Ich bin inzwischen zwar seit gut zwei Wochen wieder im Lande, jedoch komme ich erst jetzt dazu, meine während des zweiwöchigen Ägypten-Urlaubs aufgenommenen Impressionen “zu Papier” zu bringen – der Alltag hat einen halt doch sehr schnell wieder in seinen erbarmungslosen Klauen
Doch sei es drum, hier nun Tag 1 meines Reiseberichts, den ich in seinen verschiedenen Teilen auch mit wertvollen Erfahrungen und Tipps für hoffnungsfrohe angehende Ägyptenurlauber anreichern werde
Late Checkin
Mein Urlaub begann am 11. Mai diesen Jahres mit dem Flug in einer Boing 737 vom Düsseldorfer Flughafen ins ägyptische Hurghada am Roten Meer, gemeinsam mit einem alten Freund (schon seit Schulzeiten) und seiner besseren Hälfte. Um schon diesen ersten Tag genießen zu können und ohne Stress zu beginnen, haben wir am Abend zuvor die Möglichkeit des sogenannten Late Checkin wahrgenommen – direkt der erste wichtige Tipp, denn sofern dies entfernungstechnisch vom eigenen Wohnort her möglich ist, kann man dies wärmstens empfehlen. Die Vorteile des Late Checkin liegen klar auf der Hand – man bringt sein schweres Gepäck schon am Abend zuvor zum Flughafen, wo man sich in eine in der Regel sehr viel kürzere Warteschlange einreiht als dies am Abflugtag der Fall wäre, kann auf ein noch weitgehend freies Flugzeug und damit praktisch freie Platzwahl bauen und reist am Abflugtag nur noch mit dem leichten Handgepäck am Flughafen an.
Am Flughafen
Unser Abflugtag war daher entsprechend entspannt: wir trafen uns ca. 12:15 am Flughafen und hatten entsprechend Zeit, noch gemütlich übers Gelände zu bummeln, Sonnenbrillen zu besorgen und einen letzten “kontinentalen” Kaffee zu trinken. Da unser Flieger um 14:50 abfliegen sollte (was sich wegen technischer Probleme am “Finger” allerdings um rund 30 Minuten verzögerte), bestand keinerlei Anlass zur Hetze.
Meine grundsätzliche Kritik an den Sicherheitsmaßnahmen deutscher Flughäfen, die ich schon anläßlich des Air Berlin Rundfluges kundgetan habe, gilt aber nach wie vor – zwar waren die Kontrollen gegenüber diesem damaligen Schnupperflug deutlich ausführlicher, jedoch schert sich bei der Gepäck- und Personenkontrolle kein Mensch um das Ticket. Es ist also offensichtlich auch bei Auslandsflügen jederzeit möglich, ein Ticket auf Person A zu buchen und tatsächlich Person B fliegen zu lassen – bedenklich, muss ich sagen.
Der Hinflug
Sei es drum, wir kamen stressfrei am Terminal an, und beim Einsteigen in den Flieger erfüllte sich glücklicherweise meine Befürchtung nicht, in der Nähe krähender Kinder sitzen zu müssen, denn die in Urlaub fliegenden Familien kannten den Trick mit dem Late Checkin offenbar nicht und saßen entsprechend weit hinten im Flieger
Wir hingegen kamen in den Genuss zweier Fensterplätze in den Reihen 3 und 4, und ich konnte bei meinem ersten “richtigen” Flug sogar auf den absoluten Luxus einer komplett mir zur Verfügung stehenden 3er-Sitzgruppe zurückgreifen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich mag Kinder – solange ich sicher sein kann, dass ich sie nach einigen Stunden wieder abgeben kann
Der Flug selbst gestaltete sich abgesehen von der leichten Abflugverspätung vollkommen unproblematisch. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen beim Abflug, entsprechend wolkenlosen Himmel (bis auf die Alpen zumindest) und damit einen traumhaften Ausblick. Dank des guten Wetters gab es auch keine Turbulenzen, das Bordpersonal war sehr freundlich und aufgeschlossen, und die Verpflegung war erste Sahne – die Portion war imo zwar etwas klein, aber nach Auskunft von Zedel, der auf ein gerütteltes Maß an Flugerfahrung zurückgreifen kann, qualitativ mit das beste, was er bisher in einem Flugzeug gegessen hat.
Etwa um den Zeitpunkt des Überflugs der ägyptischen Mittelmeerküste versank dann auch die Sonne hinter dem Horizont, und uns bot sich das Schauspiel eines blitzschnellen Dunkelwerdens – und mangels großer Städte in Sichtweite meine ich richtig dunkel. Erst als wir die Küstenlinie des Roten Meers erreichten, bot sich wieder eine spektakuläre Aussicht dank all der beleuchteten Prunkhotels.
Die Ankunft
Die Landung war verglichen mit dem Start in Düsseldorf recht laut, da die Turbinen wegen der relativ kurzen Landebahn voll aufgedreht wurden, ansonsten aber kaum spürbar. Zedel und seine Freundin erwartete beim Aussteigen aus dem Flieger dann die erste Überraschung, denn wir waren eigentlich auf chaotische Zustände vorbereitet – im Vorjahr, als die zwei das erste Mal in Hurghada waren, ging es bei der Ankunft jedenfalls zu wie auf einem Bazaar, und so hatte auch mir Übles geschwant. Um so angenehmer war dann die Feststellung, dass die fleißigen Ägypter eine komplett neue Ankunftshalle aus dem Wüstenboden gestampft haben und das gesamte Ankunftsprozedere in geordnete Bahnen gelenkt haben.
Stellvertretend für die einzelnen Reiseveranstalter stehen in dieser neuen Ankunftshalle laut brüllende und mit Schildern winkende Herren, die die Ankommenden zu den passenden Schaltern leiten. Der erste dieser Schalter hat einzig den Zweck, das Visum in den Reisepass zu kleben. Hier direkt der nächste wichtige Tipp: bei vielen Reiseveranstaltern sind die Gebühren für dieses Visum schon im Reisepreis enthalten (wie z.B. bei unserem Veranstalter ITS), daher also vor Reiseantritt informieren, damit man sich nicht versehentlich vor Ort dann übers Ohr hauen läßt.
Von der Visumausgabe ging’s dann durch die erste Passkontrolle (hier wird das Visum gestempelt) hin zur zweiten Passkontrolle (ist der Stempel an der richtigen Stelle drin? – wir waren an diesem Punkt Zeuge, wie es ein Tourist schaffte, mit nicht abgestempeltem Visum an dieser Kontrolle aufzulaufen) und damit rein in die Gepäckankunftshalle. Irgendwie war uns das Glück heute besonders hold und ließ das Gepäckband unsere Koffer mit als erste ausspucken. Diese griffen wir uns und machten uns auf den Weg Richtung Shuttlebus. Der richtige Weg wurde uns direkt am Ausgang vom nächsten freundlichen ITS-Ägypter gewiesen, und so gelangten wir nur ca. 50 min nach der Landung (20:40 Ortszeit) an “unserem” Shuttlebus an – um im klimatisierten Bus sitzend (selbst um halb zehn abends waren es noch gut 30 Grad) weitere 30 min auf die Abfahrt zu warten, da der Bus erst noch gefüllt werden musste
Um ca. 22:30 kamen wir schließlich im Calimera Golden Beach Hotel Hurghada an, wo ich in unserer kleinen Gruppe für einen netten Lacher sorgte, da ich den Hotelpagen fast umgeklatscht hätte, als dieser sich mein Gepäck greifen wollte. Zedel hatte mich nämlich vorgewarnt, daß ich bis zur Ankunft im Hotel auf mein Gepäck gut aufpassen sollte, wolle ich nicht riskieren es alle Nase lang durch Verteilung von Bakschisch “auslösen” zu müssen, und daß der arme Hotelpage nur seinen Job tun wollte, war mir im ersten Moment nicht bewußt
Der Checkin im Hotel verlief ansonsten problemlos und deutschsprachig (Deutsch ist in der Hotelanlage zwar die vorwiegende Verkehrssprache, man kommt jedoch mit brauchbaren Englischkenntnissen dennoch deutlich besser über die Runden), und wir wurden durch leuchtend-türkise Armbändchen als All-Inclusive-Touristen gebrandmarkt.
Auf dem Weg zu unseren Zimmern konnten wir dann einen ersten atemberaubenden Blick auf die wunderschön erleuchtete riesige Hotelanlage werfen, nur um beim Anblick unserer Zimmer – Suiten triffts wirklich besser – ein zweites Mal überrascht zu werden. Diese sind nämlich vergleichsweise riesig, mit geräumigem Badezimmer (mit großer Eckbadewanne), Couch-Ecke und eigenem Balkon, blitzsauber und auch bei ausgeschalteter Klimaanlage angenehm temperiert gewesen.
Nach dem schnellen Auspacken machten wir uns abschließend auf unseren ersten Rundgang über die gesamte Anlage, der uns zunächst zur Poolbar und unseren ersten Cocktails führte, die ein kleiner pfiffiger Barmixer mit akrobatischen Einlagen mixte. Hier nahmen wir dann auch Mineralwasser fürs Zähneputzen mit (es wird von den Reiseleitern stets empfohlen, das Wasser auf den Zimmern nur zum Duschen und nicht zum Verzehr zu nutzen), das wir kurz auf die Zimmer brachten, bevor wir dann in der großen und toll beleuchteten Hotellobby einen Mitternachtssnack zu uns nahmen. Das Brot dieses Mitternachtssnacks ist ein Traum, und mir wurde in dem Moment klar, das würde ein Punkt werden, den ich bei meiner Rückkehr nach Deutschland vermissen würde
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