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Feb 05 2009

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CU never again

Ich stelle gerade fest, daß ich mich schon wieder seit über einem Monat nicht mehr zu Wort gemeldet habe – da wird es ja mal wieder dringend Zeit.

Nun, heute habe ich dazu zumindest auch einen Anlass, wenngleich keinen netten. Denn die heutige Gelegenheit muss genutzt werden, vor der schreienden Inkompetenz der Belegschaft der CU-Bar in Dortmund zu warnen.

Wir wollten diesem Etablissement heute mittag mit einigen Arbeitskollegen spontan mal wieder einen Besuch abstatten und vom explizit so bezeichneten Schnitzeltag zu Mittag partizipieren. Gut, außer unserem Quotenmädel, die dort mit einer Freundin verabredet war, hatte niemand von uns vorbestellt, aber man darf im Normalfall ja durchaus annehmen, daß, sofern man noch einen Sitzplatz bekommt, die zeitnahe Zubereitung der bestellten Speisen ein Restaurant, das jeden Tag ein anderes Thema hat, nicht vor unlösbare logistische Probleme stellen sollte.

Welch fataler Irrtum! Nicht nur, daß unsere Kollegin und ihre Freundin trotz Vorbestellung schon reichliche 20 Minuten auf ihr Essen warten mussten. Nein, da haben sich meine beiden Kollegen und ich doch glatt erdreistet, am Schnitzeltag eben genau das zu bestellen – und selbst nach 50 Minuten blieben unsere Mägen immer noch kalt und leer. Dezente Hinweise wie die laut in den Raum gestellte Frage, ob die Schnitzel hier so frisch sind, daß man die Schweine erst noch schlachten und ausbluten müsse, wurden glattweg ignoriert, alldieweil sich eh keine der Bediensteten nach der Aufnahme der ersten Bestellung überhaupt noch einmal an unserem Tische blicken ließ.

Ein Hauch von Erwachen stellte sich erst bei den Mädels ein, als wir Jungs zusammen mit den Mädels aufbrachen und lediglich unsere Cola bezahlten – und drei Schnitzel offen auf der Rechnung blieben. Voller Übermut traute sich eine der Trullas sogar zu, uns nachzulaufen und nachzuhaken, da wären doch noch die drei Schnitzel unbezahlt. „Welche Schnitzel meinen Sie? Die, die wir auch nach 50 Minuten Wartezeit nicht erhalten haben?“ – Erste Verdatterung; ein vorsichtiges Linsen auf den Kassenbon, leichte Errötung bei der Erkenntnis, daß wir tatsächlich schon sehr lange gewartet hatten. Vorsichtiger Protest „aber die kommen doch gleich“. „Sorry, Babe, aber es sollte bekannt sein, daß Mittagspausen sich nicht unbegrenzt ausdehnen lassen. Und wir haben schon sehr lange gewartet. 50 Minuten sind einfach inakzeptabel!“

Dem hatte die Perle dann außer einem „Tja, hm“ dann nichts mehr entgegen zu setzen. Fazit: das Problem der langen Wartezeiten bestand im CU schon immer. Daß man trotz Vorbestellung immer noch recht lange wartet, ist auch nichts neues mehr. Daß normale Laufkundschaft aber zugunsten anderer Gäste einfach links liegen gelassen wird und man uns dann noch doof anmacht, wenn wir von unserem Recht als Gast Gebrauch machen, wegen unzumutbarer Wartezeit von unserem Angebot des Kaufs einer Mahlzeit zurückzutreten, ist schon mehr als dreist und unverfroren. Und da nach Auskunft der beiden Mädels, die immerhin ja eine Mahlzeit zu verdrücken bekommen hatten, auch die Qualität ziemlich gelitten hat, bleibt nur das Fazit um diesen Laden in Zukunft einen weiten Bogen zu machen und andere potenzielle Gäste, so sie sich vom Besuch schon nicht abhalten lassen, zumindest dazu zu ermuntern, auch mal Nägel mit Köpfen zu machen.

Denn alle regen sich immer wieder über die Servicewüste Deutschland auf, insbesondere auch in der Gastronomie, aber nie traut sich jemand, auch mal das einzig dagegen sinnvolle Exempel zu statuieren und mit den Füßen abzustimmen. Allein schon deshalb war es mir heute den knurrenden Magen wert und ein innerer Reichsparteitag, ein paar dämliche Schnepfen in den Zwang zu setzen ihrem Chef zu erklären, warum sie drei volle Mahlzeiten wieder ausbongen müssen.

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