30.09.2006

Ich habe vor kurzem Teil 1 meiner Sparpotenziale-Reihe zu Ende in die Tat umgesetzt und auch für mein Geschäftsgirokonto meines nebenberuflichen Gewerbescheins eine neue, preiswertere Bankverbindung gesucht. Vor rund zwei Wochen bin ich fündig geworden und habe das für mich passende Kreditinstitut gefunden, um der vollkommen überteuerten und unverschämten Postbank endgültig in den Allerwertesten treten zu können.

Was ich erst beim Ausfüllen des Onlineantrags bemerkte, war der Umstand, daß diese Bank offenbar für die Anwerbung neuer Firmenkunden im August ein Prämienprogramm laufen ließ, und zumindest im Onlineantrag konnte man immer noch zwischen drei verschiedenen Wunschprämien auswählen. Für mich war dabei ein schnurloses Telefon die interessanteste Prämie, und so kreuzte ich die passende Checkbox an.

Nach der Einreichung des Antrags habe ich mich dann auf den Seiten der Bank umgesehen, um mir dieses ominöse Programm genauer anzusehen (es war für die Kontoeröffnung für mich nicht relevant, ich hätte das Konto auch ohne die Prämie eröffnet), und dabei musste ich dann feststellen, daß das Programm zum 31.08.2006 ausgelaufen war. “Naja, dann halt ohne Prämie, wäre ja eh nur ein netter Bonus gewesen”, dachte ich mir, und damit war die Sache für mich abgehakt.

Mein Freund Zedel, selbst Projektmanager bei einer Bank, machte mich dann aber darauf aufmerksam, daß Banken es sich mit ihren Neukunden selten verscherzen wollen und daher die Prämie aller Wahrscheinlichkeit dennoch liefern, da sie es ja selbst schuld waren, daß sie ihre Website nicht rechtzeitig aktualisiert haben.

Die Bank war erhofftermaßen dann recht schnell mit der Zusendung aller notwendigen Unterlagen, der Postident war nur noch eine Formsache, und schon wenige Tage später wurden mir nach und nach alle Unterlagen, PINs und dergleichen für mein neues GG-Konto zugestellt. Das Tüpfelchen auf dem i war dann diese Woche Dienstag eine Paketbenachrichtigung der Post, die ich zunächst nicht zuordnen konnte. Erst nach etwas Buddeln in meiner Mottenkiste fiel mir ein, daß dies eventuell ja dieses ominöse Telefon sein könnte.

Heute habe ich es dann endlich geschafft zur Post zu marschieren und das Paket abzuholen (und habe dabei mal wieder einiges über richtig schlechten Kundenservice erlebt), und siehe da, es handelte sich tatsächlich um die Prämie der Bank.

Das Schnurlos-Telefon entpuppte sich als Siemens Gigaset SL550 inklusive Basisstation und Farbdisplay, und mir dämmerte zum ersten Mal ein “nett, taugt ja vielleicht sogar etwas” durch den Schädel.

Heute nachmittag habe ich dann zufällig meinen Bruder getroffen, seines Zeichens Substitut einer Multimedia-Abteilung eines bekannten Großhandelskonzerns, und ich erkundigte mich bei ihm, ob denn dieses SL550 etwas tauge, daß ich da heute bei der Post abgeholt habe. Ihm verschlug es einen Moment die Sprache, und er murmelte was von “du hast zuviel Geld”, und sein Erstaunen wuchs noch ein gewaltiges Stück weiter, als ich ihn korrigierte, daß ich dieses Gerät nicht gekauft habe, sondern als Prämie für ein neues Konto geschenkt bekommen habe.

Nachdem er sich dann von seinem Erstaunen etwas erholt hatte, hat er mich genauer ins Bild gesetzt. Ja, das Gigaset 550 “tauge etwas”, um genauer zu sein, es sei eines der besten ihm bekannten schnurlosen DECT-Telefone, vor allem aufgrund von Sprachqualität, Farbdisplay, Telefonbuch und etlichem netten Schnickschnack mehr, und soweit er sich entsinne habe er das Ding in seinen Einkaufslisten zuletzt bei etwa 150 EUR gesehen.

Ich habe grad mal bei geizhals.at nachgesehen und diese vage Auskunft bestätigt gefunden. Die billigsten Anbieter liefern das Telefon inzwischen für knapp 100 EUR, aber es gibt auch noch etliche Händler, die in der Tat rund 150 EUR und mehr als Anschaffungswiderstand haben wollen.

Na das nenne ich dann doch mal ein glückliches Händchen. Ich bin ja grundsätzlich recht technik-affin, aber daß eine unerhoffte Gratisprämie dann auch noch tatsächlich zu was taugt und dann auch noch einen echten Gegenwert hat, das begegnet mir denn doch heutzutage recht selten. Wenn ich den Wert des Geräts mit den Kontogebühren meines neuen GG gegenrechne, muß mich die Bank nun mindestens zwei bis drei Jahre als Kunden halten, ansonsten fahren sie Verluste an mir ein. ;)

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