Durch einen Post bei blog2.de bin ich auf die Website reviewme.com aufmerksam geworden, die ein ebenso interessantes wie kontrovers in Bloggersdorf diskutiertes Konzept verfolgt. Denn dieses Konzept basiert darauf, Blogger und Anbieter sozusagen zusammenzuführen, damit die Blogger gegen Bares über eine Website oder ein Produkt eines Anbieters auf ihren Blogs berichten.
Daß da sehr schnell die Frage im Raum steht, ob das denn dann noch unabhängige Berichterstattung sein kann, verwundert dann nicht weiter, im übermißtrauischen deutschen Bloggersdorf erst recht nicht. Insbesondere der Umstand, daß Blogger neuerdings immer wieder ins Visier von viralen Marketing-Kampagnen geraten und sich oft nur allzu bereitwillig für die sinisteren PR-Zwecke der Strippenzieher einspannen lassen, dürfte zu diesem mehr oder weniger gesunden Mißtrauen gegenüber Konzepten wie dem von reviewme.com beitragen.
Doch versucht reviewme.com diesem Mißtrauen mit einem interessanten Konzept entgegenzuwirken, und eben dieses Konzept ist auch der Grund, weshalb ich mich überhaupt näher mit der Seite beschäftigt habe und dem Ganzen im Zuge meines Experiments eine Chance gebe. Denn einer der Kernpunkte in den Bedingungen für Publisher bei reviewme.com ist, daß sie von den über sie berichtenden Bloggern keinesfalls uneingeschränkte Lobhudelei erwarten dürfen, sondern sich auch mit konstruktiver Kritik und somit unter Umständen auch einem Verriß anfreunden können müssen. Immerhin kann diese konstruktive Kritik ja auch zu einer Verbesserung des Angebots führen, und nicht selten tritt sogar noch der Effekt auf, daß sich jeder selbst von den Kritikpunkten überzeugen möchte.
Etwas kritischer sehe ich hingegen die Kriterien, anhand derer entschieden wird, ob ein spezielles Blog überhaupt für das Programm akzeptiert wird (nach der Anmeldung kann man bis zu sechs Blogs anmelden) – wie so oft greifen hier nämlich Automatismen wie etwa die Backlinks von Alexa, Google und Co. sowie Feed-Abos, und gerade letztere sind schwierig zu erfassen, sofern nicht Anbieter wie Feedburner und Co. hier zum Einsatz kommen. Ich halte es durchaus für möglich, daß es hier durch diese Automatismen zu Fehleinschätzungen kommen kann, aber gut, da ich selbst bei meiner Testanmeldung dieses Blogs ganz gut bei dieser Messung weggekommen bin, mag ich mich auch nicht wirklich drüber beschweren
Positiv finde ich außerdem, daß man sich selbst aussuchen kann, auf welche Angebote man eingehen möchte. Sprich, die Anbieter treten mit einem Angebot an dich heran, im Accountbereich kannst du diese Angebote einsehen, und wenn dir ein Thema zusagt, greifst du zu und hast ab diesem Moment dann 48 Stunden Zeit zur Veröffentlichung deines Posts zum angenommenen Thema. Bei zu guter Bezahlung birgt das natürlich wiederum die Gefahr, daß die Objektivität dann doch auf der Strecke bleibt, einfach weil bei vielen Leuten die Geldgier dann doch irgendwo siegt. Es liegt halt an einem selbst, für wie ehrlich den eigenen Lesern gegenüber man sich hält und wieviel Wert die Leser auf die eigene Meinung legen.
Die Auszahlung erfolgt jeweils zum Monatsanfang wahlweise per Scheck oder via Paypal, und da ich sowieso einen Paypal-Account habe, empfinde ich auch diesen Aspekt persönlich als durchaus angenehm, kann aber auch nachvollziehen, daß es für so manchen ein Manko ist, mangels Paypal-Account eine Scheckzahlung in Fremdwährung (US-Dollar) als einzige Alternative vorzufinden, da dies ja in der Regel (neben dem in beiden Fällen vorhandenen Währungsrisiko) zusätzliche Wechselgebühren nach sich zieht.
Aus Besuchersicht sollten solchermaßen “gesponsorte” Posts stets auf den ersten Blick ersichtlich sein, daher schreibt das Regelwerk für Blogger vor, solche Posts deutlich als reviewme-Posts kenntlich zu machen. inwiefern dies kontrolliert wird, vermag ich jedoch aus naheliegenden Gründen (ich schreibe hiermit grad den ersten solchen post überhaupt) noch nicht zu beurteilen
Alles in Allem finde ich das Konzept auf jeden Fall interessant und wert einer näheren Betrachtung unterzogen zu werden. Warum soll ich mich für den einen oder anderen Post nicht in direkter Linie entlohnen lassen, wenn ich doch ansonsten so viel ohne jede Gegenleistung recherchiere?
Update 03.12.2006
Ich habe gerade meinen ReviewMe-Account und meinen Paypal-Account gecheckt, und siehe da, pünktlich am 01.12. (wie von ReviewMe.com auf deren Website angekündigt) ist mein Verdienst überwiesen worden. “Dank” des derzeit miesen Dollarkurses ist zwar einiges in der Kursumrechnung versackt, jedoch kann man das ja ReviewMe nicht anlasten, ne?
Dieser Artikel ist ein von reviewme.com gesponsorter Beitrag, entspricht jedoch vollkommen meiner unverfälschten Meinung.
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Ebay-Schnäppchen auf den letzten Drücker | 4null4.de - Sarcasm's paradise sagt:
20.11.2006 von 20:29 (UTC 0 )
[...] Meine “Karriere” als PaidPost-Schreiberling über den Anbieter reviewme.com läßt sich überraschend gut an. Nicht nur, daß jener erste Review heute und somit sehr schnell “approved” wurde, ich hatte heute auch schon die erste Anfrage eines Drittanbieters im Postfach. Bei näherer Betrachtung gefiel mir das Angebot von Lastminute Auctions ganz gut, und somit stellt dies hier den dazugehörigen Review dar. [...]