Datensch(m)utz, 11.09.2009

Durch eine Tickermeldung bei heise online bin ich auf das in Entwicklung befindliche Firefox-Addon namens FaceCloak gestolpert. Sinn und Zweck dieses Addons soll wohl sein, bestimmte Informationen, die man selbst im Anfall von Seelenstriptease auf der Seite veröffentlicht, nur bestimmten “Freunden” zugänglich zu machen, alle anderen mit Zugriff auf das eigene Profil würden dort nur verschlüsseltes Kauderwelsch sehen.

Na wie hirnrissig ist denn das? Das oberste Gebot in Zusammenhang mit sensiblen persönlichen Daten ist und bleibt Datensparsamkeit - indem man also seine privaten Schwachheiten erst gar nicht ins Netz stellt, sondern sensiblere Dinge - wenn überhaupt - nur realen Freunden im persönlichen Gespräch anvertraut, entsteht erst gar nicht das “Problem”, welches eine “Lösung” wie dieses ominöse und proprietäre Addon “erfordert”.

Leben an sich, 07.09.2009
  • Die Formulierung “…wenn sich Männlein und Weiblein zu einer Paarungsgemeinschaft zusammenfinden…” als Umschreibung für ein Pärchen, das sich frisch kennengelernt hat, ist offenbar wenig alltäglich genug um damit bei meinen Mitmenschen für große Erheiterung zu sorgen. Gleicher Effekt mit der Aussage “Es ist ja inzwischen en vogue, sich südlich der Augenbrauen von jedweder Körperbehaarung zu verabschieden” (es ging um das Thema Intimrasuren)…das war sogar pointiert genug, einen Redakteur einer regionalen Tageszeitung zu einem Artikel über dieses Thema zu ermuntern ;)
  • Für Netbooks konnte ich inzwischen endlich zwei praktische Anwendungsfälle beobachten: 1. wenn man als Geocacher mit GPS, Netbook und UMTS-Stick durch die Karpathen rennt…, 2. zur Aufnahme von Bildserien, die hinterher als HDR aufbereitet werden sollen, ist es damit möglich, die DSLR-Kamera verwackelungsfrei fernzusteuern.
  • Kreditgegner, der ich eigentlich bin, finde ich in sogenannten Verfügungskonten wider Erwarten eine Form kurzfristiger Beschaffung flüssiger Mittel, der ich zumindest für solche Leute einen großen Nutzen zuspreche, die ihre Finanzen im Überblick haben und sich lediglich kurzfristig etwas mehr Spielraum verschaffen möchten, dabei aber keinen langfristigen Kredit am Bein haben wollen (drüber gestolpert im Rahmen meiner Planungen zur LPG-Umrüstung meines PKW)
Finanzen, Leben an sich, 05.09.2009

Eigentlich schon seit der Anschaffung meines 307 Ende letzten Jahres (ich berichtete) habe ich den Gedanken hin und hergewälzt, eine Umrüstung des Fahrzeugs auf Autogas (LPG) vornehmen zu lassen. Insbesondere als endlich feststand, daß die Mineralölsteuer bis Ende 2018 auf dem aktuellen niedrigen Satz festgeschrieben wird, gewann diese Idee deutlich an Attraktivität.

Nun ist der Punkt gekommen, da ich diesen Gedanken wieder aufgegriffen habe und regelrecht schwanger mit der Idee bin. Entsprechende Recherchen in den Untiefen des weltweiten Haifischbeckens und insbesondere Feedback von begeisterten Gasfahrern haben mich nun zur Entscheidung getrieben, die Nummer durchzuziehen:

  • Der Peugeot 307 läßt sich hervorragend auf LPG umrüsten
  • Das Ersatzrad (Vollrad, kein Notlaufrad) ist in einer Mulde unter dem Kofferraum - in dieser Mulde läßt sich ohne Verlust an Kofferraum und Funktionalität ein 67-Liter-Radmuldentank unterbringen
  • Mit der Vialle LPi 7 gibt es am Markt einen hervorragenden Umrüstsatz, der im Unterschied zu den klassischen Verdampfer-Bausätzen mit einer Einspritzung von flüssigem LPG in die Zylinder arbeitet - Kosten für den Einbau mit allem Happ und Zapp ca. 2.500 - 2.700 Euro
  • Bei den rund 25.000 - 26.000 km, die ich pro Jahr verfahre, amortisiert sich diese Anschaffung unter Berücksichtigung eines Mehrverbrauchs auf Gas von ca. 25% und bei Betrachtung aktueller Spritpreise von ca. 1,35 EUR / l Super und 0,62 EUR / l LPG nach weniger als zwei Jahren
  • Es ist eher mit steigenden statt stagnierenden oder gar sinkenden Preisen für klassisches Benzin zu rechnen - die Gaspreise sind hingegen seit langer Zeit stabil (gut, keine Garantie für die Zukunft; ich erwarte im Gegenteil eigentlich sogar, daß die Gaspreise früher oder später ebenfalls etwas anziehen werden). Auf lange Sicht spart man auf LPG also bares Geld (das sich beispielsweise prima als Rücklage für einen neuen Wagen eignet).

Ich habe diese Woche begonnen, Angebote bei verschiedenen Umrüstern in der näheren und ferneren Umgebung (bis ca. 200 km Entfernung) anzufordern. Interessanterweise haben von den ersten sechs Anbietern vier schon innerhalb eines Tages reagiert und mir Angebote per Email zugesendet. Versucht so etwas einmal bei DAX-Unternehmen; da könnt ihr froh sein, wenn erstens übwerhaupt eine Antwort kommt und zweitens diese euch noch vor eurem Ableben erreicht.

Sobald ich mich für ein Angebot entschieden habe und es sozusagen ernst wird, werde ich wieder berichten…

Operating Systems, 02.09.2009

Seit Mitte Mai nenne ich ja ein neues Dienstgerät mein Eigen, ein schickes Dell Precision M4400 mit Core2 Duo T9400 @2,53 GHz und in der Folge voll 64bit-tauglicher Hardwareumgebung. Folgerichtig hatte ich mich auch von vornherein auf ein 64bittiges Windoof als Basis entschieden (im Zusammenhang mit den Malessen um ESET NOD32 4.0.x und Vista SP2 hatte ich darüber schon einige Worte fallen lassen).

Early Adopter, der ich nun einmal ab und an mal ganz gerne bin, nutzte ich selbstverständlich die Gelegenheit des frühestmöglichen Wechsels zu Windows 7. Mit der Freigabe von Windows 7 und dessen Verfügbarkeit im MS Technet war ich in unserer Firma Nummer 2 nach einem unserer Vorstandsmitglieder, den “mutigen Schritt” zum Wechsel zu vollziehen.

Der Umstieg als solcher ging auch vollkommen glatt (Datensicherung, komplette Neupartitionierung, saubere frische Installation, Recovern der gesicherten Daten - auf eine Upgradeinstallation hätte ich mich selbst dann nicht eingelassen, wenn die RTM-Release von Windows 7 aus dem Technet das zugelassen hätte), und im Vergleich zu Vista fühlt sich der Rechner nun auch endlich so an, wie es sich für einen solchen Boliden gehört.

Etwas moseriger wurde ich erst durch den gleichzeitig vollzogenen Architekturwechsel vom freien VMWare Server zum ebenso freien SUN Virtualbox v3.0.4 x64. Denn obwohl ich mit der beschriebenen Umgebung sämtliche Vorbedingungen für einen an sich klaglosen Einsatz von ebenfalls 64bittigen Gastbetriebssystemen erfüllt habe, ließ VirtualBox auf Biegen und Brechen nicht zu, in einem Gast mehr als einen CPU-Kern oder gar ein 64bit-OS einzusetzen.

Die Lösung fand ich schließlich durch einen Blogartikel bei Serverfault.com, und zwar in dessen Kommentaren. Dell stellt in seinem BIOS nämlich im Knoten “Virtualisierung” nicht nur einige Schalter für das Ein- und Ausschalten des VT-X-Supports der CPU und des IO/APICs zur Verfügung, sondern auch einen Switch namens “Trusted Execution”, mit dem auch die TPM-Funktionalität virtualisiert werden kann. Und an genau diesem Schalter scheitert dann die Erkennung von VT-X in VirtualBox (das genial einfache Tool SecurAble ist davon nicht tangiert, was ja erst dazu führte, daß ich so viele Nerven an diesem Manko gelassen habe). Kaum habe ich “Trusted Execution” im BIOS abgeschaltet und neu gebootet, funktionieren VT-X und SMP nun auch in VirtualBox wie erwartet, und nicht mehr “nur” auf dem Wirts-Windows.

Software, 14.08.2009

Microsoft hat sich - wieder einmal - einen richtig dicken Hund geleistet. Dieses Mal bin ich in Powerpoint 2007 über die Umwandlung einer umfangreichen Schulungsunterlage aus 94 Folien ins PDF-Format gestolpert, wobei erschwerend noch hinzukommt, daß ich es gewagt habe diese Folien als Notizenseiten ausgeben zu wollen.

Welch Frevel ich da aus Sicht der Redmonder offenbar begehe, erschloss sich erst nach geraumer Wartezeit, denn

  1. die PDF-Umwandlung dauert eine schiere Ewigkeit
  2. die resultierende PDF-Datei ist gegenüber dem mit Powerpoint 2003 erstellten PDF um Faktor 15 (!!!) explodiert - statt knapp 1 MByte Ausgabegröße ist das neue PDF sage und schreibe 15 MByte groß!
  3. es ist nicht mehr möglich, das PDF nach Stichworten auf den Folien zu durchsuchen; einzig und allein Stichworte im Notizenbereich der Seiten führen noch zu Ergebnissen.

Gegenüber Office 2003 muss Winzigweich in der Druckschnittstelle also einige gravierende Änderungen vorgenommen haben, und dies herauszufinden hat mich einige Nerven und Experimente mit verschiedenen PDF-Druckertreibern gekostet. Das Ergebnis ist ebenso einfach wie verblüffend:

Powerpoint 2007 wandelt jede Folie offensichtlich zuerst in ein JPG um, bevor dieses dann auf die Notizenseite gepappt und mit dem Notizentext versehen wird!

Im Resultat bläht dies je nach verwendetem PDF-Converter die erzeugte Datei extrem auf (der in PPT eingebaute Converter erzeugt die genannten 15 MByte, FreePDF XP bei hoher Qualität baut etwa 11 MByte, bei eBook-Einstellungen (mit dann kaum noch lesbaren Folien, wegen der dann unsagbar miesen JPG-Qualität) noch rund 2,5 MByte, und Adobe PDF Distiller generiert gut 6,5 MByte) und ist verantwortlich dafür, daß Volltextsuche und Textmarkierung im Folienbereich der einzelnen Seiten dann nicht mehr funktionieren.

Weiß der Henker, was sich die Schergen da wieder bei gedacht haben, besonders weit gedacht haben können sie jedenfalls nicht. Es ist mir absolut schleierhaft, warum eine bis zur 2003er Version erwiesenermaßen einwandfrei funktionierende und solcherart praxistaugliche Funktionalität in dieser Art und Weise kaputt-optimiert werden musste. Faktisch bedeutet das jedenfalls, daß ich nun entweder stets eine VM mit einem “uralten” Office 2003 in der Hinterhand benötige, wenn ich meine Schulungsunterlagen mal wieder als portable Handouts aufbereiten will, oder aber ich muss jedesmal einen solcherart ausgestatteten Arbeitskollegen konsultieren, der sich auf Dauer herzlich für die regelmäßige Störung bedanken wird.

Eigentlich fast unnötig zu erwähnen, daß ich nirgends weit und breit eine wie auch immer versteckte Option ausfindig machen konnte, mit der man Powerpoint 2007 wieder das alte Verhalten der Vorversion aufzwingen könnte. Ergo: Microsoft, setzen, Sechs!

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