23.12.2007

Passend zur Weihnachtszeit veranstaltet der amerikanische Junkfood-Bulettenbrater mit den goldenen Bögen wieder sein alljährliches Weihnachts-”Gewinnspiel”, das sich in der Aufmachung am klassischen Monopoly orientiert, außer den Namen und Farben der zu sammelnden Straßen aber regeltechnisch herzlich wenig damit zu schaffen hat.

Und ebenso wie auch sonst jedes Jahr gibt es wieder jede Menge Sponsoren, die für Millionen von Minigewinnen geradestehen, sowie einige wenige größere Preise, die es halt nur bei Vervollständigung der verschiedenen Straßengruppen bzw. der vier Bahnhöfe gibt.

Und auch der nächste Punkt überrascht uns nicht wirklich - die Läden sind so voll wie nie, obwohl sich auch an einer anderen ehernen Regel meiner Kindheit nichts geändert hat: Jeder kennt Mc Doof, aber angeblich geht niemand hin. Da stellt sich doch unweigerlich die Frage, wie viele Leute sich gerade in diesen turbulenten letzten Wochen des Jahres entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten da extra die Menüs kaufen, in der Hoffnung, eine Straßengruppe oder gar die vier Bahnhöfe komplett zu bekommen.

Dumm nur, daß es sich bei dem Gewinnspiel wie so oft um reinrassigen Dummenfang handelt. Denn McDreck wäre ziemlich deppert, wenn auch nur der Hauch einer Chance bestünde, in einer räumlich sehr begrenzten Region wie einer deutschen Großstadt oder dem Ruhr-Metroplex einen der Hauptpreise zusammengestoppelt zu bekommen, egal wie sehr man sich auch bemüht, den Film “Supersize me” brechreizerregende Realität werden zu lassen.

Es ist absolut logisch, daß diese Chance, wenn überhaupt - denn wer liefert den Beleg, daß überhaupt alle notwendigen Straßen “im Spiel” sind? - nur dann besteht, wenn man zufällig querbeet in allen Ballungsräumen dieser Republik auf Kalorienjagd geht. Zu gut deutsch, ein Gewinn ist fast unmöglich.

Mc D untermauert diese Logik übrigens auch schon seit jeher dadurch, daß sie vehement den Handel in der elektrischen Bucht mit ihren Straßen-Zettelchen zu unterbinden versuchen, denn dieser Handel bewirkt ja gerade erst die Chance, eine ausreichende Durchmischung mit allen Straßen zu erzielen und auf diese Weise eventuell doch einen der Hauptpreise ergattern zu können.

Butter bei die Fische, wie es hier im Ruhrgebiet so schön bildhaft heißt: kennt auch nur irgendeiner meiner werten Leser irgendjemanden, der wiederum jemanden kennt, der jemals nicht nur nen Shake oder nen Burger kassiert hat, sondern allen Ernstes einen der Hauptpreise abstauben konnte? Ich nicht… Um Antwort wird gebeten ;)

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Bisher 5 Kommentare zum Artikel

  1. Simi meint

    Nen Kumpel von mir hat mir handeln einen LCD TV gewonnen. Also geht schon aber insgesamt ein grosser Beschiss

  2. Dennis meint

    Ich hab mir beim vorherigen Monopoly-Durchgang (also 2006) mal den Spaß gemacht bei eBay zu schauen, was da so angeboten wird. War doch so einiges. Also wenn McD den Handel damit untersagt - auf welcher rechtlichen Grundlage auch immer das gehen soll - sie setzen es scheinbar nicht durch.

    Das Interessante war aber, dass eigentlich immer die gleichen Schnipsel angeboten wurden. Ich würde also fast vermuten, dass die Straßen nicht irgendwie regional verteilt werden, sondern es für jeden der Hauptpreise von einer bestimmten Straße immer nur relativ wenig Exemplare gibt - vielleicht sogar pro Preis nur genau einen.

  3. Media Addicted meint

    Also ich glaube, dass es sich bei den McD-Karten um ein geborenes Wertpapier handelt, da anders als bei Losen mit einer bestimmten Kombination mehrerer dieser WP ein fest definierter Anspruch gegen McD entsteht. Eigentlich müsste es also sogar eine Schuldverschreibung sein.

    Dieses Wertpapier geht in meinen Besitz und Eigentum über, wenn ich es auf meinen Produkten bekomme. Und mit Wertpapieren in meinem Eigentum kann ich machen, was ich will und das schließt Verkauf, Verschenkung etc. pp. mit ein. Die vertragliche Ausgestaltung dieser Akte ist auch meine Sache. Diese Rechte kann auch nicht irgendein Hempel mit irgendwelchen AGB aushebeln.

    Deswegen habe ich mich so gewundert, kann aber auch sein, dass ich damit irgendwie falsch liege, bin ja kein Jurist :)

  4. Carsten Albrecht meint

    ich hab die info zugegebenermaßen auch nur aus zweiter hand, jedoch erscheint sie angesichts des umstands, daß ebay ja auch keinen handel mehr mit leeren umverpackungen zuläßt, für mich plausibel. ich habe mir die teilnahmebedingungen noch nie so genau angesehen, aber wenn da zum beispiel ein passus enthalten wäre, der den verkauf oder erwerb der zettelchen verbietet, hätte big McD wohl eine handhabe. die nachweisbarkeit dürfte sich zwar sehr in grenzen halten, aber das tut ja der rechtlichen situation als solcher keinen abbruch :)

  5. Media Addicted meint

    Aha, also doch. Ich habe mich just während einer Autofahrt inkl. McD-Stop gefragt, warum man seine Straßen nicht einfach bei eBay verkauft gegen einen symbolischen Euro zzgl. eines Vertrages, der 50% des Gewinns sichert.

    Woher weißt du eigentlich, dass der Handel damit bei eBay unterbunden wird?

    Und wenn das so ist: mit welcher juristischen Handhabe machen die das bitte? Ich kann verkaufen was ich will und wenn es Zettelchen sind.