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Sep 09 2006

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Sparpotenziale, Teil 4 – Energie sparen

Nicht nur die Mehrwertsteuererhöhung wird nächstes Jahr in vielen Haushalten neue Löcher in die Haushaltskasse reißen, sondern auch die drohende erneute Erhöhung der Stromkosten, die viele Stromkonzerne schon jetzt angekündigt haben (und das trotz der höchsten Konzerngewinne aller Zeiten!). Aus diesem Grund ist der heutige Teil meiner kleinen Artikelserie auch diesem Thema gewidmet.

Der heutige Tipp: Energie sparen

Da die Stromkosten eines jeden Haushalts von sehr vielen verschiedenen Umständen abhängen, kann ich dieses Mal leider keine pauschalen Zahlen anführen. Stattdessen kann ich lediglich die Stromkosten meines eigenen Haushalts als Beispiel anführen, und diese haben sich inklusive der jährlichen Kosten für die Nachtspeicherheizung bei ca. 600 EUR pro Jahr konsolidiert – das sind 50 EUR pro Monat zzgl. MwSt (also 58 EUR / Monat).

Wie habe ich das geschafft? Nun, ich habe eine ganze Reihe von Tipps beherzigt und vieles auch „einfach so“ schon immer „richtig“ gemacht, weil ich es nie anders gelernt habe.

  1. Licht nur in Räumen anschalten, in denen man sich auch grad befindet
  2. Wo immer sinnvoll auf Energiesparlampen setzen. Die sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, halten aber ca. 15.000 Betriebsstunden lang, und da summiert sich die effektive Ersparnis pro Lampe schnell auf 70 EUR über die Lebenszeit der einzelnen Birne.
  3. In Räumen, in denen Energiesparlampen keinen Sinn machen, lediglich 40w-Birnen einsetzen
  4. Praktisch alle elektrischen Geräte, die gerade nicht benötigt werden, nicht einfach in den Standby-Modus versetzen, sondern tatsächlich komplett vom Stromnetz trennen. Ein Gerät, das im Standby 5 Watt aus der Leitung zieht, kostet pro Tag 120 Watt sinnlos verbratene Energie, pro Jahr mithin also rund 45 KWh – bei den derzeitigen Strompreisen von bis zu 20 Cent je KWh macht das pro Gerät also 9 EUR unnötiger Kosten aus.
  5. Geräte, die nicht komplett abgeschaltet werden können, über eine abschaltbare Mehrfachsteckdose ans Stromnetz anschließen und auf diesem Umweg komplett vom Netz trennen
  6. Auf überflüssige Elektrogeräte verzichten; ich rasiere mich beispielsweise prinzipiell nass, und die Zähne putze ich mir altmodisch mit einer Handzahnbürste.
  7. Die Waschmaschine immer nur voll befüllt anschalten, bei gering verschmutzter Wäsche lediglich mit 30 – 40 Grad waschen und das Kurzprogramm-Repertoire der Waschmaschine ausnutzen. Obwohl mein Schätzchen inzwischen mehr als 12 Jahre auf dem Buckel hat, macht sich das deutlich in weniger Kosten bemerkbar. Eine nagelneue Maschine würde wahrscheinlich sogar noch mehr Ersparnis herausholen.
  8. Statt mit einem Wäschetrockner zusätzliche Energie zu verpulvern, die Wäsche oldschool auf der Leine trocknen lassen 😉
  9. Nur die Wäsche bügeln, die unbedingt gebügelt werden muss (Hosen, Hemden). Extratipp: Bügelwäsche vor dem Duschen im Badezimmer aufhängen – der durch das heiße Duschen entstehende Wasserdampf wirkt ohne Bügelei faltenglättend. Dank diesem Trick muss ich selten mal ein Hemd wirklich bügeln.
  10. Den eigenen Rechner silencen (sofern nicht eh schon ein energiesparendes Notebook als Primärrechner eingesetzt wird). Da viele der sinnvollen Silencing-Maßnahmen mit einer Drosselung von PC-Komponenten wie CPU oder Grafikkarte im Desktopbetrieb verbunden sind, führt dies ebenfalls zu erheblichen Energieeinsparungen. Ich habe meinen Rechner durch diese Maßnahmen im letzten Jahr von durchschnittlich 150-200 Watt Energieverbrauch auf inzwischen weniger als 60 Watt drosseln können.
  11. Keine Halogen-Deckenfluter im Haushalt einsetzen. Das sind absolute Strommonster. Ich gebe zu, ich habe diese Regel bisher selbst nicht umgesetzt und in meinem Schlafzimmer noch eines dieser 300-Watt-Monster im Einsatz (wegen des angenehmen Lichts). Den praktisch gleichen Beleuchtungseffekt kann man aber genauso gut auch mit zwei geschickt montierten 40w-Glühbirnen erreichen. Als ich noch studiert habe und eher einen vampirischen Tagesrhythmus hatte, war dieser elende Fluter teilweise bis zu zehn Stunden am Tag in Betrieb – das sind rund 1.000 KWh pro Jahr, die allein durch diesen Fluter verballert wurden!
  12. Bei der Neuanschaffung von Elektrogeräten wie Herd, Kühlschrank, Waschmaschine auf energiesparende Geräte achhten. Es macht keinen Sinn, nun extra zum Zweck des Energiesparens neue Geräte kaufen zu gehen, da die dadurch entstehenden Kosten erst nach etlichen Jahren wieder eingeholt werden können. Steht jedoch eine Neuanschaffung sowieso ins Haus, tut es nicht weh, dann gezielt energieeffiziente Geräte zu kaufen, da die so entstehenden Mehrkosten in der Regel schon nach ein bis zwei Jahren wieder ausgeglichen werden können.
  13. Falls eine Nachtspeicherheizung zum Einsatz kommt, nicht zu wenig heizen. Klingt komisch, ist es aber nicht. Ich mußte diese Lektion auch erst mühsam lernen. Der Energiehunger vor allem älterer Nachtspeicheraggregate steigt offenbar exponentiell, je kälter der zu heizende Raum ist. Sorgt man also für ein grundsätzlich angenehmes Raumklima, reicht es aus, die Nachtspeicherheizung auf die niedrigste Energiestufe einzustellen, da so die schon vorhandene Wärme lediglich erhalten werden muss. Kühlt die Wohnung im Laufe des Tages hingegen vollkommen aus, muss man die Heizung voll aufdrehen, damit es in einigermaßen annehmbarer Zeit warm wird, und das frisst Unmengen an Strom. Ich habe spannenderweise drastisch weniger Nachtspeicherstrom verballert, seit ich diese Regel einzuhalten gelernt habe. Übrigens halte ich es nicht für sinnvoll, beim Vermieter auf eine Modernisierung eventuell vorhandener veralteter Nachtspeichergeräte zu pochen (es sei denn, die Geräte sind sooo alt, daß sie noch Asbestmatten enthalten). Die Ersparnis durch modernere Nachtspeicher wird in aller Regel durch die unweigerlich folgende Mieterhöhung in aller Regel aufgefressen.
  14. Kreativ sein und im eigenen Lebensumfeld nach weiteren Möglichkeiten suchen, noch mehr Energie einzusparen. Die vorher genannten Tipps können nur als Anregung dienen, denn ich kenne ja eure persönlichen Lebensumstände nicht so gut wie ihr selbst.
  15. Mit einem Energieverbrauchsmessgerät (gab es z.B. vor knapp anderthalb Jahren mal bei Lidl für knapp 10 EUR im Angebot) im eigenen Haushalt nach Energiefressern forschen. Sollte die Anschaffung eines solchen Geräts wegen der damit verbundenen Kosten gescheut werden, mal beim eigenen Energieversorger freundlich anfragen; oft kann man dort Energiemeßgeräte problemlos kurzfristig ausleihen.

Ihr seht, mit etwas Disziplin und Einfallsreichtum finden sich etliche Möglichkeiten der Energieeinsparung; man muss nur kreativ sein, und alle Mitglieder des Haushalts müssen am selben Strang ziehen, damit das Ganze auch funktioniert.

Mögliche Ersparnis: mehrere 100 EUR p.a.

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5 Kommentare

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  1. ReneS

    Man kann es auch wie ich machen und für 8 Monate im Jahr im Ausland sich rumtreiben. Damit spart man viel, da kein Licht, keine Heizung und kein Wasser gebraucht wird 😉 Im Ausland brauche ich es nicht extra zu bezahlen.

    Trotzdem danke für die Tipps.

  2. xion

    Auch ich hatte mal eine hohe Stromrechnung. Seit dem der Deckenfluter beim Frühjahrsputz dem Wischmob körperlich unterlegen war und unabsichtliche das zeitliche segnete, ich beim örtlichen Stromnetzbetreiber kostenlos ein Wattmeter ausgeliehen habe und alle Verbraucher durchgemessen habe, sank der Jahresverbrauch um 40% auf ein eträgliches Niveau. Feststellen konnte ich, dass der Digitalreceiver scheinheilig selbst bei leisen Tönen über 60W schluckte. Drum bleibt er jetzt (außer beim DVD-Gucken) ausgeschaltet. Was den Standby-Betrieb von TV (der ist seit 6 Monaten tot und ich vermisse ihn nicht), Desktop-Computer und ähnlichen Geräten angeht, konnte ich feststellen, dass diese sich mit 0.1-0.4W kaum bemerkbar machten, so daß ich aus Bequemlichkeitsgründen auf eine totale Netztrennung verzichte.

    Da ich jedoch privat einen Webserver betreibe, der rund um die Uhr läuft, habe ich mich schon zu Beginn für einen relativ alten und leistungsschwachen Rechner entschieden. Für den auftretenden Datendurchsatz und Zweck reicht dieser allemal. Der Server nimmt maximal 33W zu sich, was im Jahr einen Verbrauch von 290KWh entspricht. Welchen Anteil dieser nun auf der Stromrechnug hat, kann ich nicht genau sagen. Ich leiste mir diesen Luxus einfach.

    Was sehr hilfreich für alle Kühlschrankbesitzer (das dürften wohl die meisten sein ;)) ist: Volle Pulle ist völlig unnötig. Oftmals laufen Kühlschränke auf maximaler Leistung, was nicht empfohlen wird (es sei denn man braucht CO2-Eiswürfel als Partygag ;)). 6°C im Kühlfach und -18°C im Gefrierfach sind völlig ausreichend. Und auch ganz wichtig: Ab und zu mal für den optimalen Wärmetransport enteisen, sonst läuft der Kompressor Tag und Nacht.

  3. Der Blogger

    danke für die zusätzlichen detaillierten erfahrungen.
    ich hab auch noch etwas gefunden:
    heise veröffentlicht ein „energie sparen“ telepolis-sonderheft

  4. Thomas

    Zu Punkt 4 kann ich nur sagen, dass ich pro Jahr bereits EUR 80 und mehr einspare, seit ich meine ganze Hifi-/Fernseh-/DVD-Kette an einer ausschaltbaren Netzsteckerleiste habe und diese immer aus habe, wenn man gerade mal nicht Bock auf „Berieselung“ hat. Ich hätte das eigentl. nie gedacht, dass die Standby-Funktionen im jahr so viel ausmachen, aber es ist wirklich so – letztes Jahr gab es zum ersten Mal in meiner „Stromgeschichte“ eine Rückzahlung des Versorgers.

    Gruß, Thomas

  5. Walle

    Kann mich nur anschliessen, hab auch alles mit dicken Klickleisten angeschlossen!

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