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Sep 02 2006

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Sparpotenziale, Teil 1 – Girokonto wechseln

Angesichts der drohenden Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte auf dann 19 Prozent zum Januar 2007 und diverser weiterer durch die unersättliche Gier einiger Großkonzerne bedingter Kostenfallen habe ich schon vor einiger Zeit zu einem großangelegten Rundumschlag in Sachen Restrukturierung meiner Finanzen ausgeholt. Insbesondere die Einsparung eigentlich unnötiger Kosten bzw. die Ausschau nach preiswerterem Ersatz einer ansonsten gleichen Leistung waren dabei meine Maßgaben. Ich lege hierbei Wert auf die Betonung des Wortes preiswerter, denn damit meine ich auf keinen Fall billiger – Geiz ist nämlich alles andere als geil, wenngleich uns dies die Werbung eines bekannten (und üblicherweise vollkommen überteuerten) Konsumtempels weismachen möchte.

Offenbar bin ich in dieser Restrukturierung meiner Finanzlage recht erfolgreich, wenn ich mir etwa meine Geschwister anschaue oder das Wehklagen mancher Arbeitskollegen und -kolleginnen im Hinterkopf behalte, die mit ihrem Geld von hinten bis vorne nicht auszukommen scheinen. Aus dieser Erkenntnis geboren, dachte ich mir, es könnte ganz sinnvoll und hilfreich sein, einige meiner Maßnahmen in Form sogenannter Spartipps zu veröffentlichen. Bitte dabei immer berücksichtigen,

  1. daß dies Maßnahmen sind, die zwar in meinem Fall sinnvoll waren, dies aber nicht automatisch auch für jeden anderen sind,
  2. ich kein darauf gedrillter Spar- und Anlagefuchs bin und infolgedessen
  3. diese Tipps keinerlei Anspruch auf Korrektheit erheben

Es besteht also keinerlei Gewähr dafür, daß ich hier den Stein der Weisen vorlege und übernehme folglich keinerlei Haftung für jedwede Form von Schaden, der aus der Anwendung dieser Tipps entstehen könnte. Jedwede Nutzung der in dieser Artikelreihe vorgestellten Tipps erfolgt auf eigene Gefahr!

Heutiger Tipp: Wechsel der Hausbank

Dies ist ein Posten, an den offenbar die wenigsten bei der Suche nach Sparpotentialen denken, obwohl er eigentlich der naheliegendste ist, da hier ja die eigentliche „Party“ rund um das Geld stattfindet. In den letzten Jahren sind die Kontoführungsgebühren bei vielen Kreditinstituten extrem gestiegen, ohne daß auch nur im Entferntesten ein Hauch an Mehrleistung dafür erbracht würde – im Gegenteil, immer mehr Geschäftsstellen werden geschlossen, man wird als Kunde immer mehr dazu getrieben, Onlinebanking zu betreiben und damit den Geschäftsstellen fern zu bleiben, und gedankt wird einem Kundentreue in der Regel heutzutage auch nicht mehr, da durch die grassierenden Kündigungswellen auch die Kundenberaterpositionen dauernd wechseln und man somit auch nur noch selten eine dauerhafte Beziehung zu einem konstant gleichen Kundenberater aufbauen kann.
Je nach Hausbank für das Gehaltskonto können hier jedoch schon bis zu 10/15 EUR pro Monat an Kontoführungsgebühren anfallen, und das wie gesagt für praktisch nichts – man bunkert sein Geld bei der Bank, die damit gute Zinsen machen kann, oft genug zahlt man auch noch zusätzliche Postengebühren für jede getätigte Überweisung, Gutschrift oder Geldabhebung am Geldautomaten (GAA – Geldausgabeautomat), und dann sollen auch noch Kontoführungsgebühren dafür anfallen, daß man ein paar Byte Speicherplatz auf einem Großrechner kostet und nichts weiter? Jaaaa, klar doch. Vor dreißig Jahren mag das noch gerechtfertigt gewesen sein, weil praktisch jede Zahlung beleghaft (also in Papierform) eingereicht wurde, doch heutzutage läuft fast alles elektronisch ab (insbesondere, wenn man Onlinebanking betreibt), folglich muss man niemandem mehr seinen Arbeitsplatz mitfinanzieren.

Ergo sollte eine Analyse des eigenen Kontoverhaltens der naheliegendste Schritt sein, um sich anschließend auf die Suche nach einer preiswerteren Bank zu machen. Hierbei kann der Onlinevergleich von FOCUS Money sehr hilfreich sein, den ich bei meiner Suche zufällig aufgrund dieses Artikels gefunden habe. In meinem Fall (Hauptkonto zuvor bei der Sparkasse meines ehemaligen Heimatortes, reines Onlinekonto, Gebühren 5,00 EUR / Monat – 60,00 EUR pro Jahr) und meinem Kontoverhalten wirft etwa der Vergleich bei GO FINANCE 24 folgende Liste aus:

Rang Name der Bank Kosten pro Jahr
1 NetBank AG -45,00 €
2 comdirect bank AG -17,00 €
3 Wüstenrot Bank AG -15,00 €
4 Postbank -10,02 €
5 Deutsche Kreditbank AG -10,00 €
6 1822direkt – Frankfurter Sparkasse 0,00 €
7 SEB AG 0,00 €
8 norisbank AG 0,00 €
9 HypoVereinsbank AG 0,00 €
10 Dresdner Bank AG 0,00 €
11 GE Money Bank 0,00 €
12 Sparda-Bank Münster eG 7,00 €
13 Daimler Chrysler Bank 24,00 €

Wie man sehen kann, gibt es sogar noch Anbieter, die nicht nur kostenlose Kontoführung ermöglichen, sondern einem sogar noch etwas dafür zahlen, daß man ihnen sein Gehalt anvertraut. Im Beispiel der NetBank könnte man in einem Fall wie dem meinen also mehr als 100 EUR pro Jahr einsparen. Ich habe mich allerdings für Platz 2 (comdirect Bank, eine Tochter der Commerzbank und reine Direktbank) entschieden, denn eine direkte Verzinsung meines Guthabens auf dem Girokonto in der von der NetBank angebotenen Höhe kann ich jederzeit mit anderen Anlagemitteln erzielen, dafür ist mir aber die breite Verfügbarkeit von GAAs, an denen ich kostenlos Bargeld abheben kann, deutlich wichtiger. Da die NetBank im Cashpool ist, der aus überwiegend kleineren Banken mit wenig Filialen besteht (mit Ausnahme der citibank, um die ich persönlich jedoch wann immer möglich einen weiten Bogen mache), die comdirect Bank jedoch in der wesentlich größeren Cashgroup mit weit über 7.000 GAAs, fiel die Wahl also nicht wirklich schwer.

Doch auch die anderen Anbieter haben je nach Präferenzprofil ihre jeweils eigenen Vorteile. Denn auch wenn die Kontoführung als solche nicht immer kostenlos ist, kann sich der Wechsel durch attraktive Konditionen etwa beim Tagesgeld trotzdem lohnen.

Der werte Leser erkennt anhand dieses Auswahlkriteriums auch, was ich weiter oben mit „preiswerter, nicht billiger“ meinte – unter Berücksichtigung der eigenen Präferenzen und Ansprüche an eine komfortable Abwicklung der eigenen Finanzgeschäfte können hier große Unterschiede in den Vorlieben bestehen. Und meine Zielsetzung war eindeutig definiert: Realisierung von Kostenersparnissen ohne dafür Einschränkungen in den bisherigen Lebensgewohnheiten hinnehmen zu müssen – mithin also ein gutes Onlinebanking-Interface sowie eine breite Verfügbarkeit kostenloser Geldausgabestellen.

Übrigens realisiere ich mit dem Wechsel der Hausbank in doppelter Hinsicht Einsparungspotential – ich habe aus der Zeit meiner hauptberuflichen Selbständigkeit noch ein Geschäftsgirokonto bei der Postbank, das mich sogar ganze 120 Schleifen im Jahr kostet, ohne daß die Postbank mir hier auch nur einen einzigen Vorteil bringen würde – ich habe auf dem Konto mangels ausreichender Umsätze nicht einmal mehr einen Dispositionskredit, folglich wird auch dieses zweite Konto gecancelt. Damit erhöht sich meine jährliche Ersparnis nochmals deutlich auf über 180,00 EUR pro Jahr – wie gesagt, ich kann es nicht deutlich genug wiederholen; ohne jedwede Komforteinschränkung!

Realisierte Ersparnis durch Tipp 1: 180,00 EUR p.a.

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2 Kommentare

2 Pings

  1. andreas

    Ausführliche Infos der Stiftung Warentest: finanztest.de/girokonten
    (leitet um auf PDF-Datei)

  2. Der Blogger

    @andreas: sehr gute aufstellung, die du da ausgegraben hast. das PDF sollte zur analyse der eigenen präferenzen und auswahl des am besten passenden instituts eine gute hilfe sein, zumal auch etliche der speziellen sonderkonditionen wie mindestguthaben, monalticher geldeingang etc. detailliet aufgeführt sind.

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  2. Sparpotenziale, Teil 7 - Fette Zinsen kassieren | 4null4.de - Sarcasm's paradise

    […] Nun sagte mal ein intelligenter Mensch nicht untreffend, “reich wird man nicht dadurch, daß man viel Geld verdient, sondern damit, daß man es nicht wieder ausgibt”. Daran haben wir in den letzten Teilen dieser Reihe ja recht fleißig gearbeitet, doch jeder Cent, der sozusagen “nutzlos” auf unserem nunmehr kostenlosen Girokonto “vergammelt”, bedeutet trotzdem noch finanziellen Verlust, denn selbst das beste Girokonto ist nicht mit einem Guthabenzins ausgestattet, der auch nur die Inflationsrate abfedern würde. Je länger unser eingespartes Geld also einfach auf einem reinen Girokonto liegt, desto weniger ist es sozusagen “real” wert. […]

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