04.12.2006

Mit der heute vormittag verkündeten Bookbuildingspanne zwischen 30,00 und 38,00 EUR für den Börsengang von OpenBC/Xing am 07.12.2006 hat Xing nun offiziell Release 2.0 der Dotcomblase eröffnet.

Kenner erinnern sich, Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ging ein Hype an sich wertloser sogenannter Technologieunternehmen um die Welt, der als Dotcomblase bekannt wurde und Mitte 2000 zum Platzen gebracht wurde, als die ersten dieser “Unternehmen” in Konkurs gingen und Abermillionen Euro in Logikwölkchen verbrannt hatten. In Deutschland gab es mit dem “Neuen Markt” (kurz NeMax) sogar eine Zeit lang einen eigenen Index dafür.

OpenBC/Xing ist nun der erste reinrassige Vertreter der Dotcomblase 2.0 - fragwürdiges Geschäftsmodell mit sehr zweifelhaften langfristigen Erfolgsaussichten, ein Vorstandsvorsitzender, der sich schon während des ersten Internethypes an dämlichen und geldgeilen Kleinanlegern dumm und dusselig verdient hat und ein Kurs/Gewinn-Verhältnis jenseits von gut und böse (zugegeben, immerhin hat Xing zumindest seit dem letzten Quartalsbericht ein KGV - ob das von Dauer sein wird, sei aber mal dahingestellt).

Wer also noch alle Tassen im Schrank hat, Finger weg von dieser Neuemission; letztendlich kann das eigentlich nur ins Auge gehen.

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Bisher 5 Kommentare zum Artikel

  1. herby meint

    nun, es gibt schon mehr als genug zahlende mitglieder bei xing und es werden sicher noch mehr, nachdem gegenüber früher beim free-mitglied einige möglichkeiten beschnitten wurden.
    aber es lohnendes investment wird das sicher nicht.

  2. netwing meint

    200Mio “Wert” bei 6Mio Umsatz sind schon ein starkes Stück. BTW. kenn irgendwer ein zahlendes Mitglied von OpBC (Xing find ich scheiße)? Ich kenne Unmengen mitglieder aber keinen einzigen der die 5 eur im monat zahlt. ich frag mich woher die 6Mio jahresumsatz kommen. Werbung 0 Mitgliedsbeiträge: 6000000/12/5=100000 würde bedeuten das sie 100000 zahlende! Mitglieder haben was ich beim besten willen nicht glauben kann (siehe oben).

  3. lilli meint

    Man kann die Käufer der aktien nur für völlig blöd halten. Hab letztens schon verschiedene Pressemitteilungen gelesen… Die hatten im letzten Jahr einen umsatz 6 Millionen und wollen mit dem börsengang 100 Mio einnehmen. Deren Idee ist definitiv keine 100 Mio wert. Das Ding wird eine glatte Bauchlandung. Wie lange Zeit gibt man denen bis der Kurzwert der Aktie unter 2 Euro fällt?

  4. saviano meint

    Ihr werdet möglicherweise staunen - ich will jetzt nichts in Verteidigung des Geschäftsmodells oder der Wirtschaftlichkeit von openBC/Xing sagen, aber hier wird auch keine Analyse in diese Richtung gemacht - lediglich Erinnerungen an die Blase wachgerufen.

    Man kann sicher sein, dass sich alle noch an die Blase erinnern, kein Privatinvestor kauft jetzt Internetunternehmen (überhaupt oder ohne zu zittern). Dies ist gute Voraussetzung dafür, dass keine übermäßige Übertreibung aufkommen zu lassen.

    Und im Übrigen - die ersten Unternehmen, die - sagen wir aus einem neuen Segment kommen - sind meistens die, die am besten geführt sind und am stabilsten laufen. Sie waren nicht explizit für die Börse gegründet, und haben sich auf “natürliche” Weise im Markt irgendwie schon behauptet. Diese sind in der Regel auch die erfolgreicheren an der Börse - bis die große Welle an Schrott kommt. So war es auch in den 90er.

    Dies ist keine Kauf-Empfehlung. Ich würde sogar auch von Zeichnen abraten - es gibt schließlich viele etablierte Unternehmen, die vergleichsweise attraktiver sind in Anbetracht des Risikos, das man bei Xing - da hilft keine Beschönigung - auf sich nimmt.

    Trotzdem, schauen wir uns den Kurs an.

  5. Walle meint

    Naja, das sind wohl noch die leichten Auswüchse.

    Ich kann mich an einen Spiegel bericht von letzte Woche erinnnern, da war das wunderbar umschrieben. So zum Beispiel das ein Fond mit 15 Mrd. Schulden stabiler ist als vorher! :???: