21.04.2007

Es war, Hand aufs Herz, Leute, doch nur eine reine Frage der Zeit, bis diese Meldung auftauchen und die Runde machen würde, nachdem der Datenkrake Google sich das Videoportal YouTube unter den Nagel gerissen hat. Heise vermeldet gerade unter Berufung auf gleichlautende Informationen auf news.com, Suzie Reider (Marketing-Direktorin bei YouTube) habe den Teilnehmern der Advertising Research Foundation’s Rethink Konferenz in New York mitgeteilt, man habe die Absicht, seine Nutzer gezielt auszuhorchen, um passende zielgruppenspezifische Werbung einblenden zu können.

Aber was erwartet man denn ernsthaft von einem börsennotierten Konzern wie Google, dessen einziges (und auf lange Sicht äußerst fragwürdiges!) Geschäftskonzept auf der Vermarktung zielgruppenspezifischer Werbung auf seinen Dutzenden von Plattformen besteht? Die mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar, die Google für die Übernahme hat springen lassen, sowie alleine die reinen Betriebskosten des Videoportals fordern das gezielte Ausspähen der Community-Mitglieder doch geradezu heraus.

Man muß es ganz klar sagen - nicht mehr Winzigweich ist der Erzfeind, “the Big Evil”, und auch nicht Alles-Ohne-Leistung, sondern der sich chinesischen Zensurbestrebungen unterordnende Datenmoloch, der seine Werbung unterbringen muss, da andere tragfähige Geschäftskonzepte schlichtweg nicht existieren.

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Bisher 2 Kommentare zum Artikel

  1. Favoriten verwalten meint

    Heute morgen um 01:25 Uhr kam eine Dokumentation auf Arte mit dem Titel “Wer hat Angst vor Google?”. Die Entstehungsgeschichte und die Zukunftspläne von Google waren Themen. Google hat demgemäß mehr Rechenkraft in seinen Rechenzentren als jeder Staatsapparat. Die Beugung vor dem chinesischen Regime ist bedenklich. Google muss sich vor sich selbst in acht nehmen. Die Geschichte zeigte mehrfach, dass überdimensionierte soziale Systeme unter ihrem eigenen Gewicht leicht kollabieren.

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