Gestern hat für mich eine neue Ära begonnen, denn ich bin endlich im Besitz einer ordentlichen Digitalkamera.
Schon seit einigen Wochen habe ich, nicht zuletzt auf Veranlassung meines guten Freundes Mize, Gedanken gewälzt, mich endlich näher mit den Möglichkeiten der modernen digitalen Fotografie auseinanderzusetzen, und durch unsere regelmäßigen Fotoausflüge in die freie Natur (bevorzugt in der Nähe spannender Industriedenkmäler) bin ich nach und nach immer mehr angefixt worden.
Allerdings stand auch von vornherein fest, daß ich diesen Einstieg in eine neue Welt der Kreativität von Anfang an korrekt und konsequent gehen wollte, womit ebenso ultimativ feststand, daß ohne eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) auf längere Sicht keine Freude aufkommen würde. “Unglücklicherweise” bedingte diese Entscheidung jedoch auch eine Einplanung eines entsprechend üppiger zu dimensionierenden Budgets, denn brauchbare DSLRs für Amateure fallen nach wie vor nicht von Bäumen und bringen einen schnell und zügig in vierstellige Preisregionen.
Da ich diese Woche Urlaub hatte, stand mir ausreichend Zeit zur Verfügung, Tests und praktische Erfahrungsberichte im Internet zu studieren (wobei mir das dslr-forum gute Dienste geleistet hat), und Donnerstag vormittag hatte ich mich eigentlich schon fast für den preisgünstigen Einstieg mit Hilfe einer Nikon D40 entschieden. Mize und Björn (ein weiterer Kollege) gaben jedoch zu bedenken, daß das bei der D40 mitgelieferte Kit-Objektiv (18 bis 55 mm Brennweite) mich nicht länger als ein paar Wochen zufriedenstellen würde, womit sehr schnell rund 400 Euro Folgekosten für ein zweites Zoom-Objektiv auf mich zukämen – und damit hätte ich dann ja schließlich auch die direkten Anschaffungskosten einer Nikon D80 fast schon erreicht, die aufgrund einiger wertvoller Features aber gegenüber der D40 auf jeden Fall zu empfehlen wäre. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, daß beide ihrerseits eben jene D80 ihr Eigen nennen, und daher weiß ich auch schon längere Zeit, WIE leistungsfähig das Dingen ist.
Nun denn, so fand ich mich dann Donnerstag abend mit einer weiteren Aufstockung meines selbstgesteckten Budgets ab und legte mich auf die D80 fest. Fehlte es nun nur noch an einem preiswerten Händler.
Ich kam bei meinen Überlegungen recht schnell zu dem Ergebnis, daß ein kleiner Fotoladen mir hier mit recht hoher Wahrscheinlichkeit keinen Bombenpreis geben können würde, und ein Blick bei geizhals.at zeigte mir obendrein, daß selbst übers Internet bis dato kein Kurs unter 1020 Euro (inkl. Porto) zu bekommen ist. Mize hatte seine Cam für 1049 Euro in Mönchengladbach bekommen, Björn seine für den gleichen Kurs in Düsseldorf – beide jeweils in einem der von mir heiß und innig gehaßten Medientempel, und das in beiden Fällen aufgrund von Aktionsangeboten. Diese 1049 Euro im direkten Handel und die derzeit bei Amazon.de geforderten knapp 1069 Euro über bequemen und portofreien Versand waren also die Richtschnur, und mit diesen Preisen im Kopf zog ich am Freitag los.
Leider entpuppten sich beide Essener Medientempel (sowohl der “saubillige” als auch der “geizgeile”) als überteuert (jeweils 1149 Euro sollten zu Buche schlagen) als auch vom Personal her sehr unfreundlich (womit an Verhandlungen erst gar nicht zu denken war), und so blieb nur, mit Mize zu konferieren. Während er dann bei seinem Tempel in Mönchengladbach anrief, versuchte ich gleiches Glück in Düsseldorf – dort sollten es 1099 Euro sein. Mize stoppte mich aber mit “du kriegst die 1049 in MG, ich habe das letzte Exemplar zurücklegen lassen”, und so verabredeten wir uns für kurz vor 16 Uhr am Eingang des Gladbacher “Saustalls”.
Drinnen angekommen, fanden wir dann in der Fotoabteilung zwar die begehrte Kamera vor, auf dem beigefügten Zettel jedoch leider auch einen Preis von 1149 Euro – da sieht man wieder einmal, daß telefonische Preisvereinbarungen nur etwas wert sind, wenn sie gleichzeitig per Fax unterstrichen werden. Also ging die Verhandelei los, die sich aber dank des freundlichen, hilfsbereiten und verständnisvollen Herrn Engel (der Mann heißt wirklich so!) als fruchtbar herausstellte. Zwar konnte er bei der Kamera nicht unter 1079 Euro gehen, war aber bereit, mir entgegen sonstiger Gepflogenheiten auch beim von mir noch benötigten Zubehör (eine gute Tasche und natürlich eine Sandisk Extreme III SD-Karte) entgegen zu kommen, womit ich effektiv dann doch noch auf meinen Wunschpreis kam. Es gilt halt doch noch die gute alte Regel “lieber ein Umsatz mit wenig Gewinnspanne als gar kein Umsatz”.
By the way: wegen dieser Einkaufsaktion habe ich übrigens den ersten echten Nachteil von Direktbanken herausgefunden; nicht nur, daß man ein Tageslimit von maximal 1.000 Euro am Geldautomaten hinnehmen muß, das nicht geändert werden kann, sondern obendrein sind auch EC-Cash-Käufe nur bis zu diesem Limit möglich. Glücklicherweise verfüge ich ja über zwei Konten bei verschiedenen Instituten, so daß ich das benötigte Bargeld (denn Kaufen auf Kreditkarte oder per EC-Lastschrift ist bei MM und Co. nicht möglich) mit insgesamt drei GAA-Abbuchungen beschaffen konnte.
Wir haben die Kamera dann Freitag abend am Düsseldorfer Flughafen sozusagen in Betrieb genommen, allerdings sind die Fotos natürlich noch nichts geworden, da ich mit der Bedienung der Kamera noch vollkommen überfordert war. Und die ganzen fancy Vollautomatiken will ich von Anfang an konsequent außen vor lassen, sonst lernt man das Handwerk nämlich nie richtig. Immerhin bin ich in diesen Dingen absolut blutiger Laie, die Zusammenhänge zwischen Blendenöffnung, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit, Tiefenschärfe und Co. erschließen sich mir nun erst nach und nach.
Man kommt bei solchen modernen Monstern wirklich nicht drumrum das (im Fall der Nikon D80 SLR übrigens sehr gute deutschsprachige) Handbuch komplett zu lesen. Erfreulicherweise erschließen sich einem so viele wichtige Basis-Zusammenhänge von ganz alleine, während man gleichzeitig die Kamera kennenlernt.
Nach dieser Lektüre habe ich das heutige schöne Wetter aber für einen ausführlichen Streifzug zur Essener Kokerei Zollverein genutzt, und die hier geschossenen Bilder sind nach meinem Empfinden großteils schon recht gut gelungen. Ich habe viel mit verschiedenen ISO-Empfindlichkeiten und Blenden experimentiert, um ein Gefühl für die Zusammenhänge bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu bekommen. Und da sind solche Industriedenkmäler samt Parkanlage natürlich perfekte Orte für.
Und so ist sie halt angebrochen, diese neue Ära im Leben des CountZero. Ihr werdet hier in zukünftigen Posts von mir wahrscheinlich deutlich häufiger auch mal Bildmaterial vorfinden; vielleicht bin ich sogar so funky (und mach’ mir Locken ins Haar) und baue eines der beliebten Gallery-Plugins hier ein (was im Seiteneffekt dann wiederum eine Implementierung in die Binary Blue Themesuite mit sich bringen wird)
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5 Kommentare
faeda
20.05.2007 von 01:08 (UTC 0) Link zu diesem Kommentar
Hallo Carsten,
tolles Bild, und herzlichen Glückwunsch zur neuen Kamera!
.faeda
Sudden Death forever! =)
caschy
20.05.2007 von 10:31 (UTC 0) Link zu diesem Kommentar
Viel Spass, bei mir hat es vor kurzem “nur” zu ner D50 gereicht – dafür mit 55-200mm Objektiv. Ist schon hart, das alles neu lernen zu müssen mit ISO und Co – aber es macht definitiv Bock!
Marcel
20.05.2007 von 13:26 (UTC 0) Link zu diesem Kommentar
… vergessen hatte, einen Film einzulegen
Digitalkameras sind heute nicht mehr wegzudenken. Und das ist auch gut so. Das einzig miese daran: der alte, x-tausenfach gehörte Spruch “Hast Du einen Film drin?” funktioniert nicht mehr nur noch bei Österreichern *duckundweg*
CountZero
20.05.2007 von 18:03 (UTC 0) Link zu diesem Kommentar
danke danke, ja, es macht richtig laune…. ich mein, ich mache ja ganz gerne ausgedehnte spaziergänge mit meinen freunden, aber ich konnte mir bis dato nicht vorstellen, daß es spaß macht, auch alleine loszuziehen. mit ner cam in der hand ist das aber tatsächlich eine erstaunlich freude bereitende tätigkeit.
ich habe heute bei einem besuch meiner eltern mal das gut 15 jahre alte nikon-teleobjektiv der analogen F60 meines vaters auf die D80 gesetzt. es ist erstaunlich, aber selbst damit funktioniert der autofokus und die belichtungsmessung einwandfrei. hammer, daß in unserer schnellebigen zeit so eine durch und durch wertstabile erfindung wie das nikon-bajonett sich so gut halten kann.
Bastian
20.06.2007 von 16:41 (UTC 0) Link zu diesem Kommentar
Ach du meine güte….wie die Zeit vergeht. Wie auch immer. Willkommen im Nikon Club
. Ich selbst hab nur ne D40, was für meine Zwecke reicht. Das einzige was fehlt is der ver… Sensorreiniger…naja
. Nu fehlt nur noch nen ImageUploadButton
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