«

»

Sep 07 2007

Beitrag drucken

Sparpotenziale, Teil 8 – Stromanbieter wechseln

Ich habe ja vor ziemlich präzise einem Jahr im Rahmen meiner Sparpotenziale-Artikelreihe schon darüber geschrieben, mit welchen Maßnahmen man generell im Haushalt seinen Stromverbrauch reduzieren kann (beispielsweise durch die Anschaffung energiesparender Lampen, aber auch durch vielfache Einsparungen, die sich größtenteils einfach schon durch Umdenken ergeben). Allerdings fängt das die teilweise drastischen Preiserhöhungen, die sich die gierigen Stromkonzerne auch dieses Jahr wieder gegönnt haben, bei den meisten Menschen wohl bestenfalls teilweise ab. Diesen Sommer haben sich insbesondere einige Stadtwerke quer durch die Republik wieder sehr reichhaltig in fremden Taschen bedient und erhöhten ihre Tarife teilweise um bis zu 34% (Stadtwerke Weißenfels in Sachsen-Anhalt).

Diese maßlose Gier führte sogar dazu, daß sich unsere Regierung dazu hinreißen ließ, den Verbrauchern einen unverzüglichen Wechsel des Stromanbieters anzuraten, um den Gierschlünden einen Denkzettel zu verpassen. Und da passt es doch perfekt, daß mit steckdose.de eine Website zur Verfügung steht, auf der man sich aus über 8000 Tarifen den auf die eigenen Bedürfnisse optimal passenden Tarif des günstigsten Anbieters heraussuchen kann.

Ich habe auch schon diverse andere Vergleichsrechner im Web ausprobiert, aber die meisten davon waren entweder unübersichtlich oder langsam oder mit Werbung zugefrachtet. Hier sticht steckdose.de gleich in mehrerlei Hinsicht heraus, denn auch als ich versuchsweise mein Adblock mal deaktivierte, wurde nicht ein einziges Banner sichtbar (das wirft aber auch noch Fragen auf, siehe unten). Zwar ist die Farbgebung mit dem grellroten Hintergrund nicht so meins, aber das holen die Betreiber auf der anderen Seite wieder durch eine sehr saubere und übersichtliche Gliederung der gesamten Website wieder heraus. Und obendrein gibt es für süchtige Knowledge-Junkies wie mich nicht nur einen „schnöden“ Tarifvergleich, sondern jede Menge Hintergrundwissen (auch dazu später mehr). Der Tarifvergleich selbst ist auf praktisch jeder Seite verlinkt und somit jederzeit erreichbar.
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten (geiles thematisch passendes Wortspiel, ne? 😀 ): ohne Javascript geht es nicht. Ich musste erst mein Noscript zur Akzeptanz von Scripts auf der Seite überreden, bevor ich zum Vergleichsrechner kam. Denn der öffnet sich auf den Seiten jeweils als dynamischer Layer, nicht als eigenständige Seite. Das hat umgekehrt aber auch wieder einen kleinen Vorteil: wenn man weiter auf den Inhalten stöbern möchte, verliert man den Kontext nicht, und insofern ist der AJAXifizierte Rechner wiederum durchaus praktisch.

Als ich meine Daten in das Formular gehackt habe, musste ich dann feststellen, daß ich „dank“ meiner Vorliebe zu monatlicher Zahlungsweise bereits beim „günstigsten“ Anbieter bin (denn ich hänge derzeit noch beim RWE). Hinzu kommt auch noch, daß ich mit meiner Nachtspeicherheizung eh einen Härtefall darstelle (und fast 70% meines Stromverbrauchs gehen aufs Konto meiner rund 30 Jahre alten Nachtspeichergeräte). Spezielle Nachttarife gibt es aber bei den Alternativen kaum, und so war es kein Wunder, daß bei den zunächst gegebenen Rahmenbedingungen keine Überraschungen zu erwarten waren.

Das änderte sich erst, als ich weitere Variablen im Vergleich zuließ, unter anderem jährliche Zahlungsweise und Boni bei Onlineabschluss und Neukundenrabatte. Auf diese Weise kam dann schlußendlich immerhin rund ein Dutzend günstigerer Angebote heraus, mit bis zu knapp 110 Euro Ersparnis im Jahr, was sich umgerechnet als etwa 16% Kostenersparnis darstellt. Vergleichen kann sich also auf jeden Fall lohnen.

Die Darstellung der Vergleichsergebnisse sucht imo ihresgleichen. Nicht nur, daß die Ergebnisse an sich schon sehr übersichtlich und nach Preis aufsteigend sortiert ausgegeben werden, hinzu kommt noch, daß sämtliche wesentlichen Tarifdetails beim Hovern über kleine Info-Icons als Textlayer eingeblendet werden – einschließlich genauer Zusammensetzung der einzelnen Rabatte, KWh-Preis, Grundpreis und so weiter. Das läßt kaum noch Fragen offen – und eröffnete mir dadurch, daß ich trotz allem besser bei meinem bisherigen Stromtarif bleibe, denn die günstigeren Tarife glänzen in den meisten Fällen mit kleinen versteckten Fußangeln wie Paketpreisen (auch bei Minderverbrauch sind die vollen Kosten zu entrichten) oder Einmalrabatten, die man besser herausrechnen sollte. Um die Übersichtlichkeit zu demonstrieren, hier mal ein Screenshot:

Ergebnis des Stromtarifvergleichs mit meinen Echtdaten

Falls man sich zu einem Tarifwechsel entscheidet, hat man bei vielen Tarifen die direkte Möglichkeit des Onlineantrags, und falls man sich das Ganze lieber erst in Ruhe durch den Kopf gehen lassen will, helfen die Möglichkeit der Ausgabe des Ergebnisses als PDF und als Email weiter. Diese Funktionen kamen mir aber auch sehr bekannt vor, und darum habe ich noch etwas genauer hingesehen – mein Noscript teilte mir nämlich mit, daß es auch Funktionen von tarifvergleich.de durchgelassen hat, und ein kurzer Besuch dort zeigte mir dann, daß mein Gedächtnis sich nicht irrte. Letztendlich ist steckdose.de also lediglich eine neue Verpackung für den schon bekannten Tarifrechner, garniert mit allen möglichen Randinformationen. Und der Betreiber, die Firma Wirkungsvoll Marketing GmbH (übrigens wohl ein noch sehr junges Unternehmen, wie man freundlicherweise aus dem Xing-Profil des Geschäftsführers, Herrn Patrick Klingberg, entnehmen kann), sucht auf ihrer Website derzeit auch noch aktiv Partner in den Bereichen Marketing, Sponsoring und Co. Insofern könnte sich die Bannerfreiheit auf der Seite zukünftig noch ändern.

Wie ich meine Leser kenne, stellt ihr euch eh schon die Frage, wie sich die Seite denn wohl finanziert, wenn es nicht einen einzigen Banner gibt. Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand – man darf getrost davon ausgehen, daß beim Onlineabschluss eines Stromtarifwechsels vom neuen Stromanbieter Provisionen zum Betreiber von steckdose.de fließen. Dennoch erscheint die Datenbank sehr umfangreich zu sein, und wie ja mein erster Test mit meinen Echtdaten ergeben hat, gab der Rechner auch offen zu, daß er mir keinen günstigeren Anbieter vorschlagen kann, wenn ich nicht an meinen Vorlieben drehe. Soweit also alles nichts verwerfliches, ich habe ja in meinen Posts gelegentlich auch den einen oder anderen Link gesetzt, der mir manchmal eine schmale Mark einbringt 😉 Es wäre nur wünschenswert, wenn sich steckdose.de da etwas offener geben würde und auch offen den Zusammenhang mit tarifvergleich.de kommunizieren würde. Denn so wie es jetzt ist, dürfte manch einer eventuell doch einen leicht faden Beigeschmack verspüren.

Doch abseits dieser kleinen Detektivarbeit gibt es auf der Website auch noch offensichtlicheres zu entdecken, und das wiederum gefällt mir ziemlich gut. Denn in einzelnen direkt in der Hauptnavigation verlinkten Kapiteln kann man sich relativ umfassend über die Geschichte des elektrischen Stroms und die Entwicklung des deutschen Strommarktes, die Öffnung desselben und die Strompreisentwicklung der letzten Jahre informieren. Insbesondere das derzeit so angesagte Thema Ökostrom bekommt viel Freiraum, und der Tarifrechner berücksichtigt auf Wunsch auch genau diese Vorliebe bei der Tarifauswahl.

Wirklich positiv finde ich aber insbesondere das eigene Blog, welches tagesaktuell über Neues rund um den Strommarkt berichtet. So habe ich dort zum Beispiel vorhin erst gelesen, daß die beiden AKWs Krümmel und Brunsbüttel, bei denen es ja vor nicht allzu langer Zeit einige heftigere Störungen gegeben hat, weiterhin abgeschaltet bleiben sollen. Und die Blogroll verlinkt „schamlos“ auch auf andere Vergleichsseiten für Stromtarife, zum Beispiel nach Österreich, was ebenfalls sehr im Sinne der Glaubwürdigkeit und Authentizität des Blogs ist.

Alles in allem gefällt mir die Kombination aus Stromtarifrechner, hilfreichen Hintergrundinfos und informativem Blog sehr gut. Lediglich das Versteckspiel um den tatsächlichen Betreiber der Seiten trübt den Eindruck etwas, jedoch bin ich mir relativ sicher, daß sich Patrick diesbezüglich bald hier zu Wort melden wird, um eventuelle Mißverständnisse auszuräumen.

Realisierbare Ersparnis durch Tipp 8: durchschnittlich 100 EUR p.a.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.4null4.de/298/sparpotenziale-teil-8-stromanbieter-wechseln/

6 Kommentare

3 Pings

Zum Kommentar-Formular springen

  1. Michael Schulz
  2. Stephan Artmann
  3. Patrick Klingberg
  4. stefan
  5. Der Blogger
  1. Reviews » Strom an = Geld weg? Muss nicht sein! » Webaholic Blog
  2. Steckdose.de: Auf das Schwein gekommen - Sajonara.de - Internetmagazin
  3. steckdose.de Review — instant-thinking.de

Kommentare sind deaktiviert.