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Okt 26 2007

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Sparpotenziale, Teil 7 – Fette Zinsen kassieren

Dieser Artikel wurde ursprünglich im November 2006 veröffentlicht, ich habe ihn jedoch auf die aktuellen Gegebenheiten hin aktualisiert.

Die regelmäßigen Leser meiner kleinen Artikelreihe zur Ausnutzung aller möglichen Einsparungsmöglichkeiten, die mit keinerlei Komforteinbußen im bisherigen Lebenswandel verbunden sind, haben ja nun in den letzten Wochen eine Menge Informationen gesammelt, wie man seine Lebenshaltungskosten teils sehr erheblich durch einfachen Wechsel von Vertragsanbietern oder auch einfach durch sinnvolles und zielgerichtetes Handeln senken kann.

Nun sagte mal ein intelligenter Mensch nicht untreffend, „reich wird man nicht dadurch, daß man viel Geld verdient, sondern damit, daß man es nicht wieder ausgibt“. Daran haben wir in den letzten Teilen dieser Reihe ja recht fleißig gearbeitet, doch jeder Cent, der sozusagen „nutzlos“ auf unserem nunmehr kostenlosen Girokonto „vergammelt“, bedeutet trotzdem noch finanziellen Verlust, denn selbst das beste Girokonto ist nicht mit einem Guthabenzins ausgestattet, der auch nur die Inflationsrate abfedern würde. Je länger unser eingespartes Geld also einfach auf einem reinen Girokonto liegt, desto weniger ist es sozusagen „real“ wert.

Was ist also naheliegenderweise zu tun? Wir benötigen eine Möglichkeit der Geldanlage, die einerseits gute Zinsen bringt, andererseits das Geld aber nach wie vor täglich verfügbar hält, denn es kann ja jederzeit passieren, daß wir zumindest Teile davon aufgrund von unvorhergesehenen oder ungeplanten Vorkommnissen benötigen. Somit fallen viele der üblichen sogenannten Hochzinsanlagen direkt unter den Tisch, da Sparbriefe, Anleihen, Aktien, Fonds, Zertifikate und dergleichen entweder das Geld für mehrere Jahre festlegen oder durch kurzfristige Kursschwankungen auch ein erhebliches Risiko bedeuten können.

Die Lösung dieses Dilemmas hat einen prägnanten Namen: Tagesgeld! Unter einem Tagesgeldkonto versteht man ein spezielles Direktkonto, welches üblicherweise nicht für den normalen Giroverkehr genutzt werden kann, sondern stets ein Girokonto als Verrechnungs-/Gegenkonto erfordert. Betreibt man dieses Girokonto bei der selben Bank wie das Tagesgeldkonto, so ist das dort deponierte Geld jedoch ebenso wie das Guthaben auf dem Girokonto in der Regel ebenso unmittelbar verfügbar, da bankinterne Umbuchungen dieser Art meist sofort ausgeführt werden bzw. der Verfügungsrahmen sofort angepasst wird. Und der Clou dabei: das Tagesgeld bringt teilweise, je nach Anbieter, bis zu 6,3 Prozent Zinsen pro Jahr!

In dieser Größenordnung liegen normalerweise Rentenpapiere mit langfristigem Anlagehorizont, und bei denen kann von sofortiger bzw. wenigstens tagesgenauer Verfügbarkeit keine Rede sein.

Doch die Spreu trennt sich wie so oft schnell vom Weizen, und damit ihr nicht selbst ewig suchen müßt, möchte ich euch einige imo sehr interessante Angebote vorstellen. Hierbei ist bitte zu beachten, daß alle Angaben ohne Gewähr sind (ich bin weder Finanzdienstleister noch Banker noch Anlageberater – ich gebe hier ausschließlich auf Basis meiner bisherigen Erfahrungen und der zum aktuellen Zeitpunkt im Internet frei verfügbaren Informationen meine Eindrücke wieder) und sich die Konditionen der im Folgenden vorgestellten Anbieter jederzeit wieder ändern können bzw. auch als reine Neukundenangebote gelten müssen, von denen Bestandskunden der jeweiligen Banken nicht (oder nicht im vollen Umfang) profitieren können.

  • Das comdirect Tagesgeld PLUS dürfte aktuell eines der Topangebote sein, denn es gehört derzeit zu den höchstverzinsten momentan verfügbaren Tagesgeldkonten. Speziell für Neukunden gibt es ab einer Einlage von 1.000,00 EUR einen zusätzlichen Bonus von 25,00 EUR, womit für die ersten 1.000 EUR die nominale Verzinsung auf wahnsinnige 6,3 % p.a. steigt. Bestandskunden können von diesem Bonus leider nicht profitieren, mit 3,8 % p.a. liegt die Verzinsung aber immer noch im obersten aktuell üblichen Bereich. Durch die quartalsweise Zinsabrechnung liegt der effektive Zinssatz dank Zinseszinseffekt sogar noch etwas höher. Definitiv eines der interessantesten Angebote zur Zeit auf dem Markt, und wäre ich nicht schon Kunde, würde ich es hierfür definitiv werden.
  • Das Das Extra-Konto der ING-DiBa liegt mit 3,25 % Zinsen pro Jahr in punkto Zinsen etwas unter dem Comdirect-Angebot. Ähnlich wie bei der Codi bietet die ING-DiBa auch ein von den Konditionen her sehr interessantes Wertpapierdepot an, so daß man dieses Angebot auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen sollte 😉
  • Die CC-Bank der Santander Gruppe ist ebenfalls erwähnenswert, denn diese Bank bietet mit der sogenannten Super-Mastercard nicht nur eine Kreditkarte mit 5 % Rabatt auf alle Tankstellenumsätze, sondern mit ihrem Geld-Management-Konto (kurz GMK) mit ebenfalls 3,35 % Zinsen p.A. ein ebenfalls sehr interessantes Tagesgeldkonto an. Hier erfolgt die Zinsgutschrift sogar monatlich, was den Zinseszinseffekt noch etwas verstärkt, und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß Transaktionen vom und zum GMK sehr schnell abgewickelt werden. Obwohl ich kein Girokonto bei der CC-Bank betreibe, ist vom GMK abgehobenes Geld in aller Regel am Tag nach der Abbuchung meinem Girokonto gutgeschrieben.
  • Auch Cortal Consors als dritte Direktbank im Bunde trumpft immer mal wieder mit einem interessanten Tagesgeld-Angebot auf. Aktuell: Für Neukunden werden 4,5 % Zinsen pro Jahr (bis zu einer Anlage von 20.000 EUR, darüber hinaus Konditionen wie bei Bestandskunden) ausgelobt. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, daß hier unter allen von mir gelisteten Anbietern der einzige echte Pferdefuß in den Konditionen lauert, denn der Zinsbonus gilt nur für sechs Monate (danach gibt es nur noch 3,25% p.a.), und die Bank erhebt Kontoführungsgebühren auf das Tagesgeldkonto, wenn das durchschnittliche Guthaben unter 2.500 EUR liegt. Man mag trefflich darüber streiten, ob das noch als seriöses Angebot durchgeht, doch diese Konditionen sind immerhin deutlich sichtbar auf der Website gelistet und nicht im Kleingedruckten versteckt.
  • Zu guter letzt sei noch das CashPlus der 1822direkt erwähnt. Dieses bringt Neukunden derzeit ebenfalls 3,8 % Zinsen p.A. bei monatlicher Zinsgutschrift und täglicher Verfügbarkeit. Damit gehört es mit zu den am besten verzinsten Angeboten ohne Fußangeln.
  • Ich habe zwischenzeitig noch ein weiteres Angebot mit guter Verzinsung gefunden, welches mit den oben genannten Tagesgeldkonten mithalten kann – im DKB-Cash-Paket der DKB-Bank ist ein wohl mit der VISA-Card verknüpftes Guthabenkonto enthalten, welches mit derzeit 3,8 % Zinsen per Annum ausgestattet ist. Da das Girokonto selbst ebenfalls kostenlos geführt wird, sollte man also auch dieses Angebot mal näher betrachten.

Ihr seht, wenn man sich ein wenig im Web umschaut, finden sich derzeit viele sehr interessante und mit guten Konditionen ausgestattete Tagesgeld-Lösungen, die ein kurzfristiges Parken von gerade „übrigen“ Guthaben ohne Realkaufkraftverlust und einem netten Bonus obendrein gestatten. Eine „eiserne Reserve“ von durchschnittlich drei bis vier Nettogehältern sollte jeder auf diese Weise für kurzfristige Engpässe und Notfälle beiseite legen.

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6 Kommentare

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  1. Walle

    Naja, die Zinsen nützen bei halbiertem Freibetrag auch nicht so richtig viel … 🙁

  2. Der Blogger

    um so viel zinsen aufzutun, daß dieser halbierte freibetrag ausgeschöpft wird, muss man aber immer noch ein ziemliches häufchen geld beiseite schieben – bei alleinstehenden fast 25.000 eur, verheiratete müssen sogar rund 50.000 eur auf so einem tagesgeldkonto bunkern, um da den freibetrag auszuschöpfen.
    und so viel geld legt man da nicht hin, sondern legt sowas anderweitig an.
    die freibetragsgrenze wird nur dann ein problem, wenn man die freistellungsaufträge auf verschiedene aufsplittert oder großverdiener ist – und das trifft weder auf dich noch auf mich zu 😉

  3. Daniel

    @ CountZero:

    Wieso wird die Freibetragsgrenze nur dann ein Problem, wenn man die Freistellungsaufträge auf Verschiedene aufsplittet?

    Was hältst Du von der AT Bank als Tagesgeldkonto (bis max. 20000 Euro)?
    http://www.atbsparen.de

  4. Der Blogger

    das problem mit dem splitten stellt sich dann, wenn du zum beispiel deine 801 eur auf vier institute verteilst zu je 200,25 eur und dann bei einem teil davon tatsächlich höhere zinseinkünfte erzielst, die anderen kontingente aber nicht ausschöpfst. dann kommst du trotz freistellungsaufträgen nicht drum rum, dir die zuviel gezahlte zinsabschlagsteuer über eine einkommensteuererklärung zurückzuholen.
    ich favorisiere daher den weg, nur ein einziges institut mit einer freistellung zu „beglücken“, denn um die einkommensteuererklärung komme ich wegen meines nebenberuflichen gewerbescheins eh nicht drumrum.

    die zinsen der atb sehen gut aus, nur kennt die amsterdamer hier niemand, folglich dürfte es schwer werden, im deutschsprachigen internet zuverlässige erfahrungsberichte zu finden.

    bei google wirbt auch irgendso eine andere klitsche massiv mit bis zu 4,5 % zinsen aufs tagesgeld – die sind nur leider vom ganzen gehabe her alles andere als seriös, und man sollte daher einen weiten bogen drum machen, auch und erst recht nach dem zu urteilen, was man in einschlägigen foren von denen liest.

  5. Daniel

    Das mit den nichtvorhandenen Erfahrungsberichten hab ich leider auch schon feststellen müssen! 🙁

    Bei mir sieht’s folgendermaßen aus:
    Seit knapp1,5 Jahren bin ich in Österreich steuerpflichtig, aber auch immernoch in Deutschland gemeldet. Jetzt hab ich mir gedacht, wieso soll ich in Ö 25% Kapitalertragssteuer schlucken, wenn ich in D nen Freistellungsauftrag stellen kann. Dass sich das Ganze in einer „Grauzone“ abspielt und vielleicht nicht ganz korrekt ist, ist mir zwar bewusst, aber irgendwie seh ich nicht ein, dem Staat, der mir eh schon genug überall abreißt, auch noch das zu schenken!
    Sollte vielleicht eh mal nen Steuerberater aufsuchen, der mir da bißchen was zu erzählen kann (auch im Hinblick auf Renten-Regelung, Doppelbesteuerungsabkommen, etc.)

  6. Daniel

    Spätestens 2009 ist das doch alles Makulatur. Mit der dann geltenden Abgeltungssteuer werden Zinserträge durch die in diesem Artikel beschriebenen Möglichkeiten doch erst richtig attraktiv. Pauschal mit 26,35 Prozent (inkl. Soli-Zuschlag) versteuert, würden von 6 Prozent Zinsen stattliche 4,50 Prozent in der Tasche des Sparers landen, und das völlig risikofrei.

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