Wie ihr ja wisst, habe ich zusammen mit einem guten Freund in meiner neuen Mietwohnung Laminatboden verlegt. Da eine fachgerechte Verlegung von Klicklaminat in der Regel bedeutet, den Belag schwimmend zu verlegen (für den Laien: das bedeutet, der Bodenbelag wird nicht auf dem Untergrund fixiert, sondern “schwimmt” auf ihm. Dabei ist sehr wichtig, daß der Belag auch an keiner Wand oder Rohrleitung anstößt), hieß das natürlich auch sich Gedanken über passende Fußbodenleisten zu machen.
Blöderweise sind bei der Kernsanierung der Wohnung hier schon Fußleisten aus Holz in allen nichtgefliesten Räumlichkeiten verlegt worden, die rauszureißen überhaupt keine gute Idee gewesen wäre. Die scheinbare Alternative, Fußleisten und Türzargen mit Hilfe einer Schattenfugensäge passend auszuklinken und das Laminat dann drunterzuschieben war auf den zweiten Blick ebenfalls nicht tauglich, denn auch dies hätte ja eine Beschädigung der Mietsache bedingt, die ich teuer bei einem eventuellen zukünftigen Auszug wieder hätte reparieren müssen. Letztlich blieb also nur eine Chance, nämlich etwas vor den schon vorhandenen Leisten zu befestigen. Klassische Viertelstäbe wären aber mit mehreren Nachteilen belegt:
- die üblichen 14mm-Stäbe sind zu schmal
- die meisten finanziell erschwinglichen Viertelstäbe sehen einfach schäbbich aus
- die Viertelstäbe an den Fußleisten zu befestigen hätte fast zwingend ein Annageln bedingt, also wieder eine Beschädigung der Mietsache
- ich hätte an allen Wänden zusätzliche Fläche verloren, es wäre sogar fast nicht mehr möglich, Möbel bis genau an die Wand zu schieben (oder etwa Bücherregale an der Wand zu befestigen)
Ergo: Viertelstäbe fielen ebenfalls flach. “Was tun”, sprach Zeus, und mein guter Freund aus der metallverarbeitenden Industrie hatte die zündende und überaus designträchtige Idee, doch kurzerhand Bänder aus poliertem Edelstahl mit 1,5mm Materialdicke im rechten Winkel zu kanten und diese mit Sanitärsilikon seitlich an die vorhandenen Holzfußleisten zu kleben. Der kundige Leser hat in einem meiner letzten Posts auch schon Hinweise auf diese Lösung vorgefunden, denn die Vorteile dieser Idee liegen auf der Hand:
- Es kostet nicht wesentlich mehr als jede erdenkliche Alternativlösung
- Die Befestigung mit Silikon ist absolut beschädigungsfrei und daher komplett reversibel
- Man verliert keinerlei Stellfläche
- und: es sieht extrem stylish aus
Gesagt, getan, großzügig gemessen und die Edelstahlleisten organisiert. Lediglich im Wohnzimmer haben wir weitgehend (bis auf einige wenige Ecken und die Nische hinterm Heizkörper) auf professionelle Wandabschlussprofile von Alfer gesetzt. Und damit dieser Einrichtungstipp auch nachvollziehbar wird, habe ich hier zwei Fotos für euch:
Auf dem oberen der beiden Fotos sieht man nicht nur sehr schön die besondere Struktur des polierten und versiegelten Edelstahls, sondern auch noch ein Stück mit Schutzfolie, die dabei hilft, während der Verlegung und Wandbefestigung auf der Oberfläche keine fettigen Fingerpratzen zu hinterlassen.
Was meint ihr zu dieser Lösung? Ich finde das Resultat sehr stylish und professionell. Und daß die Montage dank Silikonkleber vollkommen beschädigungsfrei vonstatten geht, ist das Sahnehäubchen auf dem Bonbon.
8 Kommentare
Cosmo sagt:
09.08.2008 von 12:25 (UTC 0 )
It’s Tool Time on 4null4.de !! *lol
Mensch Carsten,
was wird nur aus deinem Blog.
Es tränen mir doch schon die Augen, wenn ich mich am frühen Nachmittag durchs Privat-TV zappe und überall tönt es: Schöner Wohnen, die eigenen vier Wände, sei ein Star und renoviere dein Haus *fg
Na, scheint ein verflixter Trend zu sein.
Aber vielleicht kommt ja noch die Auslösung und es handelt sich bloß um noch einen deiner ausgeklügelten Selbstversuche.
*hehe
don’t give up & Have a lot of Fun !
Cosmo
JohnMcDoe sagt:
19.08.2008 von 02:17 (UTC 0 )
Hallo Carsten,
ob es nun stylish ist, weiß lackierte Holzfußleisten und auf gepresstem MDF versiegelte Fototapete mit poliertem Edelstahl zu verbinden, ist Geschmackssache.
Falls Du aber wirklich vorhast, die Winkel irgendwann wieder zu entfernen, gratuliere ich Dir schon jetzt.
Einmal ausgehärtet ist Silikon sehr widerstandsfähig.
Selbst bei vorsichtiger Vorgehensweise wirst Du teilweise die Farbe, an schwachen Stellen samt Holz, von den Leisten ziehen.
Damit nicht genug, wird einiges Silikon an den Fußleisten kleben bleiben und Du wirst etliche Stunden und harte Flüche brauchen, um es zu beseitigen.
Schleifen geht nicht, teure Lösungsmittel funktionieren nicht, also schneide Dir vorher die Fingernägel nicht zu kurz.
Je nach Legierung sind Deine Winkel Schrott, denn daran ziehen mußt Du, und zwar ordentlich.
Zwei Vorschläge für das nächste Mal:
1.
Den Bildern nach scheinst Du sauber zu arbeiten, beteilige Deinen Vermieter an den Kosten und das Laminat verbleibt bei Deinem Auszug in der Mietsache.
(Z.B.: Er zahlt das Material und Du den eigenen Arbeitslohn)
2.
Benutze beim nächsten Mal doppelseitiges Klebeband.
Kleberreste lassen sich mit dem richtigen Lösemittel leicht entfernen.
Life sucks
Carsten Albrecht sagt:
19.08.2008 von 09:37 (UTC 0 )
hi JohnMcDoe,
laminat ist immer so eine strittige frage – natürlich ist parkett unzweifelhaft das optimum, aber das leg ich sicher nicht in einer mietwohnung aus.
falls du die firma immeo kennst, weißt du, daß eine kostenbeteiligung des vermieters keine option war, insofern stellte die gefundene lösung den besten kompromiss dar.
daß der stahl beim späteren entfernen ein fall fürs recycling wird, ist klar und einkalkuliert. das restlose entfernen des silikons ist kein problem, diesbezüglich habe ich schon früher gute erfahrungen gemacht.
du meintest nicht zufällig stattdessen acryl, oder?
Bastian sagt:
20.08.2008 von 22:45 (UTC 0 )
Zum Thema “doppelseitiges Klebeband”: Bloß nicht!!
Silicon bekommt man mit etwas Übung und einem einfachen Teppichmesser problemlos wech.
-> du meintest nicht zufällig stattdessen acryl, oder?
Acryl ist überstreichbar. Ansosnten gleiche eigenschaften wie normales Silicon.
JohnMcDoe sagt:
30.08.2008 von 09:58 (UTC 0 )
Hi Carsten,
entschuldige, ich wollte dein Laminat nicht schlechtmachen. Mein Kommentar bezog sich nur auf deinen Materialmix. Natürlich kann ich deinen Vermieter nicht kennen, ich weiß nur, daß solche Deals mit Privat-Vermietern wegen der Wertsteigerung oft funktionieren.
Je nach Legierung, bei 1,5 mm Dicke, bleiben deine Winkel ganz, wäre ja auch schade drum.
Acryl habe ich nicht gemeint, das läßt sich nämlich sehr gut wieder entfernen (Messer, Spachtel etc.).
Bin zufällig hier reingeraten, habe die saubere Arbeit auf deinen Bildern gesehen und auch nur deshalb Senf abgelassen.
Zu Bastian:
Wie sprach der Blinde?
Silikon bekommt man nicht problemlos wech!
Wäre nicht im Sinne des Erfinders, schließlich soll es auch auf Zug belastet eine enorme Elastizität aufbringen.
Wenn du es leicht entfernen konntest, war der Untergrund nicht entsprechend vorbehandelt.
NEIN, ich meinte kein Acryl!
Es hat nicht die gleichen Eigenschaften wie Silikon!
Acryl ist dauerplastisch, wasserlöslich bis zur Streichbarkeit, überstreichbar und wird bei Materialien mit relativ kleinem Ausdehnungskoeffizienten eingesetzt, wie Betonfugen, Mauerwerk etc. und hat geringere Klebeeigenschaften.
Ein passender Limerick zum Schluß:
There was a young harlot from Cue,
who filled her vagina with glue,
she said with a grin,
they pay to come in,
they’ll pay to come out,too.
David sagt:
17.09.2008 von 16:59 (UTC 0 )
Coole Lösung, danke! Hatte vor am Wochenende bei meinen Eltern Laminat zu verlegen und hatte mir noch gar keine Gedanken über die Leisten gemacht. Danke Danke
Grüßle aus Stuttgart
Markus sagt:
19.10.2008 von 14:20 (UTC 0 )
Super Idee…
Habe gerade ein Haus renovieren dürfen und habe das Beschriebene gleich umsetzen können. Danke für die Hilfe und den Tipp.
Thomas sagt:
08.12.2008 von 09:04 (UTC 0 )
Hallo,
klasse Ideen, und es sieht sehr elegant aus. Herzlichen Dank !!
Thomas