Heim & Haus, 27.07.2010

…. dann fällt in der Regel jede Menge an Einrichtungsgegenständen doppelt an - das ist normal. Was heutzutage in Zeiten der umfassenden Verbreitung von Breitbandanschlüssen ebenfalls normal ist, daß beide Partner jeweils einen eigenen Vertrag an der Backe haben - und beide sich in einer Mindestvertragslaufzeit befinden, es also nicht ohne weiteres möglich ist, einfach einen Anschluss zu kündigen.

Nun stellen die meisten Carrier deshalb immerhin eine Art Kulanzregelung zur Verfügung - bei geeignetem Nachweis, daß der Breitbandanschluss in der Wohnung desjenigen, zu dem der andere Partner zieht, schon von einem Wettbewerber okkupiert ist, wird der wegziehende Partner “kulanterweise” vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen. Natürlich nicht ohne daß nochmals finanziell ordentlich zugelangt wird, sogar dann, wenn KEINE mit dem Vertrag geförderte Hardware verbunden ist.

1 & 1 treiben dies aktuell auf die Spitze, ich erlebe dieses Kabinettstückchen nun seit einigen Wochen live durch den Umstand, daß meine Lebensgefährtin zu mir gezogen ist. Vollmundig schreibt 1 & 1 auf der eigenen Website im FAQ-Bereich:

In diesem Fall kommen wir Ihnen gerne entgegen und kündigen Ihren 1&1 DSL-Tarif. Zuvor benötigen wir als Beleg eine Kopie Ihrer Ummeldebescheinigung sowie einen gültigen Nachweis über die Schaltung des bereits vorhanden Breitbandanschluss bzw. DSL, z. B. eine Vertragskopie mit eindeutigem Datum. Senden Sie uns alle notwendigen Nachweise bitte per Post oder per Fax an folgende Adresse:

…. und weiter, und das ist der Hohn daran,….

Da uns Ihre Zufriedenheit wichtig ist, kündigen wir Ihren 1&1 DSL-Vertrag vorzeitig aus Kulanz. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine vorzeitige Vertragsauflösung für uns zusätzliche Kosten bedeutet und mit einer einmaligen Gebühr für Sie verbunden ist. Bei einer vorzeigen Auflösung innerhalb der Mindestvertragslaufzeit werden Ihnen 69,95 EUR berechnet.

Soweit so gut, an der abschließenden Gebühr ist nicht viel zu rütteln; sie ist zwar dreist und sicherlich nicht im Sinne von Kundenzufriedenheit, bei vielen Verträgen aber wohl legitim. Daß gewisse geistig minderbemittelte Servicemitarbeiter in Montabaur aber trotz der Zusendung von Ummeldebescheinigung, aktueller Rechnung meines Breitbandanschlusses und einer meine Mindestvertragslaufzeit bescheinigenden Email seitens Versatel sich nun aber immer noch querstellen - und, das ist wirklich witzig, wenn es nicht so traurig wäre - eine erneute Rechnungskopie von mir haben wollen, hat weder etwas mit Kulanz noch Kundenzufriedenheit noch gesundem Menschenverstand zu tun, sondern ist einfach nur noch himmelschreiend blöd.

Pikante Randnotiz: seit mehreren Monaten gibts bei 1 & 1 angeblich ja keine Mindestvertragslaufzeiten mehr - für Neukunden mag das auch zutreffen. Und ebenfalls seit Monaten wird man in der Werbung regelmäßig von diesem Vollhonk von “Sonderbeauftragtem für Kundenzufriedenheit” zugeschwallt. Na da schlage ich doch vor, die hohen Herren in Montabaur halten sich endlich mal an ihre Werbeaussagen, denn sonst bin ich versucht meinen Gewerbeschein mal für eine Abmahnung wegen Unlauteren Wettbewerbs und nicht zutreffender Werbebehauptungen zu nutzen.

Finanzen, 23.07.2010

Wer wie ich seinen Wagen bisher bei der INEAS versichert hatte, sollte sich allerschleunigst nach einem neuen Versicherer umsehen, denn wie ich gestern durch eine Nachricht bei N-TV erfahren habe, steht die Ineas quasi unmittelbar vor der Insolvenz und wird inzwischen notverwaltet. Informationen über diese Notverwaltung stehen auch unmittelbar auf der Startseite der Ineas-Website.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät dringend zur fristlosen Kündigung und zum Wechsel zu einem anderen KFZ-Versicherer, da zwar Haftpflichtschäden im Zweifelsfall noch über den Insolvenzfonds der Versicherer abgewickelt werden können, Kaskoschäden aber nicht davon gedeckt werden. Erschwerend kommt bei Kaskoschäden noch hinzu, daß die sonst übliche Direktabrechnung zwischen KFZ-Werkstätten und Versicherung im Fall der Ineas nun nicht mehr greift und man als Geschädigter für Reparaturen am eigenen Fahrzeug nun auch noch in Vorleistung zu treten hat - mit der sehr ungewissen Aussicht, überhaupt einen Bruchteil des Kaskoschadens noch reguliert zu bekommen.

Von der Verbraucherzentrale NRW kann man sich einen Musterbrief für die fristlose Kündigung der KFZ-Versicherung nach §314 BGB bzw. hilfsweise §313 BGB herunterladen, den man per Einschreiben mit Rückschein zur Ineas schicken sollte.

Ich habe diese notwendigen Schritte unverzüglich ergriffen und hoffe, daß der Versicherungswechsel schnell und unproblematisch über die Bühne geht. Glücklicherweise hat die Ineas es bis heute versäumt die Prämie fürs zweite Kalenderhalbjahr abzubuchen, so daß ich bisher noch kein Geld verloren habe.

Leben an sich, 17.06.2010

Heute bei den Kollegen im Support live erlebt:

  • PM eines Partnerunternehmens (schimpft sich COO und ist studierter Informatiker und trägt auch sonst die Nase hoch genug, daß es reinregnet): “Ich habe da ein Problem mit der LDAP-Kopplung eures Produkts.”
  • Supportkollege (sinngemäß): “OK, was funktioniert denn nicht?”

Es folgt eine Reihe von Frage- und Antwortspielen, letztendlich bleibt die Problembeschreibung vollkommen unverständlich, da der Herr COO einfach nicht in der Lage ist, in verständlicher Form drei gerade Sätze zu formulieren.

  • Supportkollege: “Können Sie uns dazu bitte einige Screenshots schicken, aus denen das Problem ersichtlich ist?”
  • PM: “Ja, mach ich, Wiederhören”

Einige Minuten später trudeln zwei Emails ein - mit extrem unterbelichteten Handyfotos des Computerbildschirms!

Da zweifelt man doch ernsthaft am Verstand einiger seiner Mitmenschen…. auf jeden Fall belegt dies mal wieder eindrücklich die gute alte Schulweisheit, daß ein jeder bis zum maximalen Grad der persönlichen Inkompetenz aufsteigt.

Allgemeines, 16.06.2010

Entweder die Südafrikaner haben wirklich eine Möglichkeit gefunden, mit ihrem unsäglichen Vuvuzela-Gedröhne eine Raum/Zeit-Falte aufzureißen, oder die Leute bei N-TV haben schlicht und ergreifend einen Programmierfehler in ihrem Live-Ticker:

Voransicht der Zeitreise im südafrikanischen Mbombela-Stadion
Finanzen, 22.12.2009

Anfang September hatte ich geschrieben mir ernsthafte Gedanken über eine LPG-Umrüstung meines Wagens zu machen. Wie so oft, wenn sich in meinem Privatleben etwas ändert, sind meine Schreibaktivitäten anschließend mal wieder schwer eingeschlafen. Natürlich blieb es aber nicht bei den eingeholten Angeboten, sondern ich habe mich dann auch zügig für einen Umrüster entschieden.

Noch vor Antritt meines Spätsommerurlaubs Mitte September habe ich bei GAg Autogas (Glane/Becker) in Herne Nägel mit Köpfen gemacht und mir einen Umrüsttermin in der zweiten Oktoberhälfte besorgt. Seit dem 23.10.2009 ist mein 307 nun eine französische LPG-Schaukel, und ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Umbau. In den seither vergangenen 70 Tagen habe ich rund 5.500 km auf LPG-Betrieb zurückgelegt, was schon erste Schlussfolgerungen auf die längerfristigen Betriebskosten zulässt.

Verbaut wurden eine Vialle LPi 7 und ein 72l-Radmuldentank, der Tankstutzen ist als Minianschluss in die normale Tankstutzenabdeckung gewandert, so dass der Umbau von außen nicht zu erkennen ist. Das elektronische Schätzeisen, auch Gastankfüllstandsanzeige genannt, konnte problemlos wunschgemäß an der Mittelkonsole links neben Türschloss- und Warnblinkerschalter integriert werden. Glücklicherweise ist der Schalter optisch nicht ganz so schäbig wie bei vielen anderen Gasumrüstsätzen, und so habe ich zumindest den ungefähren Füllstand des Gastanks stets unaufdringlich im Blick.

Nun zu den gesammelten Erfahrungen:

  • Der Verzicht auf das Ersatzrad tut nicht weh - im Fall einer Panne würde ich eh den ADAC rufen, denn auf einen Radwechsel mitten auf der Autobahn wäre ich sowieso nicht scharf;
  • Von den 72 Litern des Tanks kann ich je nach Gasgemisch, Witterungsverhältnissen und Druck der Zapfsäule zwischen 57 und 59 Liter effektiv nutzen;
  • Die damit bisher von mir erzielte Maximalreichweite vor der automatischen Umschaltung auf Super-Betrieb betrug rund 550 km; dies entspricht einem Verbrauch von ca. 10,7 l LPG je 100km Fahrtweg;
  • Der Kaltstart findet prinzipiell immer bei Benzin/Superbetrieb statt; nach Durchspülen des Gaskreislaufs, sobald die Kühlwassertemperatur 25 °C erreicht und die Drehzahl des Motors einmal mindestens 1.500 UPM betragen hat, schaltet der Wagen dann transparent und ohne Geräusch, spürbaren Ruckler oder dergleichen auf LPG-Betrieb um; daß man nun auf Gas fährt, ist ausschließlich an der nun nicht mehr blinkenden Anzeige des Schätzeisens zu erkennen;
  • Sollte einem während der Fahrt das Gas ausgehen, findet wiederum volltransparent die Rückschaltung auf Benzinbetrieb statt; selbst bei 150 Sachen merkt man das nur am dreimaligen deutlich vernehmbaren Piepton und der orangeblinkenden Anzeige des Gasumschalters; hat man wieder Gas nachgetankt, wird automatisch wieder in den Gasbetrieb gewechselt wie beim Kaltstart;
  • Der Tankvorgang als solcher ist effektiv sehr simpel; statt den Tankdeckel abzuschrauben muss halt der ACME-Adapter auf den Ministutzen aufgeschraubt werden. Das eigentliche Tanken ist dann analog zum Benzintanken; Zapfpistole druff (anschrauben, okay, das ist ein Unterschied), Hebel ziehen und einrasten, Totmannschalter drücken und halten, bis der Tank voll ist). Dauer bei einer ordentlichen Zapfsäule mit mind. 10 bar Druck nicht länger als beim “normalen” Tanken, insbesondere wenn ich noch das Warten in der Kassenschlange mit einbeziehe, denn das fällt bei den meisten LPG-Zapfsäulen flach (EC- oder Kundenkarte direkt an der Zapfsäule rein, feddich);
  • Motorleistung: in meinem Fall eindeutig keine Minderleistung gegenüber Benzin, fühlt sich eher sogar noch einen Tick spritziger an als zuvor. Die 210 Sachen Maximalgeschwindigkeit erreiche ich sogar gefühlt etwas zügiger als früher. Dabei bleibt die Motortemperatur bei ca. 90 °C, also alles beim alten;
  • Einziger echter Wermutstropfen: der Mehrverbrauch gegenüber Benzin fällt in meinem Fall sehr drastisch aus. Sämtliche Verbräuche sind manuell ermittelt durch Division der Tankfüllung (natürlich prinzipiell randvoll!) durch gefahrene Strecke; auf den Bordcomputer kann man sich bei sowas erfahrungsgemäß ja nicht verlassen. Im Sommer hatte ich Phasen, in denen meine Saufkatze statt der winterlich gewohnten 8,5 - 8,7 l / 100km mit sehr erfreulichen 7,1 - 7,3 Litern auskam. Das drückte mein langfristiges Jahresmittel seit ich den Wagen gekauft habe auf 8,2 l / 100km. Auf LPG liege ich nun in den letzten gut zwei Monaten bei 11,09 l / 100km, und das sind dann satte 35,54% Mehrverbrauch. Um innerhalb der berüchtigten und vielfach kolportierten 25% zu landen, müßte mein Mittel auf Benzin hingegen bei knapp 9 l liegen. Ursprünglich hatte ich - eigentlich schon gedacht vorsichtig und konservativ - mit einem LPG-Verbrauch von knapp 10 l gerechnet, was schon nah an den 25% ausgehend von 8 - 8,2 gelegen hat. Das hätte mit dem großen Tank dann gute 600km Reichweite bedeutet, und nun sind es effektiv “nur” 530 - 550 km. Ich weiß, Erdgasfahrzeugbesitzer würde von solchen Reichweiten nur träumen, aber für mich bedeutet das nun doch, daß ich nicht mehr mit einer Tankfüllung pro Woche auskomme, sondern im Schnitt alle fünf Tage an die Zapfsäule muss.
  • Apropos Zapfsäule: es macht schon Spass beim Tanken endlich einmal wieder zu sehen, wie sich die Literanzeige nahezu doppelt so schnell vergrößert wir die Betragsanzeige. Im Mittel kostet mich der Liter LPG derzeit etwa 52,2 Eurocent, also knapp 5,80 EUR je 100 km Reichweite. Auf Benzinbetrieb waren es im langfristigen Mittel zuvor 9,97 EUR / 100 km. Trotz des dicken Mehrverbrauchs verbleiben also immer noch rund 42% Ersparnis bei den Verbrauchskosten, was meine Amortisationsrechnung von Anfang September also nicht gefährdet.
  • Kaskoversicherung: in meinem Fall war die Anlage vom Tarif her automatisch zu etwa 50% ihrer Anschaffungskosten mitversichert; für den Jahreswechsel habe ich eine minimale Aufstufung aufs nächste Paket gewählt, um die gesamten Vialle-Kosten mitversichert zu haben; Mehrkosten gegenüber vorher: ca. 50 EUR pro Jahr;

Insgesamt betrachtet bin ich also sehr zufrieden mit der Umrüstung und würde die 2.550 EUR, die ich für den Umbau in die Hand nehmen musste, auch beim jetzigen Erkenntniszuwachs jederzeit erneut für einen LPG-Umbau investieren. Eine uneingeschränkte Weiterempfehlung eines solchen Umbaus an andere kann ich aber nicht geben; es kommt immer noch auf das konkrete Fahrzeug und dessen Eignung für den langfristigen Gasbetrieb an, ob man den Umbau wagen sollte, und auch falls diese wesentliche Frage eindeutig geklärt ist, zeigen meine Erfahrungen, dass auch eine vorsichtige Amortisationsrechnung im Vorfeld sich dann im realen Alltag immer noch schnell als zu optimistisch gedacht entpuppen kann. Auch sollte man als Interessent schon einige Zeit investieren, um sich über die verschiedenen Technologien und Umrüstkits zu informieren und vergleichende Angebote von mindestens einem halben Dutzend Umrüstern einzuholen. Selbst dann sollte man nicht reflexartig zum billigsten Angebot greifen, sondern sich für genau den Umbausatz bei genau dem Umrüster entscheiden, mit dem man längerfristig am besten fahren wird. Das heißt nichts anderes als einen Umrüster in der Nähe zu wählen, den man im Falle von Problemen auch schnell erreichen kann, sowie sich bei der Wahl der Anlage nicht nur für die vordergründigen Umrüstkosten zu interessieren, sondern auch die langfristigen Kosten einzubeziehen (die Vialle beispielsweise ist wartungsfrei, eine Prins (sehr gute vollsequenzielle Verdampferanlage) hingegen würde Wartungskosten von ca. 150 EUR / Jahr nach sich ziehen - mit der Vialle LPi im Vergleich ist der Mehrpreis für den Einbau also nach knapp 6 Jahren ebenfalls amortisiert. Folglich ist der Schritt zur Umrüstung also keine Entscheidung zwischen Frühstück und Morgentoilette, sondern sollte wohlbedacht sein.

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