Glaubwürdigkeit und Authentizität des Blogs ist.

Alles in allem gefällt mir die Kombination aus Stromtarifrechner, hilfreichen Hintergrundinfos und informativem Blog sehr gut. Lediglich das Versteckspiel um den tatsächlichen Betreiber der Seiten trübt den Eindruck etwas, jedoch bin ich mir relativ sicher, daß sich Patrick diesbezüglich bald hier zu Wort melden wird, um eventuelle Mißverständnisse auszuräumen.

Realisierbare Ersparnis durch Tipp 8: durchschnittlich 100 EUR p.a.

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Feb 23 2007

Gesundes Essen aus Müll

Erstaunlich, ein weiteres Bausteinchen aus der Romanwelt des Cyberpunks könnte in absehbarer Zeit Realität werden, wenngleich in etwas anderer Form als von den Romanschreibern angedacht. Denn William Gibson oder etwa auch die Autoren der Shadowrun-Reihe haben „prognostiziert“, daß weite Teile unserer Nahrung in der näheren Zukunft um das Jahr 2050 herum aus Soya bestehen dürften.

Und was finden meine entzündeten Augen gerade bei heise online? Da ist es deutschen Wissenschaftlern aus Fulda doch tatsächlich gelungen, den Abfall von gepresstem Raps (Rapsöl erfreut sich wachsender Beliebtheit als preiswerte Diesel-Alternative) mit Hilfe eines Schimmelpilzes in ein vitaminreiches, sehr eiweißhaltiges und nussig schmeckendes Nahrungsmittel umzuwandeln. „Mögliche Fertigprodukte sind Kuchen, Kekse, Frühlingsrollen, Brotschnitten, Brötchen, Marinaden oder Bratlinge“, heißt es in dem Artikel auf heise online.

Und das deckt in der moderneren Science Fiction so ziemlich komplett das ab, was man dort durch allerlei Soy-Food „erfunden“ hat.

Ich bin gespannt, wann wir die ersten Produkte auf dieser Rapsbasis im Supermarkt finden. Und in jedem Fall wäre eine Weiterentwicklung zur Marktreife für dieses Zeug ein brauchbarer Ansatz aus der Ernährungskrise in der Dritten Welt.

English translation for my foreign guests:

It is really astonishing, but another tiny component described in Cyberpunk novels seems to get realized in the near future – albeit it’s a little different than being thought of by the authors. You know, William Gibson or the inventors of the Shadowrun Universe have „forecast“ that large part of our nutrition will be soya-based in the near future around 2050.

And what do my cankerous eyes recognize at heise online? German scientists in the German city of Fulda succeeded to breed healthful, vitamin-packed food out of pressed canola waste (you know, canola is the basis for canola oil which faces growing interest replacing diesel oil as a cheap alternative). They just injected a special mold which „converts“ the waste in a matter of only two days into a heathful nourishment tasting nuttily, and it is very rich on vitamins and proteins. The scientists state that it will be possible to make cake, cookies, egg rolls, bread, buns and stuff like that out of it.

And in modern Science Fiction novels this is almost everything which will be replaced by soyfood.

I am anxious to see how long it will take until the first canola based products will be available in our shopping malls shelves. Anyways, this stuff, once it is further developed, will be some useful approach to help ease the nutrient crunch of the Third World.

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Feb 20 2007

Die Milchmädchen-Hausse ist da

Nach längerer Sendepause, bedingt durch zu wenig wirklich freie Zeit und eine gewisse Schreibblockade, endlich mal wieder ein neuer Post in diesem Zirkus;)

Heute geht es um die offensichtlich in Deutschland eingetretene Börseneuphorie Marke Dotcom 2.0. Durch gewisse Frickelei und die Nebelkerzenwerbung von CMC und Co. schwappt eine neue Welle sogenannten dummen Geldes in den Markt – und wie zu erwarten sind das Ziel der „Investoren“ diesmal natürlich nicht die Technologie-Werte, die von diesem dummen Geld durch die Decke gekauft werden, sondern mit den Pennystocks vollkommen andere „Qualitäten“.

Ich fände es tatsächlich mal sehr spannend zu durchleuchten, ob man bei genügend tiefem Buddeln am Ende nicht bei den Sizilianern oder der Russenmafia ankommt – oder wie bei vielen Spam-Netzwerken bei den Neofaschos….
Wie dem auch sei, mit dem Pushen von leeren Unternehmenshüllen hat sich im Internet neben dem Phishing ein offensichtlich hochgradig lukrativer „Markt“ im Sektor des organisierten Betrugs etabliert – und die ganzen dummen Kleinanleger haben ja beim letzten Mal „gelernt“, nie wieder mit so Hochtechnologie-„Blasen“ zu handeln, also „muss“ man ja wohl „offensichtlich“ in Pennystocks gehen, wenn man den schnellen „Reibach“ machen will….

Das Interessante an dieser speziellen Form einer börsenmarktlichen Übertreibungsphase ist, daß die „richtigen“ Märkte davon bisher kaum tangiert sind. Vielmehr taucht das ganze Pusher-Gesindel eher im Kielwasser einer soliden Hausse auf….
Wenn also demnächst der Tag eintreten sollte, daß die Blödzeitung oder eine vergleichbare volksverdummende Medienpräsenz dem dummen Pöbel die Augen öffnet, daß Pennystocks ebenso Müll sind wie „Technologieaktien im Allgemeinen“, wirds zwar wohl kurzzeitig mal etwas im Gebälk des Börsenparketts knirschen, aber weitere (und insbesondere nachhaltigere) Auswirkungen auf den allgemeinen Markt sind da wohl eher nicht zu erwarten….

Und zumindest Investments in die Onlinebroker dürften sich mindestens bis dahin (wenn nicht weit drüber hinaus) gut rentieren 😉

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Nov 26 2006

Investition in Riesterrente ist rausgeworfenes Geld

Da derzeit ja die „die Garantieverzinsung für Riesterrenten wird ab 2007 auf 2,25 % gesenkt“-Sau durchs Dorf der Finanzwelt getrieben wird und die Förderungen auf den ersten Blick gar nicht so uninteressant erscheinen, habe ich mich in den letzten Wochen etwas intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt und die verschiedenen Riester-fähigen Produkte miteinander verglichen. Für mich, Single, kinderlos, mittleres Einkommen und Alter, kam dabei ohne große Verwunderung meinerseits heraus, daß ich wohl mit einem geriesterten Fondssparplan am besten fahren würde.

Da ich nun aber sowieso schon Fondssparen betreibe, lag es nun nahe, sich die Rendite des Riestersparens doch einmal genauer zu betrachten, und so habe ich mir mein Excel gegriffen und mal etwas gerechnet. Ich ging dabei von verschiedenen durchschnittlichen Jahresrenditen von bis zu 8 Prozent aus, um die einzelnen Zinseszinsfaktoren sauber berücksichtigen zu können, und außerdem habe ich die Verwaltungskosten der Einfachheit halber komplett unterschlagen. Ausgabeaufschläge, die bei geRiesterten Fonds natürlich ebenfalls anfallen, sind ebenso unter den Tisch gefallen, machen in der Praxis aber durchaus einen wichtigen Einflussfaktor auf die tatsächliche Rentenhöhe bei Erreichen des Rentenalters aus. Selbstverständlich habe ich die Maximalbeträge für die maximal erzielbare steuerliche Förderung berücksichtigt.

Und was mußte ich herausfinden? Vater Staat verarscht das Volk natürlich wieder einmal nach Strich und Faden und arbeitet der Versicherungsbranche und den Banken brutal in die Tasche!

Wie sollte es auch anders sein, kommt einem da der Gedanke hoch, und auch eine mehrfache Kontrolle und Gegenrechnung über die verschiedenen Kalkulatoren im Web änderte am Resultat nichts. Denn egal mit welchem Zinssatz man rechnet, stets ist das verzinste Kapital nach 35 Jahren Einzahlung exakt 40,25 % größer als wenn man ausschließlich die effektive Eigenquote ohne jedwede Förderung angelegt hätte! Das wiederum bedeutet, die Förderung einschließlich der Steuerersparnis erwirtschaftet in 35 Jahren nur eben jene 40,25 % Mehrwert! Rechnet man dies aufs Jahr runter (35te Wurzel aus 1,4025), so muß man feststellen, daß der durch Riester erzielte Mehrwert nicht einmal 1,0 % ergibt.

Nun steigt mit dem Einkommen zwar auch die Steuerersparnis, was den effektiven jährlich zu zahlenden Eigenanteil schrittweise etwas senkt, allerdings bewegt sich dieses jährliche Renditeplus bei hohen Einkommen (> 3500 EUR / Monat brutto) gerade einmal Richtung 1,2 Prozent. Toll!!
Das heißt also, für eine gesamte Förderung über 35 Jahre in Höhe von 5.464,00 €, mit Zinseszins (angenommen, wir erzielen – hohe – 8 % p.A.) 27.674,71 € und eine Steuerersparnis zwischen 300 und 600 € pro Jahr (Summe 15.000 bis 21.000 EUR bei jeweils 35 Jahren Laufzeit) kommen magere 1,0 bis 1,2 % Mehrrendite gegenüber einer vollkommen ungeförderten Anlage heraus!

Sahne!! Na da frage ich mich doch, warum ich mir diesen Klotz überhaupt ans Bein binden soll, 35 Jahre brav mein Geld einzahle, mir dann dank der harten Schufterei mit 70 einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag hole und mein Geld dann weg ist. Von all den förderungsschädigenden Einschränkungen ganz abgesehen, die ich damit in Kauf nehmen müßte, denn

  • ich dürfte meinen Lebensabend nicht im Ausland verbringen (dies würde eine sofortige Rückzahlungsverpflichtung der Förderung und der Steuervorteile mit sich bringen!)
  • das angesammelte Kapital darf nicht auf einen Schlag ausbezahlt werden; es ist bestenfalls eine einmalige Auszahlung von maximal 30 % der angesparten Summe bei Erreichen des Renteneintrittsalters erlaubt
  • mein vorzeitiges Ableben noch während der Ansparphase würde die schon angesparte Summe ausschließlich einer bis dahin hoffentlich mal vorhandenen Ehegattin (unter großen Einschränkungen!) zur Verfügung stehen, könnte aber keinesfalls an Kinder oder andere Verwandte vererbt werden
  • eine vorzeitige Kündigung wäre ebenfalls mit sofortiger Rückzahlung von Förderung und Steuerersparnis verbunden

Auch mit Frau und Kindern im Boot sieht die Lage nicht rosiger aus, denn zwar steigt damit zwar der Anteil der direkten Förderung, in gleichem Maß sinkt aber dank der Günstigerprüfung auch die Steuerrückzahlung, und die effektive Eigenquote steigt sogar eher noch als daß sie sinkt, wenn wir weiterhin die vollen 2.100 € pro Jahr zurücklegen wollen, da Frau und Kinder idealerweise in einen zweiten Vertrag ohne Eigenbeteiligung einzahlen sollten.

Da erscheint es nun wahrlich erstrebenswerter, auf die Verarsche durch Riester und die Banken- und Versicherungsbranche komplett zu verzichten und stattdessen selbst durch langfristige Fondssparpläne in teilweise deutlich lukrativere Fonds (und idealerweise komplett ohne teure Ausgabeaufschläge) zu investieren, damit gleiche oder sogar wesentlich bessere Performance zu erwirtschaften und auf all die Nachteile der Riesterlösung verzichten zu können. Denn 5 % Ausgabeaufschlag (AA) machen bei rund 1.500 € schon 75 € aus, also rund die Hälfte der Single-Förderung, und die theoretische Mehrrendite der Riesterlösung verpufft in nahezu allen Fällen der am Markt befindlichen Produkte locker in den Vertriebs- und Verwaltungskosten.

So wie ich das sehe, muß ich also wohl entweder einen Denkfehler in meinen Berechnungen begehen, oder das ganze Riesterzeug ist letztendlich Dummenfang und aus Sicht eines jeden, der rechnen und Excel bedienen kann, einfach überflüssig und eine riesige Volksverarsche.

Um eine Nachvollziehbarkeit meiner Berechnung zu ermöglichen, füge ich hier selbstverständlich einen vergrößerbaren Screenshot meines Excelblatts bei:

Berechnungen zur Belegung der Ineffizienz aller Riesterprodukte

Update 13.12.2006:
Was für ein Riesenmarkt die Riesterabzocke ist, und daß selbst meine Exceltabelle noch extrem für Riester schöngerechnet ist, zeigt ein Artikel auf www.faz.net auf. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, daß alleine rund 4.000 Euro der insgesamt knapp 75.000 Euro Einzahlungssumme an „Abschlusskosten“ in Logikwölkchen aufgehen. Wenn die Riestermaschinerie nun auch noch in großem Stil mit dem Zillmern selbst der Fondssparpläne beginnt, bringen ausgerechnet die normalerweise lukrativsten Jahre prozentual extrem wenig Rendite.
Ganz zu schweigen von dem Problem, daß bisher kaum ein Anbieter von Riester-Fondssparplänen damit herausrückt, wieviel des angesammelten Vermögens zum Ende der Einzahlungsphase für die klassische Rentenversicherung für die Auszahlungsphase größer 85 Jahre eingesackt wird (die mir vorliegenden Zahlen sprechen von bis zu 30 Prozent!)

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