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Okt
29
2006

Marketing-Gag mit Bloggers Hilfe

Im Blog von trnd.com bin ich zufällig auf einen ominösen Schlüsselbund mit einer Hundemarke mit dem Aufdruck “Hustle the Sluff” gestoßen. Der Blogbeitrag rät bei Interesse an näheren Informationen doch einfach mal Google zu bemühen, und dort wird man in der Tat sehr schnell fündig. Offenbar haben in der jüngeren Vergangenheit rund 120 deutschsprachige Blogger einen (in der Regel unzureichend frankierten und somit nachporto-pflichtigen) Briefumschlag erhalten, den ihnen ein ominöser Erik Pollard ohne weitere Absenderangaben zugeschickt hat.

Die Erwähnung dieses Namens läutete praktisch unmittelbar ein kleines Alarmglöckchen in meinem Hinterstübchen, und der Umstand, daß trnd.com ein Projekt des Kernthemas “virales Marketing” ist, tat ein Übriges dazu. Denn ich kenne diesen Namen. Ich weiss sogar, wo ich den Namen erstmals aufgeschnappt habe. Ich mußte dazu nur einen kurzen Blick in eines meiner vielen Bücherregale werfen und nur einen kurzen Griff zu einer meiner jüngeren Neuanschaffungen tätigen (ich mach’s spannend, ich weiss, das ist Absicht :) )

Der Roman, zu dem ich einfach greifen musste, ist kein geringerer als Mustererkennung von William Gibson, und der Name kam mir deshalb so bekannt vor, weil die Protagonistin dieses Romans, eine gewisse Cayce Pollard, Spezialistin für Marken, dem Urheber einer Sammlung von ca. 130 kurzen S/W-Videoschnippseln hinterherjagt und dessen Identität aufzuklären versucht. Im Zuge dieser Suche trifft sie unter anderem auf ein Mädchen, das seinen Lebensunterhalt mit viralem Marketing in Kneipen und Szene-Clubs verdient. Und auch sonst dreht sich alles in Gibsons Roman um Marketing, Marken und Werbung und das Internet.

Es lag also auf der Hand, daß hier Werbefuzzies zufällig den gleichen Roman gelesen haben und daß diese Aktion ein erster Versuch ist, ein ähnliches Konzept wie im Roman beschrieben mal in der Praxis auszuprobieren.

Weite Teile von Kleinbloggersdorf waren dennoch auf der Suche nach immer neuen Schlüsseln bzw. den Empfängern der noch nicht ermittelten Schlüsselnummern, und offenbar haben die Leute, die so begeistert an dieser Aktion teilgenommen haben, entweder nicht die “richtigen” Bücher gelesen, oder es muss wohl Spass machen, sich für so eine seltsame Kampagne ausnutzen zu lassen.

In der Zwischenzeit hat sich das Rätsel gelöst, wie ich bei weiteren Recherchen im Web gerade herausgefunden habe, und damit hat mich mein Riecher dank der Assoziation mit einer Gibson-Figur mal wieder nicht im Stich gelassen. Ich darf dann wohl drei Kreuze machen, daß mir keiner der unterfrankierten Briefumschläge zugestellt wurde, anderenfalls hätte ich wohl vielen Leuten den Spass verdorben, die Herkunft des Namens “Pollard” schon viel früher verraten zu haben ;)

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.4null4.de/219/hustle-the-sluff-marketing-gag/

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  1. PayPerPost mit Review Me | 4null4.de - Sarcasm's paradise sagt:

    [...] Daß da sehr schnell die Frage im Raum steht, ob das denn dann noch unabhängige Berichterstattung sein kann, verwundert dann nicht weiter, im übermißtrauischen deutschen Bloggersdorf erst recht nicht. Insbesondere der Umstand, daß Blogger neuerdings immer wieder ins Visier von viralen Marketing-Kampagnen geraten und sich oft nur allzu bereitwillig für die sinisteren PR-Zwecke der Strippenzieher einspannen lassen, dürfte zu diesem mehr oder weniger gesunden Mißtrauen gegenüber Konzepten wie dem von reviewme.com beitragen. [...]

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