….jedenfalls dann, wenn es nach dem Willen der Fürther Landrätin Gabriele Pauli geht. Die Nachricht ging gestern durch alle Medien und schlug auch in Blogistan ein wie die neue russische nichtatomare Superbombe. Je nach Standpunkt echauffiert sich nun das virtuelle Dorf auf die eine oder andere Weise.
Ich wollte selbst auch schon gestern einen Post dazu schreiben, war jedoch zeitlich verhindert, wie ihr sicher nachempfinden könnt
Lassen wir uns den Vorschlag mal auf der Zunge zergehen:
- 84 Monate Vertragslaufzeit
- keine Fußangeln - keine automatische Vertragsverlängerung
- entsprechend kein Hickhack mit Kündigungsfristen, Einschreiben und Rückscheinen und erst recht keine nervigen Rückwerbeversuche
Doch ich sehe da auch einige klassische, ebenfalls von Handyverträgen gewohnte Nachteile:
- wenn sich die Vertragspartner nach den 84 Monaten für eine Verlängerung entscheiden, hat man gleich weitere 84 Monate am Bein - und nix mit neuem Modell oder so, sondern man bleibt an die “alte Hardware” gebunden
- Eine Art Simlock verhindert den fließenden Modellwechsel während der Vertragslaufzeit
- Die Nebenkosten des Vertrags sind nahezu unkalkulierbar
Ja, viele und hohe Wellen im puritanischen Bayern; letztlich wahrscheinlich pures Wahlkampf-Dampfgeplauder, und ins Gespräch hat sich die - selbst geschiedene und alleinerziehende Mutter - Dame damit auf jeden Fall wieder gebracht. Ihre Aussichten auf einen Wahlsieg dürfte sie damit aber komplett verspielt haben - so man ihr denn überhaupt Chancen in ihrer Außenseiterposition hätte einräumen wollen

Andreas meint
Was hätte Gabriele Paulis Vorschlag wohl ins Rollen gebracht, wenn erstens Frau Pauli Herr Pauli hieße? Wenn Herr Pauli zweitens (oder besser erstens) nicht Mitglied der CSU wäre, wenn Herr Pauli beipielsweise ein renommierter, sachlich auftretender und bisher untadeliger Professor der Politikwissenschaft (möglichst im grauen Zwirn), der Theologie oder der Sozialwissenschaften wäre?
Auch dann hätten ihm/ihr nicht sämtliche Geister deutscher Provenienz zugejubelt, aber - und dessen bin ich mir sicher - selbst die Gegner eines solchen Vorschlags hätten nachgedacht. Zumindest hätten sich diese Köpfe weitaus mehr mit der Suche nach sachlichen Argumenten befasst, anstatt lediglich - wie jetzt geschehen - verbale Munition zu sammeln, um damit auf eine “Verrückte” zu schießen.
Walle meint
Aber immerhin verlängert es sich nicht, wenn man vergisst einen Monat vor Ablauf zu kündigen.
Und gäbe es denn dann Geschäfte, wo man alle verfügbaren Modelle ausgiebig testen könnte?
Carsten Albrecht meint
@silke:
ja, es soll solche mediengeile genossen geben…. beiderlei geschlechts - wobei mir allerdings spontan in erster linie girlies wie paris hilton und co. einfallen, die sich immer im gespräch halten müssen…
wie lautet doch gleich noch die alte regel? “besser schlechte publicity als gar keine publicity”.
ad meint
Sehr geil!
Alte Hardware…
Silke meint
Ich denke auch das die nette Dame damit nicht wirklich ihre Chancen gewählt zu werden verbessert hat, aber wirklich verschlechtert haben kann sie diese ebenfalls nicht, denn wirklich gut haben ihre Chancen sicherlich auch vor Ihrer “Ehe”-Äußerung nicht ausgesehen. Bei mir macht sich da manchmal einfach das Gefühl breit das sie einfach nur in den Medien auftauchen will. Anders kann ich mir nicht erklären weshalb man sich freiwillig als Prügelknabe (oder Prügelmädel) zur Verfügung stellt.