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Sep 04 2006

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Sparpotenziale, Teil 2 – Krankenversicherung wechseln

Kürzlich habe ich damit begonnen, meine Erfahrungen im Bereich der Einsparung überflüssiger Kosten zu veröffentlichen. Da die verschiedenen nutzbaren Möglichkeiten hierzu sehr vielseitig sind, ist heute Teil 2 dieser neuen kleinen Artikelserie an der Reihe:

Heutiger Tipp: Wechsel der Krankenkasse

Viele Mitbürger zahlen für ihre Krankenkasse deutlich zu viel, sowohl im Fall der gesetzlichen wie auch der privaten Krankenversicherung, bei teilweise deutlich zu wenig Leistung. Aufgrund der sich stetig zum Alter hin verschiebenden Alterspyramide steigen bekanntlich auch die Gesundheitskosten immer weiter, da unsere Bevölkerung immer älter wird. Reformansätze des Gesundheitssystems a la Norbert Blüm („ab 65 dürfen ältere Mitbürger bei rot über die Ampel gehen – ab 70 müssen sie“) konnten sich nicht durchsetzen, und -. glücklicherweise, man kann es nicht genug betonen – auch die Nazis sind seit mehr als 60 Jahren nicht mehr an der Macht, und so müssen andere Lösungen gesucht werden, das Gesundheitssystem am Leben zu erhalten.

Über die Form der verschiedenen Ansätze möchte ich hier nicht diskutieren, wenngleich ich auf dem Standpunkt stehe, daß hier unsere werten Politiker den größten Bockmist aller Zeiten direkt nach der durchgesetzten Mehrwertsteuererhöhung bauen. Mein Anliegen ist heute anderer Natur, denn der eigentlich vollkommen offensichtliche Hebel, an dem die Krankenkassen ansetzen müßten, wird ja immer noch hartnäckig ignoriert: würde der bei nahezu allen Kassen vorhandene Verwaltungswasserkopf konsequent abgebaut, einhergehend mit einer Bekämpfung der Korruption unter Ärzten und Apothekern durch die Pharmaindustrie, könnten wir alle mit deutlich niedrigeren Gesundheitskosten deutlich besser versorgt sein.

Da die Kassen dies aber offensichtlich ebenso wenig erkennen wollen wie unsere Politik, bleibt dem „kleinen Mann“ wieder nur die Hilfe zur Selbsthilfe – konsequent den überteuerten Kassen davonlaufen und zu preiswerteren Kassen wechseln, die deutlich zeigen, daß es auch ohne Verwaltungswasserkopf geht. Irgendwann zwingt das die anderen Kassen dazu zu reagieren (wenn agieren schon nicht deren Ding ist).

Die Suche nach einer anderen Kasse wird dem Interessenten dank des Internets und der großen Masse an Provisionen, die die Kassen ihren Versicherungsvertretern zahlen (bei vielen Privaten sind das üblicherweise 10 Prozent des monatlichen Beitrags des neuen „Kunden“ – ein Leben lang!) sehr vereinfacht, denn Versicherungsvergleichsseiten gibt es wie Sand am Meer. Ich habe daher hier nur ein Beispiel für gesetzliche Krankenkassen herausgesucht; das Netz ist aber voll mit tausenden Seiten, wie eine schnelle Googlelei ans Licht bringt.

Das Einsparungspotenzial ist hier in zweierlei Hinsicht begrenzt.
Erstens bewegt es sich wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestsätze im Rahmen von wenigen Prozentpunkten (zwischen der derzeit günstigsten Kasse mit einem Beitragssatz von 12,5% und der teuersten jenseits von 15 % liegen also nur etwa 2,5 % Ersparnis), und zweitens muss man sich diese Ersparnis auch noch zur Hälfte mit dem eigenen Arbeitgeber teilen. Selbst im Extremfall kann man also effektiv nicht mehr als 1,25 % mehr in der eigenen Lohntüte herausholen. Das sind, wenn man ein durchschnittliches Bruttogehalt eines normalsterblichen Arbeitnehmers von 2.500,00 EUR / Monat zu Grunde legt, also grad mal 31,25 EUR, die in der eigenen Tasche maximal zusätzlich hängen bleiben können.

Im Durchschnitt dürfte es eher so sein, daß die meisten Arbeitnehmer derzeit bei der Masse der Krankenkassen mit Beitragssätzen um 14 Prozent herum versichert sind, folglich liegen die Bruttoersparnisse in der Regel um 0,9 bis 1,0 Prozent (die dann noch mit dem Arbeitgeber zu teilen sind). Damit kommt man also auf gerade noch 12,50 EUR Einsparung pro Monat, wenn man wiederum die 2.500,00 EUR von eben zu Grunde legt. Das macht aufs Jahr gerechnet aber auch schon wieder rund 150 EUR aus, die wir unserem Spartopf gutschreiben können (oder alternativ dazu nutzen, durch private Zusatzversicherungen die Versorgung in einigen Bereichen auf das Niveau einer privaten Krankenversicherung anzuheben).

Bei privaten Krankenkassen kann das Einsparungspotenzial ungleich höher liegen, insbesondere dann, wenn man bisher noch freiwillig gesetzlich krankenversichert ist und jenseits der Beitragsbemessungsgrenzen liegt. Hier gibt es jedoch auch gravierende Unterschiede in den Leistungen und Abhängigkeiten vom derzeitigen Gesundheitsszustand, Alter und der in der Regel frei wählbaren Selbstbeteiligung, daher kann man in diesem Fall keine pauschalen Zahlen ermitteln. Es empfiehlt sich daher für solch einen Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung immer, einen Termin mit einem seriösen Versicherungsmakler zu vereinbaren und sich umfassend beraten zu lassen. Das Internet mit seinem gigantischen Informationsangebot sollte dann als zusätzliche Informationsquelle genutzt werden, um den Wahrheitsgehalt der Auskünfte des Versicherungsheinis zu überprüfen.

Nun nutzt all dieses Wissen wenig, wenn man nicht weiss, wo man denn nun nach einer preiswerteren Versicherung suchen soll. Darum führe ich hier folgende (unvollständige) Liste mit Websites an, die sich schwerpunktmäßig mit Versicherungsvergleichen befassen. Teilweise ist das Spektrum hierbei wesentlich breiter als nur Krankenversicherungen zu vergleichen. In jedem Fall empfiehlt es sich, sich nicht nur auf eine einzige Vergleichsseite zu beschränken, sondern bei mehreren verschiedenen Anbietern nachzuschaun, denn manchmal kommt es auch vor, daß verschiedene Seiten die eine oder andere Versicherung mangels „ausreichend hoher Provision“ nicht in ihren Listen führen.

Achtung: um die gesetzliche Krankenversicherung wechseln bzw. kündigen zu können, muss man erstens mindestens 18 Monate bei der bisherigen Versicherung versichert sein und zweitens eine Kündigungsfrist von in der Regel 2 Monaten zum Monatsende beachten. Eine vorzeitige Kündigung ist nur dann möglich, falls die bisherige Versicherung eine Erhöhung ihrer Beiträge ankündigt. Auch dann bleibt aber die Kündigungsfrist von zwei Monaten bestehen.

Realisierbare Ersparnis durch Tipp 2: ca. 120,00 – 180,00 EUR p.a.

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