Seit eben bin ich bis auf weiteres wieder reiner Fußgänger, denn mein geliebter alter Mazda 323 BG, Baujahr 1992, ist von uns gegangen. Gestern morgen, auf dem Weg zur Arbeit, zuckelte ich gerade auf der A42 durch die beim AK Herne beginnende Baustelle, als ein plötzlicher Leistungsabfall ein ernsthaftes Problem mit dem Wagen verkündete. Glücklicherweise war ich schon fast durch die Baustelle durch, so daß ich mit der Restfahrt wenigstens noch bis zur Ausfahrt des direkt nach der Baustelle gelegenen Parkplatzes rollen konnte. Das ersparte mir, in einer vielbefahrenen Autobahnbaustelle zu einem lebensgefährlichen Hindernis zu werden.
Auf dem Parkplatz angelangt, starb der Motor dann auch endgültig und ließ sich nicht mehr dazu überreden wieder anzuspringen. Der herbeigerufene Profi vom ADAC fand sehr schnell heraus, daß wohl der Zahnriemen das Zeitliche gesegnet hat und schleppte mich von der Autobahn bis zum nächstgelegenen ATU - nicht gerade meine erste Wahl, aber nu, man kann in manchen Situationen nicht allzu wählerisch sein.
Ich habe mit den ATU-Jungs dann immerhin einen Festpreis vereinbart - rund 200 Euro für nen neuen Zahnriemen, falls der Wagen damit wieder läuft, oder 110 Euro Arbeitsaufwand, falls er nicht tut, dann also keinerlei Materialkosten für nix und wieder nix. Da Mazda in den alten 323ern sogenannte Freiläufer als Motoren eingebaut hat, bestand immerhin eine realistische Chance, daß der gerissene Zahnriemen den Motor nicht vollkommen ruiniert hat, also hieß es für mich, mit dem ÖPNV irgendwie zur Arbeit zu kommen und auf Nachricht zu warten.
Jene kam vorhin, und sie fiel leider ernüchternd aus. Denn der Zahnriemen hat dem Motor tatsächlich den Garaus gemacht. Allerdings nicht durch Riss, sondern dem Riemen hat es einfach rund die Hälfte seiner Zähne weggehobelt, und da war dann auch mit Freilauf wohl nichts mehr zu retten. Jedenfalls ist die Nockenwelle nicht mehr zu bewegen, was darauf hindeutet, daß die Ventile doch krumm wie ein Stück Holz sind. Eine aufwendige Motorreparatur oder gar ein Ersatzmotor lägen aber weit jenseits des Zeitwerts des Wagens, und damit war das dann das unausweichliche Todesurteil für das gute Stück.
Falls jemand Ersatzteile für einen Mazda 323 BG, Schrägheck, 1.3 Liter 16 V, benötigt, meldet euch bei mir, immerhin muss ich das Wägelchen ja nun noch der Wertstoffwiederverwertung zuführen, und wenn einige Teile in anderen Wagen überleben, soll es mir recht sein
Update 25.10.2008: Ich habe tatsächlich einen Käufer für das alte Stück gefunden, bzw. einer der Mechaniker der ATU-Niederlassung rief mich am Dienstag an und erkundigte sich, ob ich den Wagen schon vertickt hätte, denn anderenfalls wäre er interessiert. Vorgestern, am Donnerstag, habe ich den Mazda dann beim Straßenverkehrsamt abgemeldet und mich nachmittags mit dem Mechaniker getroffen, wo wir dann den Verkauf von privat an privat über den symbolischen Gegenwert in Höhe von 30,00 EUR abgewickelt haben. Natürlich bleibt da der kleine Hintergedanke, daß ATU darauf gepokert haben mag, den Wagen günstig zu zocken, wieder instand zu setzen und dann für einige Hundert Euro selbst weiterzuverticken. Ich halte das aber für einigermaßen unwahrscheinlich (ich muß ja nicht immer der Paranoideste von allen sein, gell
), und so hat mir dieser kleine Deal auf jeden Fall den Aufwand erspart, mich um einen Entsorger zu kümmern und den Wagen irgendwie vom ATU-Gelände wegschaffen zu müssen. Sauberer Abschluss also.