Leben an sich, 07.12.2008

Diese Zeilen schreibe ich gerade aus dem beschaulichen Daventry im englischen Northamptonshire. Meine voraussichtlich letzte Dienstreise dieses Jahres führt mich für knapp eine Woche hierher, um einigen Mitarbeitern eines Kunden in den mannigfaltigen Möglichkeiten unserer Software zu schulen.

Aufgrund einiger Verzögerungen im Vorfeld war es mir leider nicht mehr möglich, einen Direktflug von Düsseldorf nach Birmingham zu ergattern. Aus der verfügbaren Auswahl Zwischenstationen (München, Frankfurt, Amsterdam, Paris) entschied ich mich für Frankfurt. Das machte es zwar einigermaßen witzlos, die kurze Strecke von D’dorf nach FFM mit nem Flieger zu überbrücken, andererseits habe ich aber auch keine Lust, Freitag abend noch spät in einen Zug zurück nach Essen zu steigen und erst weit nach Mitternacht wieder die heimische Haustüre zu öffnen, und so war das die beste Alternative.

Dank des sehr klaren Wetters heute hatte ich während des Flugs von FFM nach Birmingham immerhin durchweg klare Sicht nach “unten”, und insbesondere das Überfliegen des Metropolkomplexes London war daher ein spektakulärer Anblick. Obendrein ist das mein erster Besuch in den UK seit rund 20 Jahren, insofern habe ich mich schon längere Zeit auf diesen Trip gefreut. Immerhin habe ich nun auch endlich mal wieder die Gelegenheit, mein Englisch durch den intensiven Kontakt mit Native Speakern aufzupolieren.

Kalt ist es hier zwar, aber ich habe ja auch nicht vor, auf den Spuren von Robin Hood draußen in Strumpfhosen herumzuhoppeln (Nottingham und der Sherwoodforest sind nicht allzu weit entfernt). Da halte ich mich an diesem Abend doch lieber in meinem gut geheizten und sehr gemütlichen Hotelzimmer auf ;)

Allgemeines, 23.11.2008

Von Donnerstag auf Freitag war ich kurzfristig dienstlich im Süden Deutschlands unterwegs, und selbstverständlich musste ich mich Freitag nachmittag dann gerade mitten auf der Sauerlandlinie (die A45) in Höhe von Gießen befinden, als das Schneechaos über Deutschland hereinbrach. Das verzögerte zwar meine Heimfahrt ungeplant um rund zwei Stunden, nichts desto trotz bin ich abends gegen 20 Uhr heil @home angekommen.

Hier in Essen war es zu dem Zeitpunkt zwar vergleichsweise kühl bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, aber von Schnee noch weit und breit keine Spur. Diese Freude hatte ich dann allerdings gestern morgen. Kurz vor 08:00 weckten mich pickende/prasselnde Geräusche an meiner Schlafzimmer-Balkontür, und als ich nach dem Rechten sehen wollte, erwartete mich der Anblick eines komplett eingeschneiten Straßenzugs. Die Sonne ging gerade auf, der Himmel war nur teilweise bewölkt, die Lichtstimmung war einfach großartig und schrie einfach nur danach, im Bild festgehalten zu werden.

Also flugs die Cam ausgepackt und einige Serien geschossen. Anbei findet ihr zwei Panoramen der Aussicht aus meinem Schlafzimmerfenster - wenn man das so sieht, glaubt man nicht, daß ich mich beim Schuss mitten in der Metropole Essen befunden habe.

Wo wir gerade beim Thema Fotografieren sind: man möchte gelungene Motive ja hin und wieder auch zu Papier bringen, gelegentlich auch in richtig großen Formaten. Da ich derzeit nach und nach einige Anbieter im Netz für den großformatigen Print meiner schönsten Bilder ausprobiere, kam da eine Sampling-Kampagne bei Trigami des Anbieters PosterXXL gerade recht.

Ich habe Sonntag abend eine leicht aufbereitete Fassung meines beliebten Eiffelturm-Motivs versendet, am Mittwoch kam nach Auskunft meines Nachbarn, der die Lieferung für mich angenommen und mir vorhin vorbeigebracht hat, das fertige 80×60cm-Poster schon an. Die Bildqualität ist klasse, gutes Papier, schöne Schärfe, ich bin sehr zufrieden. Nun muss ich die Tage mal losrennen und einen passenden Rahmen organisieren.

Leben an sich, 16.11.2008

Wie ich in meinem letzten Beitrag ja geschrieben hatte, hat ja Ende Oktober mein altes Schätzchen das Zeitliche gesegnet, eine Komplettreparatur des kapitalen Motorschadens und all der kleinen weiteren Blessuren des Fahrzeugs hätten sich nicht mehr gerechnet.

Ergo musste auf absehbare Zeit für einen adäquaten Ersatz gesorgt werden, denn die verschiedenen Alternativen sahen unerquicklich aus:

  1. Als Ersatzfahrzeug für ein paar hundert Euro einen Seelenverkäufer beschaffen: Gleiches Risiko absehbaren Totalausfalls wie im Falle einer Reparatur des alten 323, auf mittelfristige Sicht von bestenfalls ein bis zwei Jahren lediglich Verschiebung des Problems einer durchdachten Neuanschaffung; und ich hasse es, Probleme/Aufgaben nicht zu lösen, sondern nur vor mir herzuschieben
  2. Komplettverzicht auf eigenen fahrbaren Untersatz: fürs reine Berufsleben wäre das in der Tat eine Alternative gewesen, da das ÖPNV-Netz hier im Ruhrgebiet zumindest tagsüber sehr dicht ist, und für meine Dienstreisen kämen Bahn, Flug und Mietwagen ebenso in Frage wie bisher. Allerdings hätte mein Privatleben extrem unter Autolosigkeit gelitten, da mich meine Freizeitrouten dummerweise meist über weitere Strecken und insbesondere aus dem Ruhrgebiet hinaustragen - ÖPNV-Netz am Wochenende also keine Alternative, Einsiedlerleben auch nicht. Fazit: gestrichen
  3. Beschaffung eines möglichst jungen Gebrauchtfahrzeugs mit moderatem Spritverbrauch und guter steuerlicher wie versicherungstechnischer Einstufung: bei genauerer Betrachtung die beste Alternative, wenn auch die teuerste.

Und wie das mit dem Herrn Murphy ja glücklicherweise nicht selten der Fall ist, haut er dir nicht nur immer wieder dicke Knüppel zwischen die Beine, sondern legt dir regelmäßig und zeitnah zur Katastrophe neue Gelegenheiten vor die Füße. In diesem Fall war das der glückliche Umstand, daß ein ehemaliger Arbeitskollege, der bei seinem neuen Arbeitgeber nun einen Dienstwagen hat, sich endlich um den Verkauf seines PRivatwagens kümmern wollte. Darüber hinaus bekam ich von ihm die sehr nette Gelegenheit, den Wagen einige Tage Probe zu fahren und mir einen genaueren Eindruck zu verschaffen.

Kurzum: wir sind uns sehr schnell handelseinig geworden, und so bin ich nun stolzer Besitzer eines Peugeot 307 2.0i mit 103 KW / 140 PS, königsblau-metallic, 3,5 Jahre jung bei rund 50.000 km Laufleistung in scheckheftgepflegtem Zustand.

Damit habe ich zwar die Regeln Eins bis Drei des Autokaufs in den Wind geschlagen (”Kauf keine Franzosen”), doch meine Familie fährt seit über 30 Jahren französische Fahrzeuge, insofern weiss ich genau, auf was ich mich da einlasse. Allerdings werde ich mit diesem neuen Wagen auf absehbare Zeit nicht mehr als Kilometerreiter für die Firma unterwegs sein - die Zeiten, da man mit einem alten Wagen Spesen sammeln konnte, sind für mich nun vorerst leider vorbei.

Allgemeines, 17.10.2008

Seit eben bin ich bis auf weiteres wieder reiner Fußgänger, denn mein geliebter alter Mazda 323 BG, Baujahr 1992, ist von uns gegangen. Gestern morgen, auf dem Weg zur Arbeit, zuckelte ich gerade auf der A42 durch die beim AK Herne beginnende Baustelle, als ein plötzlicher Leistungsabfall ein ernsthaftes Problem mit dem Wagen verkündete. Glücklicherweise war ich schon fast durch die Baustelle durch, so daß ich mit der Restfahrt wenigstens noch bis zur Ausfahrt des direkt nach der Baustelle gelegenen Parkplatzes rollen konnte. Das ersparte mir, in einer vielbefahrenen Autobahnbaustelle zu einem lebensgefährlichen Hindernis zu werden.

Auf dem Parkplatz angelangt, starb der Motor dann auch endgültig und ließ sich nicht mehr dazu überreden wieder anzuspringen. Der herbeigerufene Profi vom ADAC fand sehr schnell heraus, daß wohl der Zahnriemen das Zeitliche gesegnet hat und schleppte mich von der Autobahn bis zum nächstgelegenen ATU - nicht gerade meine erste Wahl, aber nu, man kann in manchen Situationen nicht allzu wählerisch sein.

Ich habe mit den ATU-Jungs dann immerhin einen Festpreis vereinbart - rund 200 Euro für nen neuen Zahnriemen, falls der Wagen damit wieder läuft, oder 110 Euro Arbeitsaufwand, falls er nicht tut, dann also keinerlei Materialkosten für nix und wieder nix. Da Mazda in den alten 323ern sogenannte Freiläufer als Motoren eingebaut hat, bestand immerhin eine realistische Chance, daß der gerissene Zahnriemen den Motor nicht vollkommen ruiniert hat, also hieß es für mich, mit dem ÖPNV irgendwie zur Arbeit zu kommen und auf Nachricht zu warten.

Jene kam vorhin, und sie fiel leider ernüchternd aus. Denn der Zahnriemen hat dem Motor tatsächlich den Garaus gemacht. Allerdings nicht durch Riss, sondern dem Riemen hat es einfach rund die Hälfte seiner Zähne weggehobelt, und da war dann auch mit Freilauf wohl nichts mehr zu retten. Jedenfalls ist die Nockenwelle nicht mehr zu bewegen, was darauf hindeutet, daß die Ventile doch krumm wie ein Stück Holz sind. Eine aufwendige Motorreparatur oder gar ein Ersatzmotor lägen aber weit jenseits des Zeitwerts des Wagens, und damit war das dann das unausweichliche Todesurteil für das gute Stück.

Falls jemand Ersatzteile für einen Mazda 323 BG, Schrägheck, 1.3 Liter 16 V, benötigt, meldet euch bei mir, immerhin muss ich das Wägelchen ja nun noch der Wertstoffwiederverwertung zuführen, und wenn einige Teile in anderen Wagen überleben, soll es mir recht sein ;)

Update 25.10.2008: Ich habe tatsächlich einen Käufer für das alte Stück gefunden, bzw. einer der Mechaniker der ATU-Niederlassung rief mich am Dienstag an und erkundigte sich, ob ich den Wagen schon vertickt hätte, denn anderenfalls wäre er interessiert. Vorgestern, am Donnerstag, habe ich den Mazda dann beim Straßenverkehrsamt abgemeldet und mich nachmittags mit dem Mechaniker getroffen, wo wir dann den Verkauf von privat an privat über den symbolischen Gegenwert in Höhe von 30,00 EUR abgewickelt haben. Natürlich bleibt da der kleine Hintergedanke, daß ATU darauf gepokert haben mag, den Wagen günstig zu zocken, wieder instand zu setzen und dann für einige Hundert Euro selbst weiterzuverticken. Ich halte das aber für einigermaßen unwahrscheinlich (ich muß ja nicht immer der Paranoideste von allen sein, gell ;) ), und so hat mir dieser kleine Deal auf jeden Fall den Aufwand erspart, mich um einen Entsorger zu kümmern und den Wagen irgendwie vom ATU-Gelände wegschaffen zu müssen. Sauberer Abschluss also.

Finanzen, 10.10.2008

Da braucht es wohl nicht mehr viele Worte:

Massive Kursverluste an den Börsen weltweit
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