Webdeveloper, 14.09.2005

Ich bin k�rzlich auf einige Extensions f�r Firefox gesto�en, die zwar zum gr��ten Teil wohl schon seit geraumer Zeit existieren, die ich jedoch inzwischen als Webdeveloper nicht mehr missen m�chte. Interessant ist, da� sie zum gro�en Teil Bed�rfnisse befriedigen, die zuvor gar nicht existierten ;) Da sollten sich einige Marketing-Fuzzies mal eine Scheibe von abschneiden.

Als erstes w�re da MeasureIt! zu nennen. Das Tool macht augenscheinlich nichts anderes als links unten in der Statusleiste ein kleines Icon einzubinden, das, wenn man es anklickt, den Mauszeiger in ein Fadenkreuz umwandelt. Dieses Fadenkreuz hat es dann aber in sich, denn wenn man nun die linke Maustaste wie zum Markieren bet�tigt, entsteht wie von Zauberhand ein transparentes Overlay, in dessen rechter oberer Ecke eine Fahne die exakten Dimensionen des markierten Bereichs in Pixeln ausgibt. L��t man die Maustaste los, bleibt der markierte Rahmen bestehen und kann nun frei positioniert werden. Dies ist sehr praktisch, wenn man bestimmte Dimensionierungen exakt nachmessen m�chte, ohne extra einen Screenshot von der Website zu erstellen und ein Bildbearbeitungsprogramm zu starten.

Gerade in das Horn mit dem Screenshot tutet allerdings die zweite Extension namens Screen Grab. Einmal installiert, stehen im Kontextmen� des Browserfensters drei neue Aktionen zur Verf�gung - Save [document | viewport | window] as image.

Das Angenehmste hieran ist, dass zum Beispiel bei “Save document” tats�chlich die gesamte Seite als Bild gespeichert wird, also quasi automatisch gescrollt wird. Dies beherrschen sonst nur recht teure Screenshotter wie etwa HyperSnap DX. Ich finde, eine sehr praktische Extension, wenn man mal eben schnell dem Kunden einen Screenshot eines Entwicklungsdummys r�berschicken m�chte.

Dann m�chte ich auch noch auf View rendered Source zu sprechen kommen - insbesondere f�r Entwickler, die sehr viel HTML-Code via Javascript dynamisch generieren lassen, ist diese Erweiterung sehr praktisch, denn sie zeigt den HTML-Code an, der tats�chlich im Browser angezeigt wird, nicht blo� das, was in der HTML-Seite definiert wurde. Da ich @work unter Anderem ein in DHTML geschriebenes Treemen� f�r unser DMS betreue, ist dies eine gr��e Hilfe, den erzeugten HTML-Code auf korrekte Tag-Verschachtelung und -generierung zu �berpr�fen.

Zu guter letzt w�re dann noch TAW3 with a Click zu nennen, eine Erweiterung, die insbesondere f�r Entwickler mit dem Anspruch, barrierefreie Websites zu erstellen, sehr hilfreich sein d�rfte, denn hiermit kann man seinen Output sehr bequem �ber ein Icon unten rechts in der Statusleiste auf eben diese Barrierefreiheit hin �berpr�fen - zumindest, soweit sich diese Pr�fung automatisieren l��t, denn einige wichtige Aspekte eines barrierefreien Webauftritts sind ohne manuelle �berpr�fung nicht zu validieren.

Wordpress, 13.09.2005

Nachdem ich gestern diverse Spam-Kommentare in den wenigen bisher veröffentlichten Beiträgen gefunden habe, wurde mir eine der bis dato eklatantesten Lücken von PluggedOut v1.9.01 offenbart - weder ist eine Spam-Protection vorhanden, noch sind die Admin-Seiten hinreichend geschützt.

Außerdem bin ich bei unblogbar auf einen hervorragenden Vergleichstest der diversesten Blog-Programme gestoßen, und beim Stöbern in dieser inzwischen recht umfangreichen Liste bin ich dann letztlich bei WordPress hängen geblieben. Kurzer Download, schneller Check auf meinem lokalen Webserver, ein Blick ins Template-System und die diesbezügliche Doku, und der Entschluss stand fest - wechseln der Blog-Software, kaum, dass meine Blogger-”Karriere” angefangen hat ;)

Und so habe ich den heutigen Abend (oder besser: die halbe Nacht) damit zugebracht, mein PluggedOut-Theme auf WordPress zu übertragen und WordPress mit sinnvollen Plugins gegen Spammer abzudichten. Ich muss sagen, ich bin von dieser Software noch einige Meilen begeisterter als von PluggedOut. Jedoch spricht der Grad der Ausgereiftheit einfach für WordPress, und daran ist aktuell halt nichts zu ändern :)

Datensch(m)utz, 11.09.2005

Beim gemütlichen Surfen bin ich zufällig beim hohlen Zeh auf eine interessante Meinung zum Thema Kundenkarten gestoßen, die zufällig mit meiner weitestgehend deckungsgleich liegt.

Mir geht es jedesmal extremst gegen den Strich, wenn ich beim Einkaufen/Tanken/whatsoever von einer freundlichen (oder oft auch weniger freundlichen, weil extrem genervten und gelangweilten) Verkäuferin nach meiner <Kartenname einfügen>-Karte gefragt werde… nein, ich habe mein Hirn noch nicht ausreichend aufgeweicht, um mich freiwillig und sehenden Auges von euch durchleuchten und zum gläsernen Konsumenten machen zu lassen!….liegt mir jedesmal auf der Zunge, und ich schlucks jedesmal runter, da die Tussie am Tresen ja eigentlich nichts dafür kann, die Datensammelwut ihres Arbeitgebers per Dienstanordnung an allen Kunden praktizieren zu müssen.

c't Schlagseite Ausgabe 15 / 2005Ich bekomme jedesmal einen gepflegten Kackreiz, wenn Menschen aus meinem persönlichen Umfeld, die ich zum großen Teil eigentlich zur intelligenteren Randgruppe des Bürgerquerschnitts zähle, mir stolz wie Oskar erzählen, dank ihrer <Kartenname einfügen>-Karte hätten sie beim letzten Großeinkauf soviele Punkte gesammelt, wenn das so weiterginge, könnten sie sich in drei Jahren das Beautywochenende aus der Prämienliste raussuchen - ja herrgottszeiten noch eins, erstens ist dieser “Rabatt” eingepreist, und zweitens gibts die Prämie gar nicht mehr, wenn ihr endlich genug Gläserner-Konsument-spielen hinter euch habt, diese vollkommen überteuerte “Prämie” in Anspruch zu nehmen!

Ich frage mich, wann es gewissen Kaufhausbossen endlich durch entsprechend manipulierte statistische Auswertungen auffallen wird, dass ein signifikanter Prozentsatz der Barzahler keine Kundenkarte mit sich herumschleppt, während nahezu alle Plastikgeld-Zahler sich mit Vorliebe freiwillig aushorchen lassen. Die konsequente unternehmerische Entscheidung an diesem Punkt wäre dann nämlich die flächendeckende Einführung von RFIDs oder das Aufhängen eines Schilds über jeder Kasse:

“Barzahlung ist in diesem Etablissement unerwünscht”.

Politik,

Die heutigen Nachrichten waren - nicht ohne Ironie seitens der jeweiligen Sprecher bzw. Redakteure - voll von den neuesten Umfrageergebnissen, denen zufolge Schwarz/Gelb keine eigene Mehrheit mehr auf die Kette kriegt, wäre jetzt Bundestagswahl.

Apropos - CNN schaltet ja richtiggehend penetrant überall Werbung, dass sie diesem weltweit wichtigen Event (als ob es nen Opiumbauer irgendwo in der chinesischen Provinz interessieren würde, was hierzulande geschieht) live beiwohnen werden. Na wenn’s sein muss…

Doch back 2 topic: wie man sich anhand des Titels dieser Zeilen mittels Zuhilfenahme etwa zweier Neuronen Hirnschmalz zusammenreimen kann, darf man mich wohl nicht wirklich als Anhänger der Union bezeichnen :D Allerdings, nur fürs Protokoll, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich die Idee einer Kanzlerin an sich und volkommen parteineutral sehr klasse finde und voll unterstützen würde - wenn es nicht ausgerechnet Zonengabi - Verzeihung, Angela Merkel - wäre….

Den meisten von uns dürfte eh klar sein, dass man hier nicht die bessere Partei wählt, sondern lediglich das kleinere Übel, jedoch wirkte bewusste Meldung des Tages wie ein Trigger zur Auslösung des sprichwörtlichen inneren Reichsparteitages. Allerdings paart sich diese Information direkt mit einer neuen Ungewissheit - droht uns nun im schlimmsten Fall gar Rot-Dunkelrot-Grün???

Dies wäre imho so ziemlich das Schlimmste, was uns je passieren könnte. Nicht nur, dass die Ökospinner as fast as possible aus dem Regierungsverkehr gezogen gehören, wir müssen alles dafür tun, damit die ewiggestrigen kommunistischen Knallchargen auf gar keinen Fall auch nur ein Wort im Regierungsgeschäft mitzureden haben - sonst kann Deutschland endgültig einpacken und die drei Finger heben.

Wie es aktuell aussieht, dürfte es also auf eine große Koalition hinauslaufen. Diese ist selbstverständlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss, jedoch hätten wir damit wenigstens die Chance, endlich einige Reformen durchgezogen zu bekommen.
Machen wir uns doch nichts vor: aktuell ist es so, dass sich rot und grün zerfleischen, bis sie ein kompromissfähiges Gesetzesentwurfspapier für die Reform XY auf die Kette bekommen, und der durch und durch schwarze Bundesrat blockt es dann ab, und die ganze schöne Reform versackt irgendwo im Sande.
Im Falle einer großen Koalition wäre aber wenigstens das zweite Hauen und Stechen obsolet, und mit dem so gewonnenen kleinsten gemeinsamen Nenner könnte man dieses Land wenigstens ein bisschen regieren und reformieren.

Wir werden den Ausgang dieser Wahlen, egal wie das Ergebnis ausfallen mag, noch früh genug erfahren - wenngleich sich die Bekanntgabe des finalen Wahlergebnisses ja dank des vorzeitigen und ungeplanten Ablebens dieses braunen Luders nun offenbar um einige Wochen verzögern wird….

Allgemeines,

Heute war mal wieder Popcorn-Kino angesagt - ein alter Schulfreund, den ich seit gut zwei Jahren nicht mehr live getroffen habe, hat mich breitgeschlagen, mit ihm und seiner Freundin das neueste Werk von Wes Craven (Scream und Co.) Red Eye in Augenschein zu nehmen. Also habe ich mich breitschlagen lassen, den weiten Weg in die tiefste niederrheinische Provinz Krefeld auf mich zu nehmen :D

Um es kurz zu sagen, der Film ist ein Craven und auch wieder nicht, denn für Cravens Verhältnisse fließt erstaunlich wenig Blut. Insofern wurden meine Erwartungen deutlich übertroffen. Menschen mit Flugerfahrungen und diesbezüglichem technischem Knowhow werden allerdings bemängeln, dass die Außenansicht des Fliegers (eine Boing 737) und die Innenaufnahmen nicht zueinanderpassen (die 737 hat nur zwei Reihen a 3 Sitze und einen Mittelgang, im Film sind es aber zwei 2er- und eine 3er-Reihe sowie zwei Gänge) und diverse andere Kleinigkeiten bekritteln.

Dem Filmspass tut das indes nicht wirklich Abbruch; der sadistische Zyniker in mir genoss den Augenblick, als die Protagonistin dem Herrn Erpresser mit einem Kugelschreiber demonstrierte, was man allgemein als “Stechen im Hals” bezeichnet :D

Bemängeln muss ich in Hinblick auf den heutigen Kinogang hingegen einen offenbar momentan um sich greifenden Trend, dass die Filme anscheinend immer kürzer werden und die Werbung davor immer länger. Bekam man in der guten alten Deutschmark-Zeit für 14 Mark (was an sich schon teuer genug war) noch in der Regel mindestens 90, wenn nicht sogar 120 Minuten Filmvergnügen und maximal 15 Minuten Werbung serviert, sinds inzwischen in der Regel 30 Minuten Werbung und eher 75 Minuten Filmgenuss bei ca. 8 Euro.

Dies fiel mir letzte Woche schon bei “Transporter - The Mission” auf, greift aber offenbar um sich. Es sieht wohl so aus, dass sich herumgesprochen hat, dass Kinopreise wie so viele andere Luxus-Artikel preislichen Schmerzgrenzen unterliegen, und statt die Preise weiter anzuheben, werden die Filmzeiten nun kürzer und die Werbung länger - vom penetranten Product Placement mal ganz abgesehen.

In Zeiten, da praktisch jeder Kinofilm kurz nach seiner Erstveröffentlichung in brauchbarer Qualität in den einschlägigen Tauschbörsen auftaucht, haben gewisse Unternehmensbosse wohl immer noch nicht kapiert, dass sich solche Dinge herumsprechen und sich die Leute nicht auf Dauer verarschen lassen. Besonders pervers wird dies übrigens in dem Zusammenhang, dass der Werbeblock grundsätzlich mindestens einen Spot der berüchtigen “Raubkopierer sind Verbrecher - und kassieren bis zu fünf Jahre Knast”-Reihe der GVU enthält - unter dem Aspekt, dass man gerade pro Person 8 Euro an der Kasse gelassen hat, um für einen Film ehrlich zu zahlen, den man genausogut vollkommen kostenlos aus dem Internet saugen könnte, ein ziemlicher Affront.

Ich bin gespannt, wann hier endlich ein Umdenken erfolgt….

Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir gerade etwas auf, das ich als praktisch werbeimmuner Angstkunde der Marketing-Fuzzies überhaupt nicht bewußt wahrgenommen habe - der Werbeblock vorm Film enthielt heute - ganz anders als noch vor einer Woche beim Transporter - nicht einen einzigen Spot für Alkoholika oder Tabakwaren. Das wäre allerdings ein Trend, der gerne Schule machen darf!

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