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Nov 13 2005

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Und noch ein Stückchen gläserner, bitte

Heise online berichtet über die meines Erachtens sehr zweifelhafte Freude, dank einem neuen RFID-Scanner des Herstellers Hitachi in Zukunft das Scannen dieser Funketiketten (RFID steht für Radio Frequency Identification) drastisch beschleunigen zu können, da dieses “famose” Gerät sage und schreibe 100 Etiketten pro Sekunde erwischt.

Dazu ist zwar ein neuer RFID-Tag notwendig, aber dieser ist mit 0,4mm x 0,4mm ebenso “gross” wie andere moderne RFIDs auch. “Erfreulicherweise” ist nach Herstellerangaben im Vergleich zum Vorgänger die Reichweite auf 60 Zentimeter verdoppelt worden. Da der Chip nur 60 Mikrometer dick ist, kann man ihn praktisch problemlos in Papier und ähnlich dünne Materalien einarbeiten (z.B. auch Banknoten – das wäre aber auch der einzig mir aus Konsumentensicht vorstellbare sinnvolle Verwendungszweck). Selbstverständlich kann ein so kleiner Chip weder durch Knicken noch durch Falten beschädigt oder deaktiviert werden – halleluja

Da die RFID-Tags bei Abnahme genügend großer Mengen (wir unterhalten uns hier über Größenordnungen von mindestens 10 Millionen Stück!) “nur noch” ca. 7 Eurocent das Stück kostet, ist in Zukunft wohl mit deutlich gesteigerter Verbreitung dieser niedlichen kleinen Chips zu rechnen – selbstverständlich werden die entsprechenden Kosten wohl auf die Verbraucher umgelegt werden, die dann mit dem Kauf der Waren freundlicherweise auch noch direkt und dankenswerterweise die Bezahlung dafür erbringen, sich über ihre Konsumgewohnheiten aushorchen zu lassen.

Paart man diese RFIDs samt Scannern mit dem modernen Supermarkt der Zukunft, wo man weit und breit weder Verkäuferin noch Kassiererin antrifft (was selbstverständlich Unsummen an Personalkosten einspart – stattdessen fließen dann aus dem Einzelhandel weitere Zehntausende Erwerbslose dem Fundus an Arbeitslosen und HartzIV-Empfängern zu, damit den vorhandenen nicht langweilig wird) mit Kassenautomaten, die nur noch bargeldlose Zahlung per EC-Karte ermöglichen, hat man das perfekte Instrumentarium, seine Stammkunden wiederzuerkennen – nochmals: halleluja!

Wo bitte, nochmal, ging es doch noch nach Orwell?

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.4null4.de/38/rfids-fuer-den-glaesernen-kosumenten/

1 Kommentar

  1. CountZero

    nur zur ergänzenden info:
    darum ist RFID scheiße

Kommentare sind deaktiviert.